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Hüftendoprothetik- künstlicher Ersatz des Hüftgelenks

Die Implantation eines künstlichen Gelenkersatzes zählt zu den in deutschen Kliniken am häufigsten durchgeführten Operationen. Durch diesen Eingriff können wir bei vielen Patienten jahrelang bestehende schmerzhafte Leiden deutlich bessern. Wir helfen Ihnen bei Arthrosen (dem sogenannten Gelenkverschleiß) des Hüftgelenks.

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© ASK Bad Toelz/Shutterstock

Wann macht ein künstlicher Gelenkersatz Sinn?

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Dr. med. Harald Rieger, Leiter der Sektion Unfallchirurgie und Endoprothetik, D-Arzt

Häufigster Grund für den künstlichen Gelenksersatz ist die Arthrose. Dabei sind vor allem die Gelenke im Bereich der unteren Extremitäten betroffen, die am meisten beansprucht werden: das Hüftgelenk und das Kniegelenk. Auch eine Verletzung, Entzündung, Stoffwechselerkrankung, Durchblutungsstörung, Fehl- oder Überbelastung kann Auslöser für einen schweren Gelenkschaden sein.

 

 

Wenn die konservative Therapie die Schmerzen nicht mehr lindert, kann bei hohem Leidensdruck und fortgeschrittenem Gelenkverschleiß ein künstlicher Gelenkersatz (Endoprothese) Erleichterung bringen. Bei jedem Patienten ist vor einer Gelenkersatzoperation eine Vorstellung in der Sprechstunde für Endoprothetik notwendig. Hier kann geprüft und besprochen werden, ob ein künstlicher Gelenkersatz sinnvoll ist und wenn ja, welcher Endoprothesentyp eingesetzt werden sollte.

Was ist eine Hüftgelenksarthrose?

Immer mehr Deutsche klagen über Beschwerden an der Hüfte. Häufige Ursache ist eine Hüftgelenksarthrose, die chronische Schädigung des Gelenkknorpels und in der Folge auch des Knochens. Die kann plötzlich, ohne erkennbare Ursache, oder als Folge einer dauerhaften Fehlbelastung, chronisch entzündeter Gelenke und nach Unfällen auftreten. „Normalerweise sorgt ein Knorpel dafür, dass Hüftkopf und –pfanne nicht aneinander reiben.

Nutzt sich der Knorpel ab, wird der Puffer im Gelenk immer weniger. Die Folge: Schmerzen beim Gehen und später auch beim Bücken, dem Aussteigen aus dem Auto oder beim Treppensteigen. Das sind erste Warnsignale für eine mögliche Arthrose im Hüftgelenk.

 

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Der Experte begutachtet zunächst den Gang und die Haltung des Patienten, tastet die Gelenke nach Schwellungen ab und überprüft deren Beweglichkeit.

Wird die Arthrose früh erkannt, können die Patienten durch regelmäßige Bewegung die Durchblutung des Gelenks fördern und so ihre Beschwerden lindern.

Ist die Erkrankung hingegen schon weit fortgeschritten, kann eine Operation helfen. Erste Wahl ist dabei immer der sogenannte gelenkerhaltende Eingriff bei dem störende Knochenvorwölbungen entfernt werden. Erst wenn ein gelenkerhaltender Eingriff nicht mehr möglich ist sowie die Beweglichkeit und das Gehvermögen zunehmend schlechter werden, ist der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks zu empfehlen.

Um die optimale Therapie (Gelenkerhalt oder Gelenkersatz) einleiten zu können, ist eine präzise Diagnostik unabdingbar. Hierzu stehen uns modernste bildgebende Verfahren wie das Röntgen, die Computertomografie (CT) oder die Magnetresonanztomografie (MRT) zur Verfügung. Auch die Ultraschalluntersuchung ist für viele Fragestellungen hilfreich und ist ständig verfügbar.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks ist eine häufig durchgeführte Operation. Wir gehen dabei bestmöglich auf Ihre individuellen Bedürfnisse ein.

Das betrifft die Wahl des passenden, optimalen Implantats, des geeigneten Verankerungsprinzips (zementiert, teilzementiert, zementfrei) sowie der geeigneten Komponentengleitpaarung, damit die einzelnen Teile geschmeidig zusammenwirken.

 

Die verschiedenen Endoprothesen-Modelle für die Hüfte:

  •  Zementfreie Totalendoprothese:
    Beide Hauptkomponenten der Endoprothese werden ohne Zement am Knochen verankert. In die äußere Metallpfanne wird eine Schale aus Kunststoff (Polyethylen) eingebracht, die mit dem künstlichen Keramikhüftkopf die Gleitpaarung bildet.
     
  • (Teil-)zementierte Totalendoprothese:
    Bei verminderter Knochenfestigkeit wird der Prothesenstiel in den Oberschenkel zementiert. Bei besonders schlechter Knochenqualität kann auch die Pfanne in den Beckenknochen zementiert werden. Dies gewährleistet die sofortige Belastbarkeit der Endoprothese

Vom Modell zur Operation

Vor der Operation wird jede Prothesenimplantion auf digitalen Röntgenaufnahmen geplant, um die korrekte Auswahl und Implantation des Kunstgelenks zu gewährleisten. Zum Einsatz kommen ausschließlich hochwertigste Implantate mit bewährten Materialien und Materialkombinationen. Bei Bedarf werden Spezial- und Sonderprothesen bis hin zum teilweisen Knochenersatz implantiert (z. B. Kurzschaft-Hüfte, hypoallergene Implantate, teilweiser Knochenersatz).

Je nach Alter und Knochenqualität erfolgt die Verankerung zementfrei oder zementiert. In den meisten Fällen erfolgt an der Hüfte die Implantation in minimalinvasiver Technik (MIS).

Dank kontinuierlicher Weiterentwicklung der Implantate und der OP-Techniken können heute regelhaft Standzeiten von 15 und mehr Jahren erreicht werden.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge

Nach der Operation wird der Patient rund zehn Tage stationär behandelt. Schon einen Tag nach dem Eingriff wird die Rehabilitation mit einem umfangreichen Physiotherapieprogramm eingeleitet. Der Patient ist so selbst aktiv, schöpft Vertrauen in die neue Prothese und kommt schnell wieder auf die Beine. So wird auch die Funktionsfähigkeit des künstlichen Gelenks immer weiter gesteigert. Gleichzeitig ist eine Thromboseprophylaxe entscheidend..

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