Forensische Psychiatrie

Die Klinik für Forensische Psychiatrie führt die hoheitliche Aufgabe des Maßregelvollzugs für die Freie und Hansestadt Hamburg aus. Hierzu stehen Therapieplätze in 18 stationären Behandlungseinheiten sowie eine Fachambulanz zur Verfügung.

In der forensisch-psychiatrischen Abteilung werden Menschen behandelt, die aufgrund einer bestehenden psychiatrischen Erkrankung straffällig wurden. Die Kernaufgabe des Maßregelvollzugs liegt in der Besserung und Sicherung psychisch kranker und entwöhnungsbedürftiger Straftäter zum Schutz der Allgemeinheit. Die rechtliche Behandlungsgrundlage ergibt sich aus dem Hamburger Maßregelvollzugsgesetz.

Der Behandlungsverlauf gliedert sich in Aufnahme und Erstdiagnostik, berufsgruppenspezifische Behandlungsplanung und -durchführung, Risikoanalyse und Rehabilitationsmaßnahmen.

Gefühlter Maßregelvollzug - Zitate von Patientinnen und Patienten

Aufnahme

„Ich hatte Angst, weil ich nicht wusste, was mit mir passiert“ (Rico, 44)

„Maßregelvollzug war im Gegensatz zum Strafvollzug wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag auf einmal“ (Dijana)

„Ich habe von Anfang an nicht gewusst, was der Maßregelvollzug ist. Ich habe erst nach einigen Jahren erfahren, was psychische Erkrankung und Störungen sind, und vor allem wie man sie erkennt“ (Timo, 35)

Therapiemotivation

„Die Motivation ist die Freiheit und weitergehende Lockerungen.“ (Dave, 38)

 „Die Ziele sind: Freiheit, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Ich will zurück in die Realität.“ (Herr van der Kalle, 29)

„Ich suche Gespräche, was am Anfang nicht leicht war. Ich motiviere mich durch die Therapeuten.“ (Jana, 33)

 „Ich lerne ständig mir bessere Verhaltensweisen anzueignen. Man lernt nie aus.“ (Dijana)

Behandlung

„Positiv überrascht, weil mir hier geholfen wird. Manchmal traurig, manchmal wütend.“ (Rico, 44)

„Gemischte Gefühle: die Behandlung hat Vor- und Nachteile. Gefühlsmäßig: wechselhaft.“ (Herr van der Kalle, 29)

„Gefühlsschwankungen durch die Psychose. Durch meine Behandlung werden die Gefühle ins Gleichgewicht gebracht.“ (Esther)

„Das Einzelgespräch mit dem Therapeuten hilft mir, eine Planung für das zukünftige Leben in der Freiheit zu machen. Die Gruppen (DBT, Suchtgruppe, PE) machen mir ein Licht auf. Sie zeigen, dass es ein Leben ohne Konsum gibt. Man fühlt sich frei. Mich motiviert die Arbeit und lenkt mich vom monotonen Geschehen ab.“ (Dijana)

Gefühle gegenüber dem Therapeuten

„Gutes Verhältnis, ich bin ein größerer Fan von Vertrauen als von Kontrolle.“ (Karsten, 49)

„Ich habe gerade eine neue Therapeutin bekommen. Ich bin ihr dankbar für ihre Ehrlichkeit. Sie hat mir nur mit einem Gespräch weitergeholfen.“ (Esther)

 „Es ist ein neuer Therapeut, den ich noch nicht kenne. Die vorige war nett und doch „straight up“. (Herr van der Kalle, 29)

Medikamente

 „Inzwischen vertraue ich den Medikamenten. Sie machen mich fähig, mich selbst von außen zu betrachten und dadurch zu erkennen, was Psychose und was Realität ist.“ (Esther)

„Stimmung ist besser geworden. Es ist, wenn das richtige Medikament gefunden ist, von Vorteil.“ (Herr van der Kalle, 29)

 „Verschiedene Medikamente haben verschiedene Wirkungen. Ich kriege Antidepressiva, ich kriege Stimmungsstabilisatoren, ich kriege Depot. Sie geben eine gewisse Stabilität und helfen auch sich selbst zu finden. Ich vertraue den Medikamenten, weil sie mir auch geholfen haben. Man muss mit dem zuständigen Arzt über Medikamente offen reden, Rückmeldung geben und zusammenarbeiten.“ (Anonym, 41)

Zusammenleben

„Ich fühle mich wie in einer WG. Es macht Spaß. Ich lasse Leute nicht so schnell an mich heran.“ (Dijana)

