Kardiologie
Die Kardiologie befasst sich mit der Diagnostik und Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen. Wichtiger Schwerpunkt ist die vorbeugende Risikostratifizierung und -behandlung (Bluthochdruckdiagnostik und -einstellung, Ernährungs- und Fettstoffwechseltherapie und die Blutzuckerbehandlung). Wir bieten eine komplette nicht-invasive und invasive kardiologische Versorgung an.
Hochmoderne Abteilung mit großer Expertise
Ein 2019 zusätzlich neu gebautes, hoch modernes digitales Herzkatheterlabor ermöglicht es bei Risikopatienten, wie bei Patienten mit Niereninsuffizienz, mit geringer Kontrastmittelbelastung, aussagekräftige Darstellungen der Herzkranzgefäße zu erhalten. Durch neue Technologien können die Untersuchungen besonders strahlungsarm (geringe Röntgendosis) durchgeführt werden.
Ihnen kommt dabei die langjährige Erfahrung von Chefarzt Dr. Christopher Stremmel und seinen interventionellen Kardiologen bei der Durchführung von konventionellen Herzkatheteruntersuchungen und Interventionen (Ballondilatationen, Stentimplantationen, Rotablationen, Druckdraht- und Dopplermessungen) im Bereich der Herzkranzgefäße, Nieren- und peripheren Gefäße zu Gute.
Wir helfen Ihnen bei
Koronare Herzerkrankung/ Herzinfarkt
Modernste interventionelle Kardiologie auf höchstem Niveau
In unserer kardiologischen Abteilung setzen wir konsequent auf modernste interventionelle Techniken, um Patientinnen und Patienten auch bei komplexen Herzerkrankungen sicher, präzise und individuell zu behandeln. Dabei verbinden wir langjährige Erfahrung mit innovativer Hochtechnologie im Herzkatheterlabor.
Zur exakten Beurteilung der Koronargefäße nutzen wir intrakardiale Bildgebung mittels IVUS (Intravaskulärer Ultraschall) sowie funktionelle Blutflussmessungen. Diese Verfahren ermöglichen eine detaillierte Darstellung der Gefäßwand und eine präzise Einschätzung der hämodynamischen Relevanz von Engstellen – die Grundlage für maßgeschneiderte Therapieentscheidungen.
Bei stark verkalkten Koronararterien kommen spezialisierte Verfahren wie die Lithotripsie-Stoßwellentherapie zum Einsatz, mit der harte Kalkstrukturen schonend aufgebrochen werden. Ergänzend nutzen wir die Rotablation, um selbst ausgeprägte Verkalkungen effektiv zu behandeln und optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Stentimplantation zu schaffen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung chronischer Koronarverschlüsse (CTO). Mithilfe hochentwickelter Techniken gelingt uns die Wiedereröffnung dieser Gefäße sowohl antegrad als auch retrograd, auch bei anatomisch anspruchsvollen Befunden.
Für Hochrisiko-Interventionen steht zudem eine kleine, passagere mikroaxiale Kreislaufunterstützungspumpe zur Verfügung. Sie stabilisiert den Kreislauf während des Eingriffs und erhöht so die Sicherheit bei Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Herzfunktion.
Unser Anspruch ist es, durch den Einsatz modernster interventioneller Verfahren bestmögliche Behandlungsergebnisse zu erzielen – schonend, sicher und auf dem aktuellen Stand der kardiologischen Spitzenmedizin.
Herzklappenfehler/TAVI
Durch Verengungen oder Undichtigkeiten einer oder mehrerer Herzklappen kann die Pumpfunktion des Herzens stark beeinträchtigt sein, Herz und Kreislauf immer mehr Schaden nehmen. Von einem Herzklappenfehler spricht man, wenn die Herzklappe durch eine Erkrankung nicht mehr richtig schließt (Klappeninsuffizienz) oder zu eng (Klappenstenose) geworden ist.
Je nach Schweregrad des Klappenfehlers entwickelt sich allmählich oder akut eine Herzschwäche mit entsprechenden Symptomen wie:
- Wasseransammlungen in den Beinen,
- Unerklärte Gewichtszunahme als Folge der Wasseransammlungen.
