Erkrankungen der Leber

Die Gastroenterologie widmet sich auch Patienten mit Erkrankungen der Leber. Die Leber bildet einen wesentlichen Bestandteil des menschlichen Stoffwechsels und kann sich nach Schädigungen bei richtiger Therapie wieder sehr gut erholen. Starke Müdigkeit, Juckreiz, Gelbfärbung der Augen und Erhöhung der Leberwerte im Blut sind Symptome einer ernsten Lebererkrankung, die von Experten behandelt werden sollte.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Lebererkrankungen weisen keine typischen Symptome auf: Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gewichtsveränderungen und Appetitmangel können ebenso auf eine Lebererkrankung hinweisen wie Farbveränderungen des Stuhl, des Urins und der Haut. Das Organ selbst sendet keine direkten Schmerzsignale aus.

Da die Symptome so unspezifisch sind, greifen wir bei Verdacht auf eine Lebererkrankung auf spezialisierte Diagnoseverfahren zurück. Hierzu gehört eine Blutuntersuchung, bei der wir unter anderem den Aluminiumgehalt im Blut und die Aktivität der Enzyme überprüfen. Außerdem kommenden bildgebende Verfahren wie Ultraschall (Sonographie), Computertomographie, oder Magnetresonanztomographie hinzu.

Eventuell führen wir auch eine Leberbiopsie durch: Hierbei wird unter örtlicher Betäubung – meist während eines Ultraschalls – mit Hilfe einer dünnen Hohlnadel eine kleine Gewebeprobe aus der Leber entnommen und anschließend mikroskopisch untersucht.

Wir helfen Ihnen bei Wir helfen Ihnen bei akuten und chronischen Erkrankungen der Leber, dazu zählen:

Entzündungen der Leber: Hepatitis

Eine der häufigsten Erkrankungen der Leber ist die Entzündung des Organs – auch Hepatitis genannt. Die Hepatitis kann unterschiedliche Ursachen haben, z.B. Viren, Stoffwechselstörungen oder Vergiftungen durch z.B. Alkoholmissbrauch.

Eine Hepatitis kann sich durch allgemeines Krankheitsgefühl und Fieber zeigen, wird aber häufig erst bemerkt, wenn Funktionsstörung der Leber auftreten, da dies mit einer gelblichen Färbung von Haut und Augenweiß, einer dunklen Färbung des Urins sowie Entfärbung des Stuhls einhergeht. Nach der akuten Phase kann eine Hepatitis folgenlos ausheilen oder sich zu einer chronischen Hepatitis entwickeln. Letzteres wiederum begünstigt das Entstehen einer Leberzirrhose und auch Leberkrebs.

Hepatitis A geht auf einen Virus zurück und kann über menschliche Ausscheidungen übertragen werden. Gewöhnlich heilt diese Hepatitsform nach der akuten Entzündung ohne Folgen ab.

Eine Behandlung für Hepatitis A gibt es nicht, allerdings kann eine Impfung die Infektion vermeiden. Besonders bei Reisen in Länder mit hohem Hepatitis A Vorkommen empfiehlt sich eine Impfung.

Auch Hepatitis B geht auf einen Virus zurück, dieser wird allerdings im Wesentlichen über Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Ansteckungswege sind z.B. Sexualverkehr oder kontaminierte Nadeln.

Der Verlauf einer Hepatitis B ist sehr unterschiedlich: Sie kann von selbst ausheilen, insbesondere bei immunschwachen Personen sowie Kindern und Senioren aber auch chronisch werden. Außerdem begünstigt eine Hepatits B Infektion das Auftreten von Leberkrebs oder einer Leberzirrhose.

Eine akute Hepatitis B wird normalerweise nur überwachend begleitet; nur bei seltenen, klinisch schweren Verläufen werden virushemmende Medikamente eingesetzt. Bei einer chronischen Hepatitis B können neuartige Therapien zur Anregung des Immunsystems oder Blockierung des Virus zum Einsatz kommen. Auch gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung – diese wird insbesondere Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, Beschäftigten im Gesundheitswesen und auch Drogenabhängigen (Nutzung von Spritzbesteck) empfohlen.

