Gruppenpsychotherapie bei Persönlichkeitsstörungen

Eigentlich sind Sie in der Schule, im Beruf oder im Dienst bisher gut zurechtgekommen. Aber in letzter Zeit häufen sich die Situationen, in denen Sie mit Kollegen und Vorgesetzten nicht mehr so gut auskommen, der Stress wird mehr, und Sie wissen nicht genau warum. Auch im Privatleben häufen sich die Tage, an denen „es einfach nicht gut läuft“. Warum das so ist, fragen nicht nur Sie selbst sich, sondern auch die anderen Menschen aus Ihrer Umgebung wie zum Beispiel der Partner, die Geschwister oder die Eltern. Es kann sein, dass Sie reizbarer, ärgerlicher, trauriger, aber auch ängstlicher geworden sind, ohne dass Sie sagen können, woran dies liegt. Dazu kommen gegebenenfalls Erlebnisse, die immer wieder „hochkommen“ und Sie frustrieren oder nicht verarbeitet worden sind. Im Alltag hat nicht jeder Verständnis für Sie, Hauptsache Sie funktionieren, so Ihr Eindruck.

Wenn Sie unter den zuvor geschilderten Problemen leiden, könnte es sein, dass bei Ihnen eine Persönlichkeitsstörung besteht. In unserer Klinik erhalten Sie kompetente Hilfe von erfahrenen Experten.

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Klinikinnenhof mit Blick zur Station 2.6

Zum Therapiekonzept der Station 2.6

Persönlichkeitsstörungen, die für die oben geschilderten Schwierigkeiten verantwortlich sein können,  sind häufiger als man denkt. Bis zu 5 % aller Erwachsenen in Deutschland können davon betroffen sein. Die Ursachen und das Erscheinungsbild der Erkrankung sind vielfältig. Eine fundierte Diagnostik durch erfahrene Psychologen und Ärzte, so wie sie in unserer Klinik erfolgt, ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Die meisten Symptome einer Persönlichkeitsstörung können wir gut therapieren. Selbst bei schwer verlaufenden Erkrankungen stehen uns heutzutage gut etablierte, spezifische psychotherapeutische Behandlungsverfahren zur Verfügung.

Persönlichkeitsstörungen können sich äußern durch:

  • zeitweise gedrückte oder verzweifelte Stimmung
  • häufige Auseinandersetzungen mit anderen Menschen
  • Wut, Aggressivität
  • ungewöhnlich starke Reaktionen gegenüber Mitmenschen
  • Anspannung und Unruhe
  • „Gefühlschaos“, stark wechselnde Gefühle
  • starke Reizbarkeit und Kränkbarkeit
  • Schuld- und Ohnmachtsgefühl
  • Selbstwert- und Selbstvertrauensverlust
  • Rückzug aus Beziehungen, aber auch Wunsch nach Beziehung
  • Suchtmittelmissbrauch und -abhängigkeit
  • zum Teil Appetit- und Gewichtsstörungen

Es ist wichtig, dass Sie die Symptome ernst nehmen und sich Hilfe suchen, wenn die Beschwerden nicht von allein wieder verschwinden. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie an ähnlichen Symptomen wie den zuvor geschilderten leiden, können Sie bei uns kompetente Hilfe und Unterstützung erhalten. Wir begleiten Sie auf Ihrem Weg, der zwar anstrengend sein kann, sich aber in der Regel lohnt. Das Ziel unserer erprobten und evidenzbasierten (auf empirischen Erkenntnissen beruhenden) Behandlungsverfahren ist eine bessere Lebensqualität.

Wir helfen Ihnen bei

  • jeder Form von Persönlichkeitsstörung, die aufgrund der damit verbundenen Einschränkungen im sozialen, familiären oder beruflichen Kontext so ausgeprägt ist, dass eine Therapie medizinisch indiziert ist
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung (diese zeichnet sich besonders durch Stimmungsschwankungen und eine wechselnde Beurteilung der Mitmenschen sowie der eigenen Person aus, oftmals einhergehend mit selbstverletzendem Verhalten)
  • posttraumatischer Belastungsstörung (verschiedene Symptome, die als Folge traumatischer Erlebnisse auftreten)
  • narzisstischer Persönlichkeitsstörung (Störung des Selbstwertgefühls, bei der nach außen hin meist ein starker Geltungsdrang besteht, das eigene Selbst innerlich jedoch häufig abgelehnt wird)
  • abhängiger Persönlichkeitsstörung
  • Suizidalität (auf die Selbsttötung ausgerichtete Gedanken und Handlungen) bei Persönlichkeitsstörungen
  • selbstverletzendem Verhalten bei Persönlichkeitsstörungen
  • dissoziativen Störungen (Störungen, die zum Beispiel mit einem Gedächtnisverlust, einem Gefühl des Getrenntseins von Körper und Seele oder sogenannten Persönlichkeitsspaltungen einhergehen) und Konversionsstörungen
  • Störungen der Impulskontrolle
  • ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) im Erwachsenenalter
  • Depressionen, auch im Rahmen von Traumafolge- und Persönlichkeitsstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen in Kombination mit Abhängigkeitserkrankungen
  • nicht-spezifischen, funktionellen und somatoformen Störungen (körperliche Beschwerden ohne organische Ursache)
  • Ess-, Zwangs- und Angststörungen

Auf Sie abgestimmt: unser Therapieangebot

Bei uns erhalten Patienten mit Persönlichkeitsstörungen ein speziell für sie zusammengestelltes Gruppentherapieangebot. In der akuten Krise ist es unser Ziel, Ihre Symptome zu lindern, außerdem unterstützen wir Sie dabei, ein Krankheitsverständnis zu entwickeln. Auch geht es in der Behandlung darum, langfristige Strategien zum besseren Umgang mit der Symptomatik zu finden, zu erproben und zu festigen sowie die Erkrankung und deren Folgen anzunehmen.

