Posttraumatische Belastungstörung (PTBS)

Das Leben bietet Herausforderungen, denen wir in der Regel gut gewachsen sind. In manchen Fällen können die Betroffenen bestimmte Erlebnisse im privaten, beruflichen oder dienstlichen Umfeld jedoch nicht wie gewohnt verarbeiten. Dies kann zum Beispiel durch die Heftigkeit des plötzlichen Ereignisses oder dessen dramatische Form bedingt sein. Diesen seelischen Folgen kann man oft nur mit ärztlicher und psychologischer Unterstützung, Begleitung und Behandlung begegnen. Wir bieten Ihnen im Asklepios Fachklinikum Lübben ein unterstützendes Behandlungskonzept an. Unser Ziel ist es, die Folgen nach länger zurückliegenden traumatischen Ereignissen so integrierbar zu machen, das Sie damit gut weiterleben können.

garten
Das parkähnliche Klinikgelände im Spreewald ist besonders geeignet, Ruhe und Sicherheit zu vermitteln.

Wir behandeln Patienten mit zurückliegenden Belastungsreaktionen, Posttraumatischen Belastungsstörungen sowie affektiven Erkrankungen (Depressionen). Im Rahmen unseres stationären Behandlungsangebotes bieten wir Ihnen einen sicheren Ort. Zunächst können Sie sich mithilfe der DBT-Methode (DBT: Dialektisch-Behaviorale Therapie) stabilisieren, um anschließend gemeinsam mit unseren Therapeuten zu entscheiden, in welcher Form eine Bearbeitung beziehungsweise Auseinandersetzung mit dem/den belastenden Ereignis(sen) möglich ist. Viele unserer Patienten, bei denen eine erlebnisreaktive Störung besteht, haben belastende Ereignisse im privaten Umfeld - entweder als Zeugen oder als Betroffene - erlebt oder sie sind im Rahmen ihres Berufs in einer solchen Situation gewesen. Angehörige von Berufen, in denen belastende Erlebnisse besonders häufig vorkommen, sind zum Beispiel Bankmitarbeiter, Verkäufer, Lokführer, Feuerwehrleute, Mitarbeiter von Rettungsdiensten, Polizisten und Soldaten.

Erlebnisreaktive Störungen behandeln wir auf unserer Station 2.6 im Asklepios Fachklinikum Lübben psychotherapeutisch sowie unterstützend symptomorientiert pharmakologisch (mithilfe von Medikamenten). Unser psychotherapeutisches Vorgehen ist verhaltenstherapeutisch orientiert.

 

Bei Patienten mit erlebnisreaktiven Störungen bestehen in einigen Fällen zusätzlich folgende Erkrankungen, die wir auf der Station 2.6 mitbehandeln können:

  • depressive Störungen
  • Angststörungen
  • Zwangsstörungen
  • dissoziative Störungen (Störungen, die zum Beispiel mit einem Gedächtnisverlust, einem Gefühl des Getrenntseins von Körper und Seele oder sogenannten Persönlichkeitsspaltungen einhergehen) und Konversionsstörungen
  • Somatisierungsstörungen (körperliche Beschwerden ohne erkennbare organische Ursache) und somatoforme Störungen
  • Störungen der Impulskontrolle

Wie erkenne ich eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)?

Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) können sich äußern durch:

  • gedrückte oder verzweifelte Stimmung
  • Antriebs- und Freudlosigkeit
  • Wiedererleben der traumatischen Situation
  • intrusive Erinnerungen („intrusiv“ bedeutet „aufdringlich“) an das traumatische Ereignis
  • Alpträume, die sich auf das Ereignis beziehen
  • Erinnerungen an das Ereignis werden regelmäßig vermieden
  • anhaltende Erregung, Schreckhaftigkeit
  • starke Ermüdbarkeit
  • Schuld-, Scham- und Ohnmachtsgefühl
  • Selbstwert- und Selbstvertrauensverlust
  • Rückzug aus Beziehungen
  • körperliche Beschwerden, insbesondere Schlafstörungen, Schmerzen, Appetit- und Gewichtsverlust

Es ist wichtig, die Symptome ernst zu nehmen und sich Hilfe zu suchen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie an einer PTBS leiden, helfen wir Ihnen schnell und kompetent. Dabei wenden wir evidenzbasierte (auf empirischen Erkenntnissen beruhende)  Behandlungsverfahren an.

Mehr zu PTBS: Prof. Kropp im Interview

Frau Kahler interviewt Chefarzt Prof. Kropp zur Diagnose PTBS. ©Asklepios Kliniken

Gerade für Angehörige von betroffenen Patienten ist die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung erstmal sehr schwer nachvollziehbar. Wie genau sind die Symptome? Welchen Veränderungen können krankheitsbedingt auftreten? Wie lässt sich das Krankheitsbild erfolgreich behandeln, welche Methoden werden eingesetzt?