 „Es ist schwierig, dass man den anderen nicht aus dem Weg gehen kann. Man findet trotzdem Gleichgesinnte.“ (Anonym, 27)

„Ich habe gerne Gesellschaft, man kann Freundschaften schließen. Die Gesellschaft ist immer gut gewesen für mich.“ (Fäty)

Entlassung

„Ich freue mich, wieder die Freiheit zu spüren. Ich bin dankbar für einen neuen Anfang.“ (Jana, 33)

 „Freude, es geschafft zu haben. Respekt davor, nicht mehr kriminell zu werden.“ (Herr van der Kalle, 29)

 „Ich habe Angst, weil es ungewiss ist, trotzdem bin ich zuversichtlich“ (Anonym, 27)

Weitere Informationen

Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeiter

Für Ärzte:
Die Abteilung verfügt über eine Weiterbildungsberechtigung für das Fach Psychiatrie und Psychotherapie und für den Schwerpunkt Forensische Psychiatrie (Ärztekammer).

Für Psychologen:
Es besteht eine Weiterbildungsmöglichkeit zum Fachpsychologen für Rechtspsychologie.

Für Ärzte und Psychologen:
In der Abteilung ist eine Nebentätigkeit als Gutachter möglich. Diese gerichtliche Sachverständigentätigkeit wird von erfahrenen Gutachtern fachlich eng begleitet.

Für Gesundheits- und Krankenpfleger:

  • Gesundheits- und Pflegeassistenz
    Für die in der forensisch-psychiatrischen Abteilung tätigen Pflegehelfer besteht die Möglichkeit, einen berufsbegleitenden Kurs zum Gesundheits- und Pflegeassistenten zu absolvieren. Diese 16 monatige Weiterbildung findet in Kooperation mit staatlich anerkannten Bildungsträgern statt und umfasst 960 Stunden theoretischen Unterricht sowie verschiedene Praxiseinsätze.
  • Sozialpsychiatrische Zusatzausbildung
    Diese berufsbegleitende Fachweiterbildung umfasst 740 Stunden theoretischen Unterricht sowie eine praktische Ausbildung in verschiedenen Einsatzgebieten. Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit den Inhalten und Werten einer modernen patientenorientierten Psychiatrie mit dem Ziel der Qualitätssteigerung der forensisch-psychiatrischen Pflege.
  • Weiterbildung zur Leitung einer Organisationseinheit in der Forensik
    Dieser praxisorientierte Stationslehrgang beinhaltet einen Theorieteil von mindestens 500 Stunden, u. a. zu folgenden Modulen:
    • Stationsbudgetverwaltung
    • Qualitätsmanagement
    • Prozesse und Ressourcen managen
    • Gruppen- und Teamprozesse steuern
    • Mitarbeiterführung
    • Management und Organisation
  • Praxisanleiter
    Diese Fachqualifikation umfasst 300 Unterrichtsstunden, davon 36 Stunden im Selbststudium. Ziel ist die situationsgerechte Anleitung und Einarbeitung von Auszubildenden. Lerninhalte sind u.a.
    • Didaktische Konzepte für die praktische Anleitung
    • Transfer pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis
    • Gesprächsführung
    • Lernpsychologie

        Dieser Kurs berücksichtigt die geforderte Stundenerhöhung (100h) der Qualifikation Praxisanleiter im Krankenpflegegesetz (KrPflG).

Für alle Berufsgruppen:

  • regelmäßige Teilnahme an Supervisionen im klinischen Setting
  • Innerbetriebliche Fortbildungen
  • Fortbildungen, fachspezifische Weiterqualifizierungen und Teilnahme an Fachtagungen
  • Deeskalationstraining

Ihre Gärtnerei in Ochsenzoll

Kommen Sie als Kunde zu uns. Auf 1.600 m² Fläche finden Sie eine große Vielfalt an Pflanzen!

In unserem Gärtnereibetrieb werden Patienten beschäftigt, die in ihren Grundarbeitsfähigkeiten trainiert werden und unter Anleitung eines Gärtnermeisters berufstypische Arbeiten kennenlernen.

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In unserer Fahrradwerkstatt sind Sie mit Ihrem reparaturbedürftigen Fahrrad gerne gesehen. Unter fachkundiger Anleitung versetzen Patienten unserer Klinik Ihr Fahrrad in einen für den Straßenverkehr sicheren Zustand. Oder suchen Sie ein Gebrauchtrad? Auch dann sind Sie bei uns richtig.

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Aktuelles

Artikel aus der "Hinz und Kunzt" über den Maßregelvollzug Ochsenzoll

Patientenzeitung "Der Reporter 2018"

Klinikleitung

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