- Völlegefühl und Spannungsgefühl im Bauch,
- ungutes Gefühl/Luftnot beim flachen Liegen (mehrere Kopfkissen sind zum Schlafen erforderlich),
- Nächtliches Erwachen mit Kurzatmigkeit
- häufiges nächtliches Wasserlassen
- allgemeine Schwäche und verminderte Leistungsfähigkeit, Fieber und Nachtschweiß (bei Entzündungen/Infektionen der Herzklappen)
- Engegefühl/Druckgefühl im Brustkorb (Angina pectoris), vor allem bei einer Aortenklappenstenose
- plötzlicher Bewusstseinsverlust, Herzstolpern (Palpitationen, Herzrhythmusstörungen)
Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik:
Ein Herzklappenfehler oder eine Herzmuskelerkrankung werden mit der Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) festgestellt. Mitunter muss zur genaueren Diagnosestellung auch eine Echokardiografie von der Speiseröhre (sogenannte transösophageale Echokardiografie) gemacht werden, um den Klappenfehler besser zu beurteilen.
Ein Ruhe- und ein Langzeit-EKG gehören ebenfalls zum Untersuchungsstandard. Ergänzend können weitere Untersuchungen wie eine Computertomographie oder eine Magnet-Resonanztomographie (MRT) folgen.
Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot:
Für den Fall, dass eine Herzklappenerkrankung rein medikamentös nicht (oder nicht mehr) behandelt werden kann, stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung. Diese reichen von der konventionellen herzchirurgischen Operation bis zu einem minimal-invasiven katheter-interventionellen Verfahren.
Kathetergestützer perkutaner Aortenklappenersatz (TAVI):
Die Verengung der Aortenklappe (Aortenklappenstenose) ist der häufigste erworbene Klappenfehler. Es kommt nach Schweregrad der Verengung regelhaft zu verminderter Leistungsfähigkeit mit zunehmender Atemnot, Brustschmerz, Schwindel und Bewusstlosigkeit sowie im Anschluss zu einer reduzierten Lebenserwartung.
Die herzchirurgische Operation an der Aortenklappe stellt das Standardverfahren bei einer schweren Aortenklappenstenose dar. Bei Patienten mit einem hohen Operationsrisiko stellt der kathetergestützte Aortenklappenersatz eine mögliche Therapiealternative dar.
Dieser Eingriff wird im Regelfall in der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, Campus Großhadern der LMÜ durchgeführt. Die Indikation zur kathetergestützten Aortenklappenimplantation wird im HerzTeam in enger Absprache zwischen Herzchirurgen und Kardiologen gestellt.
Im Falle einer Indikation zum kathetergestützten Aortenklappenersatz (TAVI) erfolgt der Eingriff durch eine Kardiologen-Team aus der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, Klinikum Großhadern (Leitung Prof. Dr. med. Steffen Massberg) und der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz (Prof. Dr. med. Hans Ulrich Kreider-Stempfle) am Standort Großhadern.
Bei einem TAVI ist nur eine lokale Betäubung und keine Vollnarkose notwendig. Über ein Kathetersystem wird die neue Klappe über die Leistenarterie bis zum Herzen geführt und dort in die alte Klappe implantiert, während ein vorübergehender Schrittmacher das Herz für 20 Sekunden „ruhigstellt“. Der Schrittmacher kann danach wieder entfernt werden und die Punktionsstelle in der Leiste mit einem Nahtsystem versorgt werden. Die neue Klappe übernimmt dann sofort die Arbeit und ermöglicht dem Herz, mehr Blut in den Kreislauf auszuwerfen.
Nach dem Eingriff kommen die Patienten, für ein bis zwei Nächte auf eine Überwachungsstation. Der gesamte Kliniksaufenthalt liegt bei einem unkomplizierten Verlauf zwischen 5 und 7 Tagen.
Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge:
Kontrollen und weitere Nachsorgeuntersuchungen verlaufen im Regelfall wieder an der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz. Individuell werden die Termine mit Ihnen vereinbart.