Wir helfen Ihnen bei

  • Posttraumatischen Belastungsstörungen
  • Depressionen nach belastenden Lebensereignissen
  • im Rahmen von Traumafolge- und Persönlichkeitsstörungen auftretenden Depressionen

Auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot der Station 2.6

Mit unserem DBT-Konzept (DBT: Dialektisch-Behaviorale Therapie) unterstützen wir Sie dabei, nach der akuten Krise die Symptome zu lindern, ein Krankheitsverständnis zu entwickeln und die Erkrankung zu akzeptieren. Im Rahmen unserer stationären Behandlung bieten wir Ihnen ein sicheres therapeutisches Zuhause auf Zeit. Mit folgenden Verfahren beziehungsweise Angeboten helfen wir Ihnen:

  • Gruppentherapie
  • Skills-Training („skills“: „Fähigkeiten“) und eigenständige Skills-Gruppe
  • Sportangebote
  • kommunikative Bewegungstherapie
  • Ergotherapie (Training alltagspraktischer Fertigkeiten)
  • Angstbewältigungsgruppe
  • Entspannungsverfahren
  • Physiotherapie
  • sozialrechtliche Beratung und Hilfestellung

Für Sie da: DBT-Konzept Station 2.6

Wir bieten Menschen, die zusätzlich an einer Posttraumatischen Belastungsstörung vom Typ II (hierbei wurde die Störung nicht durch ein einmaliges belastendes Ereignis verursacht, sondern durch wiederholte beziehungsweise andauernde belastende Situationen) erkrankt sind, stationäre Hilfe auf unserer Station 2.6 an. Kürzlich akut traumatisierte Patienten erhalten eine optimale Behandlung auf der Station 5.1 (SERAS) im Asklepios Fachklinikum Teupitz (Tel.: 033766-66-134).

Das Vorgespräch

Das Vorgespräch mit Ihrem Bezugstherapeuten vor Beginn der Behandlung bietet eine sehr gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie auf unserer Station. Das Vorgespräch führen Sie mit einem unserer Ärzte/Psychologen. Dieser erste Kontakt bietet Ihnen die Möglichkeit, unsere Station und unser Therapeutenteam kennenzulernen und sich über das therapeutische Angebot ausführlich zu informieren. Zudem vereinbaren wir Behandlungsziele und -dauer sowie einen möglichen Aufnahmetermin mit Ihnen.

Themen des Vorgespräches sind:

  • aktuelle Symptomatik: insbesondere Ängste, Alltagseinschränkungen und Flashbacks (Wiedererleben der belastenden Situation, häufig verursacht durch einen sogenannten Schlüsselreiz)
  • sich aufdrängende Erinnerungen, Affekte und Stimmungen, Vermeidungsverhalten, aber auch Sucht, selbstverletzendes Verhalten, Suizidalität (Selbstmordgefahr), offene Strafverfahren und aggressive Impulse
  • soziale Situation
  • medikamentöse (Vor-)Behandlung sowie sonstige Vorbehandlungen und deren Ergebnisse
  • Behandlungsziele, Dauer der Behandlung
  • individuelle Ressourcen
  • Information über das Behandlungsangebot

Die Therapie verläuft meist in drei für Sie wichtigen Phasen:

Phase I:

  • Beziehungsaufbau, Vertrautheit- und Sicherheitsgefühl herstellen

Phase II:

  • Identifikation und Arbeit mit vorhandenen Ressourcen
  • Bearbeitung krankheitsbedingter Defizite und deren Folgen im Einzel- und Gruppensetting (Einzel- und Gruppengespräche), Alternativen fördern, emotional korrigierende Erfahrungen machen
  • Identifikation und Arbeit mit vorhandenen Ressourcen
  • Vermittlung eines Krankheitskonzeptes durch Aufbau stabiler therapeutischer Beziehungen
  • Vermittlung von Selbststabilisierungsstrategien zur Emotionsregulation
  • Stabilisierung nach Trauma
  • konfrontative Traumaarbeit

Phase III:

  • Integration/Erprobung neuer Erfahrungen
  • berufliche Wiedereingliederung/Neuorientierung, Wohnsituation klären, Nachsorgeplanung
  • gegebenenfalls Angehörigengespräche
  • Abschied

Wie ist unsere Station ausgestattet?

Unsere Station 2.6 befindet sich in einem liebevoll renovierten Altbau und ist auch für Patienten mit Handicap geeignet, da wir über einen Fahrstuhl verfügen.

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