Langzeitpsychotherapie

Der Prozess, nicht optimale Krankheitsbewältigungsstrategien zu bearbeiten und möglichst ein Krankheitsverständnis herauszubilden nimmt mitunter mehrere Jahre in Anspruch.

Die in der Klinik für Forensische Psychiatrie untergebrachten Patienten können das Angebot zur psychotherapeutischen Behandlung ihrer Grunderkrankung annehmen. Eine Verpflichtung hierzu besteht nicht.

Die Patienten sind durchschnittlich zur Erstaufnahme 25 – 35 Jahre alt, ihre festgestellte psychische Störung besteht daher seit mehreren Jahren. Persönlichkeitseigenschaften, die sich auch in Folge dieser psychischen Erkrankung herausbildeten, sind oftmals kaum und wenn dann nur schwer veränderbar. Aufgabe der Klinik ist es jedoch, nicht optimale Krankheitsbewältigungsstrategien zu bearbeiten, möglichst ein Krankheitsverständnis herauszubilden. Dieser Prozess nimmt mitunter mehrere Jahre in Anspruch.

Ein weiterer Anspruch der Psychotherapie ist es, den Patienten ein Erklärungsmodell für die zur Unterbringung geführte Straftat dahingehend zu vermitteln, dass der Einzelne dieses Modell annehmen kann, daraus Straftatvermeidungsstrategien ableitet. Auch hierbei handelt es sich um einen Prozess. Dieser dauert ebenfalls mitunter mehrere Jahre, woraus sich dann die oft lang andauernden Verweilzeiträume erklären.

Aufgabe des Psychotherapeuten ist es in dieser Zeit immer wieder, den Patienten zu motivieren, ihm positive Rückmeldungen hinsichtlich seines Behandlungsstandes zu geben, dysfunktionale Denkmuster anzusprechen, zu bearbeiten, Widerstände aufzuarbeiten und abzubauen.

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