Herzmuskelschwäche
Die möglichen Ursachen einer Herzschwäche sind vielfältig und reichen von der koronaren Herzerkrankung über den Herzmuskel schwächende Herzrhythmusstörungen, entzündliche Veränderungen, Herzklappenerkrankungen bis hin zu genetisch bedingten Störungen.
Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik:
Patienten mit schwerer Herzschwäche erleiden wiederkehrende, teils gravierenden Beschwerden wie Luftmangel und Wassereinlagerungen.
Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot:
Im stationären Bereich bieten wir in Zusammenarbeit mit unseren Spezialistenteams ein umfassendes Spektrum an Therapieoptionen an. Bei Patienten mit ausgeprägter Herzschwäche und stark eingeschränkter Pumpkraft prüfen wir zudem die Möglichkeiten, das Herz mit speziellen Herzschrittmachersystemen zu unterstützen.
Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge:
Am Entlassungstag führen wir mit Ihnen ein ausführliches Gespräch und weisen Sie dabei auf die besonderen Dinge hin, die Sie weiterhin beachten sollten. Sie erhalten einen Brief für Ihren weiterbehandelnden Arzt, in dem die Empfehlungen neben der Entlassungsmedikation noch einmal schriftlich festgehalten werden.
Herzrhythmusstörungen
Herzrhythmusstörungen sind weit verbreitet. Unter diesem Überbegriff fasst man jegliche Abweichung der normalen und regelmäßigen Herzschlagfolge zusammen. Man unterscheidet speziell in zu langsame oder zu schnelle Rhythmusstörungen. Vielfach treten Beschwerden in Form einzelner Extraschläge oder Aussetzer auf. Manche Betroffene berichten über unregelmäßige Phasen der Herzschlagfolge oder über Herzrasen, welches regelmäßig oder unregelmäßig sein kann. Das wohl bekannteste Beispiel einer Rhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Hierbei handelt es sich um eine unregelmäßige Schlagfolge durch unkoordinierte Impulse im sogenannten Vorhof des Herzens, welche an die Herzkammer weitergeleitet werden.
Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik:
Neben einem ausführlichen Gespräch zwischen dem Arzt und Ihnen (Anamnese) nutzen wir das Elektrokardiogramm (EKG) als wichtigstes Hilfsmittel bei der Diagnostik von Herzrhythmusstörungen. Neben dem normalen Ruhe-EKG setzen wir auch ein Belastungs-EKG sowie ein Langzeit-EKG mit einer längeren Aufzeichnungszeit von 24 bis 72 Stunden ein.
Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot:
Der überwiegende Anteil von Episoden mit Herzstolpern oder kleineren Aussetzern ist harmloser Natur und muss Sie nicht beunruhigen, er bedarf keiner weiteren Therapie. Sollte bei Ihnen eine Behandlung der Herzrhythmusstörungen notwendig sein, stehen uns eine Reihe medikamentöser Therapieverfahren sowie elektrischer Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.
Letztere umfassen die Implantation von Aggregaten zur Kontrolle des Herzrhythmus (Herzschrittmacher), die Elektrostrombehandlung in Kurznarkose (Kardioversion) oder die Verödung (Ablation) von Herzmuskelgewebe im Rahmen einer elektrophysiologischen Untersuchung.
Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge:
In der Regel können Sie das Krankenhaus bereits nach 2-3 Tagen wieder verlassen. Nach 3, 6 und 12 Monaten sollten Sie bei Ihrem Hausarzt oder in unserer Ambulanz ein Kontroll-EKG durchführen lassen. Ihr behandelnder Arzt wird dies ausführlich mit Ihnen besprechen.
Beste Versorgung bei akuten Brustschmerzen: Unsere Chest Pain Unit
Die Innere Medizin der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) als spezialisierte Chest Pain Unit zertifiziert. In der Chest Pain Unit der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz werden Patienten mit unklarem Brustschmerz bei Herzinfarkten oder anderen bedrohlichen kardialen Erkrankungen optimal versorgt. Mehr erfahren.
Wiedereröffnung von akut verschlossenen Herzkranzgefäßen
Ein weiterer Herzkatheterschwerpunkt besteht in der Wiedereröffnung von chronisch verschlossenen Herzkranzgefäßen (CTO) bei nachgewiesener Herzmuskelvitalität.