Eine Hepatitis C, die über infiziertes Blut übertragen wird, wird in ca. 80 % der Fälle chronisch, nach 20 bis 30 Jahren kommt es bei rund einem Drittel der Patienten zu einer Leberzirrhose oder Leberkrebs.

Allerdings können moderne Therapien die Hepatitis C in inzwischen den meisten Fällen heilen. Welche Medikamente zum Einsatz kommen, hängt individuell vom Patienten und vom genauen Typ des Hepatitis C-Virus ab. Eine Übersicht aktueller Therapieoptionen finden Sie auf der Seite der Deutschen Leberhilfe.

Eine weitere Form der Entzündung der Leber ist die alkoholische Hepatitis. Übermäßiger Alkoholkonsum zerstört das chemische Gleichgewicht der Leber und ihre Zellen. Hieraus entstehen zunächst Fetteinlagerungen. Wird der Alkoholkonsum in diesem Stadium aufgegeben, kann die Leber sich noch vollständig erholen.

Trinkt der Patient weiter, kann es zur Entzündung der Leber kommen. Diese kann als Akuterkrankung auftreten und im schlimmsten Fall ein Leberversagen zur Folge haben, aber auch chronisch verlaufen, woraus meist eine Leberzirrhose entsteht.

Leberzirrhose

Chronische Lebererkrankungen führen meist zu einer Vernarbung der Leber, diese wird Zirrhose genannt. Bei einer Leberzirrhose sterben die normalen Leberzellen zunehmend ab, die Leber härter und schrumpft. Sie kann ihre wichtigen Aufgaben nur noch eingeschränkt erfüllen, wodurch es zu Störungen im ganzen Körper kommen kann.

Die Leberzirrhose an sich kann sich nicht zurückbilden. Um ihr Fortschreiten zu verhindern, müssen wir zunächst ihre Ursache diagnostizieren. Zwar gehen in Deutschland rund die Hälfte aller Fälle auf Alkoholmissbrauch zurück, es kommen aber auch andere Lebererkrankungen wie eine Hepatitis sowie Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen als Ursache in Frage. Falls möglich, wird diese Ursache gezielt behandelt.

Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)

Die PSC ist eine seltene Lebererkrankung, die auf das eigene Immunsystem zurückgeht und häufig mit einer entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn bzw. Colitis ulcerosa einhergeht. Bei einer PSC entzünden sich die Gallengänge in der Leber, es kommt zum Gallenstau.  Dieser kann langfristig zu einer Zirrhose und auch zu Gallengangkrebs führen.

Eine PSC wird durch die Analyse bestimmter Blutwerte, insbesondere aber durch die Untersuchung und bildhafte Darstellung der Gallenwege diagnostiziert. In diesen Fällen führen wir hierfür die so genannte ERCP (endoskopisch retrograden Cholangio-Pankreatikografie) durch. Hierbei stellen wir mit Hilfe eines Kontrastmittels unter Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen die Gallengänge dar und können bei Bedarf direkt Gewebeproben entnehmen.

Bei einem schweren Gallenstau kommt die ERCP auch therapeutisch zum Einsatz, indem verengte Gänge geweitet und durch Einsetzen eines Stents offen gehalten werden. Die PSC wird auch medikamentös behandelt, insbesondere um die Leberwerte zu verbessern und einem möglichen Gallengangkrebs vorzubeugen.

Primär biliäre Cholangitis (PBC)

Die PBC ist eine seltene Autoimmunerkrankung der Leber, die vor allem bei Frauen auftritt (90 %). Zunächst werden die Gallengänge der Leber durch eine Entzündung angegriffen und zerstört. Im weiteren Krankheitsverlauf weitet sich die Entzündung aufs gesamte Lebergewebe aus und kann zu einer Zirrhose führen, wobei die Erkrankung von Patient zu Patient sehr unterschiedlich verläuft. Als Therapie einer PBC kommen im Wesentlichen Medikamente zum Einsatz, die die Erkrankung verlangsamen oder zum Stillstand bringen können. Im späten Stadium einer PBC kann auch eine Lebertransplantation erforderlich werden.

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