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Psychische Erkrankungen infolge Corona-Pandemie

PSYCHISCHE ERKRANKUNGEN ALS FOLGE DER CORONA-PANDEMIE – WIE UND WO BEKOMME ICH HILFE BEI DER DIAGNOSTIK UND BEHANDLUNG?

Mehr depressive Erkrankungen und Angststörungen; ein subjektiv erhöhtes Stresslevel bei vielen Menschen, angespannte und/oder gedrückte Stimmung, Ein- und Durchschlafstörungen, „Fatigue“ (also Erschöpfbarkeit und Abgeschlagenheitsgefühl): die Corona-Pandemie hat einen negativen Einfluss auf die psychische Gesundheit. Das belegen zahlreiche wissenschaftliche Publikationen in deutschen und internationalen Fachzeitschriften, das Thema wird aber auch in der Tages- und Onlinepresse aufgenommen und auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat dazu bereits im Jahr 2020 einen Forschungsbericht veröffentlicht.


Dabei spielen offensichtlich mindestens drei verschiedene Faktoren eine Rolle:

  1. Einerseits scheint es bei Menschen, die selbst an COVID-19 erkrankt waren, gehäuft zu Depressionen und Angststörungen, möglicherweise auch zu einer anhaltenden Einschränkung in der psychischen Belastbarkeit zu kommen. Dies wurde im April 2021 in einer Studie, die in der renommierten Zeitschrift „Lancet Psychiatry“ veröffentlicht wurde, nachgewiesen. Hier muss man von einem direkten biologischen Effekt auf das Gehirn als Folge der durchgemachten Viruserkrankung ausgehen, dafür spricht auch das in der angeführten Studie ebenso erhöhte Auftreten von Schlaganfällen und Hirnblutungen sowie von Demenzen nach einer durchgemachten COVID-19-Erkrankung.
  2. Andererseits verursachen die (weitgehend alle Bürger betreffenden) Corona-Pandemie-bedingten Einschränkungen und Widrigkeiten bei vielen Menschen ein deutlich erhöhtes Maß an emotionalem Stress. Hier scheint gerade die Pandemie-bedingte Einschränkung sozialer Kontakte eine besondere Rolle zu spielen, sei es durch Einschränkung von Kontakten in der Schule oder im Beruf oder z. B. auch durch die aktuelle Unmöglichkeit, Familien- oder Geburtstagsfeiern mit Freunden in dem bisher gewohnten Rahmen zelebrieren zu können. Kommunikation erfolgt derzeit vielfach über videogestützte Medien – das ist eine prima Sache, andererseits ist in einem Videogespräch im Gegensatz zum direkten, persönlichen Treffen die sogenannte „Nonverbale Kommunikation“ eingeschränkt, das (oft unbewusste) Erfassen der Signale aus Mimik und Gestik fällt bei einem Gespräch am Bildschirm schwerer als im direkten Beisammensein mehrerer Personen. Vielfach sind bisher gewohnte – und für die psychische Gesundheit so wichtige – sportliche Aktivitäten nur noch in abgewandelter Form oder gar nicht möglich. Aber auch eine gereizte Stimmung der anderen Kunden beim Einkaufen, der Ärger im Kiosk über eine auf „Halbmast“ getragene Gesichtsmaske eines anderen Kunden trägt zu emotionalem Stress bei.
  3. Und schließlich besteht als dritter Faktor nach wie vor bei vielen Menschen die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus, wobei diese Angst in dem einen Fall die eigene Ansteckung, in anderen Fällen die Ansteckung von Menschen, die einem nahestehen oder mit denen man beruflich zu tun hat, betreffen kann. Diese Angst entspricht einer realen Bedrohung und diese Bedrohung bestimmt nun seit Anfang 2020 durchgehend einen Teil unseres Lebens.

Alle drei Faktoren können psychische Erkrankungen, insbesondere Angsterkrankungen und depressive Spektrumserkrankungen, aber auch Mattigkeit und Denkstörungen verursachen. Diese Faktoren können aber auch dazu beitragen, dass sich eine zuvor schon vorhandene psychische Krankheit oder Belastung verschlechtert.


SYMPTOME, die auf eine psychische Störung oder Belastung hinweisen können sind z. B.:

  • Gefühle von innerer Unruhe und Getriebenheit
  • ein subjektives Gefühl von „alles ist mir jetzt zu viel“
  • Angst- und Panikgefühle
  • eine übermäßig ängstliche Beobachtung von körperlichen Auffälligkeiten
  • Ein- und Durchschlafstörungen, aber auch ein erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Reizbarkeit und das Gefühl innerer Anspannung
  • ein erhöhtes inneres Aggressionspotential und ggf. schnell auslösbare Wutgefühle
  • niedergedrückte Stimmung
  • ein zunehmender Verlust der Freude an eigentlich schönen Beschäftigungen
  • ein Gefühl von innerer Mattigkeit und Antriebslosigkeit
  • Appetitstörungen im Sinne von entweder Appetitlosigkeit oder „Frustfressen“
  • ein Verlust von Freude an der Aufrechterhaltung sozialer Kontakte
  • Tagesmüdigkeit und Erschöpfungsgefühl
  • das Gefühl von Gefühllosigkeit
  • katastrophisierende, negative Phantasien und Träume
  • Ideen von „das kann nie wieder besser werden“

 
WAS KÖNNEN SIE TUN, WENN SIE VON SOLCHEN SYMPTOMEN BETROFFEN SIND?
 
Wenn die genannten Symptome deutlich ausgeprägt sind oder nicht mehr weggehen, ist oft der Zeitpunkt erreicht, spezielle fachärztliche Kompetenz in Anspruch zu nehmen. Das kann im ersten Schritt eine Beratung mit diagnostischer Einschätzung in einer unserer psychiatrischen Institutsambulanzen sein. Bei einer Beschwerdesymptomatik, die bereits zu einer länger dauernden Krankschreibung führte, ist eine Behandlung in einer psychiatrischen Tagesklinik sinnvoll und anzuraten. Bei schwer ausgeprägten Symptomen und insbesondere dann, wenn Suizidalität eine Rolle spielen sollte, ist eine vollstationäre psychiatrisch-psychotherapeutische oder psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung angezeigt.
 
Sie erreichen unsere Klinik in diesen Fragen unter den folgenden Telefonnummern:

Zentrale Aufnahmen:

  • Zentrale Aufnahme Psychiatrie/Psychosomatik: 03381-78-1234
  • Zentrale Aufnahme Kinder- und Jugendpsychiatrie: 03381-78-1515

Ambulanzen

  • Psychiatrische Institutsambulanz Erwachsene Brandenburg: 03381-78-2218
  • Psychiatrische Institutsambulanz Erwachsene/Kinder/Jugendliche Rathenow: 03385-55580-70
  • Psychiatrische Institutsambulanz Erwachsene Werder: 03327-73172-20
  • Psychiatrische Institutsambulanz Erwachsene Teltow: 03328-936060-0
  • Psychiatrische Institutsambulanz Kinder/Jugendliche Brandenburg: 03381-78-2383
  • Psychiatrische Institutsambulanz Kinder/Jugendliche Potsdam: 0331-601506-10

 Zentrale Information: 03381-78-0

Ansprechpartner psychische Folgen der Corona-Pandemie

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