Die kardiologische Abteilung gewährleistet in Kooperation mit dem „Netzwerk Herzinfarkt der Region Oberland“ (HERO) die katheterinventionelle Versorgung von Patienten mit akutem Herzinfarkt, d.h. eine Wiedereröffnung von akut verschlossenen Herzkranzgefäßen. Für Notfälle steht auch eine intraaortale Ballonpumpe (IABP) zur Kreislaufunterstützung zur Verfügung.
Rechtsherzkatheteruntersuchungen, inklusive Myokardbiopsien (Herzmuskelbiopsien), werden im Rahmen der kardiologischen Diagnostik bei herztransplantierten Patienten routinemäßig in der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz und der Herztransplantationsambulanz durchgeführt.
Herzschrittmacher und Defibrillatoren
Herzschrittmacher und Defibrillatoren: Die Schrittmacher- und Defibrillator-Therapie ist ein wesentlicher Bestandteil der modernen kardiologischen Versorgung. Zum Einsatz kommen hochentwickelte Herzschrittmacher und implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) zur sicheren Behandlung von Bradykardien und zur Prävention des plötzlichen Herztodes.
Ein Schwerpunkt liegt auf der kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) bei Herzinsuffizienz, die durch biventrikuläre Stimulation die Pumpfunktion und Prognose verbessert. Ergänzt wird das Spektrum durch physiologische Schrittmacherverfahren wie das Left Bundle Branch Area Pacing (LBBAP), das eine nahezu natürliche Erregungsausbreitung ermöglicht.
Durch modernste Implantationstechniken und individuell angepasste Therapiekonzepte bieten wir eine zeitgemäße, evidenzbasierte Rhythmustherapie auf hohem Niveau.
Nicht-invasive, internistisch-kardiologische Diagnostik
Die weiteren Untersuchungsmöglichkeiten umfassen das gesamte Spektrum der nicht invasiven internistisch-kardiologischen Diagnostik. Modernste Herz-Ultraschallgeräte (Echokardiographie) mit farbcodierter Blutfluss- und Gewebedarstellung sowie der Möglichkeit zur Untersuchung über die Speiseröhre (TEE) ermöglichen eine nicht invasive Herzuntersuchung zur Beurteilung von Herzmuskel- oder Klappenfunktion.
Bei Verdacht auf Durchblutungsstörungen des Herzens wird die Untersuchung unter medikamentös stimulierter oder ergometrischer Belastung durchgeführt (Stress-Echokardiographie).Die moderne Diagnostik von Venen- und Arterienerkrankungen erfolgt ebenfalls unblutig mittels Ultraschall in Form der Doppler-Sonographie und Farbduplex-Sonographie. Zur Erkennung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen dienen EKG, Langzeit-EKG und Belastungs-EKG.
Interventionelle Therapie zentraler Lungenembolien
Bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit zentraler Lungenembolie bieten wir eine kathetergestützte interventionelle Therapie an. Über spezielle Absaugkatheter wird das zentrale Thrombusmaterial gezielt entfernt, wodurch eine rasche Entlastung des rechten Herzens und eine schnelle klinische Stabilisierung erreicht werden kann. Dieses minimalinvasive Verfahren ermöglicht eine effektive Therapie bei reduziertem Blutungsrisiko und stellt eine wichtige Ergänzung zur medikamentösen Behandlung dar.
Herzinsuffizienz
Die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz erfolgt auf höchstem fachlichem Niveau. Priv.-Doz. Dr. Stremmel war über viele Jahre Leiter der Herzinsuffizienzambulanz der LMU München sowie kardiologischer Leiter des Herztransplantationsprogramms. Diese langjährige Erfahrung spiegelt sich in einer umfassenden, leitliniengerechten und individualisierten Versorgung von Herzinsuffizienzpatienten wider. Durch die enge Zusammenarbeit mit der LMU München ist eine optimale Anbindung an universitäre Strukturen, moderne Therapiekonzepte und weiterführende Behandlungsoptionen gewährleistet.