Unsere Station bietet zudem spezifische Behandlungsangebote für Patienten mit psychosomatischen, Angst- und depressiven Störungen. Häufig zusätzlich ausgeprägte Schwierigkeiten der Beziehungsgestaltung und der Emotions- sowie Spannungsregulation können bearbeitet und Verhaltensalternativen erprobt und ggf. geübt werden.

Im Gruppensetting werden die individuellen Fragestellungen der Patienten (z. B. Schmerzerleben) bearbeitet und gemeinsam Lösungsstrategien unter Zuhilfenahme von kognitiv-verhaltenstherapeutischen Interventionen sowie Ansätzen der Emotionsbezogenen Therapie erarbeitet. Zusätzlich werden entsprechend dem DBT-Behandlungskonzept der Station einzelne Module des Skills-Trainings angesprochen und Bausteine daraus individuell für die Problemlösung des jeweiligen Patienten genutzt.

Mit diesen Verfahren helfen wir Ihnen:

  • dialektisch-behaviorale Therapie nach M. Linehan (Form der kognitiven Verhaltenstherapie, die vor allem zur Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung angewandt wird)
  • Verhaltenstherapie (dient nicht in erster Linie der Ursachenerforschung, sondern der Vermittlung von speziellen Methoden zur Bewältigung der aktuellen Problematik), systemische Therapie (Schwerpunkt liegt auf dem sozialen Kontext, in dem sich die psychische Störung entwickelt hat, aus diesem Grund werden Familienangehörige häufig in die Behandlung einbezogen)
  • Gruppenpläne und individuelle Therapiepläne
  • Fertigkeitentraining
  • spezielle Gruppenprogramme: Problemlöse-Training (PLT) und Konkordanz-Therapiegruppe (körpernahe verhaltensorientierte Techniken)
  • Erprobung und Anwendung von Verhaltensalternativen
  • Pharmakotherapie (medikamentöse Therapie)
  • Ergotherapie (Training alltagspraktischer Fertigkeiten)
  • Aromapflege
  • Physiotherapie
  • Körperwahrnehmungsübungen
  • Entspannungsverfahren (PMR)
  • sozialpädagogische Beratung und Hilfestellung
  • Intervalltherapie (hierbei liegen Pausen zwischen den Behandlungsphasen)

Die Therapie bieten wir in festen Gruppen über 6 - 8 Wochen an.

Dialektisch-behaviorale Therapie

DBT-zertifizierte Station

Stationäre Therapie

Seit Jahren bieten wir Menschen, die unter einer Persönlichkeitsstörung leiden, kompetente Hilfe auf unserer darauf spezialisierten Station 2.6 an.
Wichtige Voraussetzungen, die die Patienten mitbringen müssen, um auf dieser Station behandelt werden zu können, sind:

  • Veränderungsmotivation bezüglich des eigenen Verhaltens
  • Absprachefähigkeit, Bereitschaft zur Kooperation im Gruppensetting
  • Fähigkeit zur Suchtmittelabstinenz (Verzicht auf das Suchtmittel)
  • Fähigkeit zur Selbststeuerung und Einsichtsfähigkeit
  • keine akute Suizidalität (Selbstmordgefährdung), die zur Unterbringung nach PsychKG führen müsste
  • keine akute Psychose

Vorgespräch

Vor Beginn der Behandlung führen wir mit den Betroffenen ein Vorgespräch, das eine wichtige Voraussetzung für die stationäre Aufnahme darstellt. Es dient unter anderem zur Indikationsprüfung (Indikation: sogenannte Heilanzeige) und zur Auftragsklärung. Im Rahmen des Vorgesprächs haben Sie auch erstmals die Möglichkeit, die Station und unser Therapeutenteam kennenzulernen und sich über Arbeitsschwerpunkte zu informieren. Zudem besprechen und vereinbaren wir mit Ihnen den Aufnahmetermin.

Themen des Vorgespräches sind:

  • Symptomatik: insbesondere auch Sucht, Essstörungen, selbstverletzendes Verhalten und  Suizidalität (Gedanken und Handlungen, die sich mit der Selbsttötung beschäftigen)
  • Fremdaggressivität, Impulskontrollstörung
  • Therapieauftrag: Was möchte ich ändern?

Weitere Informationen:

Auch unser Sozialdienst steht Ihnen unterstützend zur Seite. Ein besonderes Augenmerk legen die Mitarbeiter auf die gestufte Wiedereingliederung unserer Patienten am Arbeitsplatz. Hierbei arbeiten sie, Ihre Zustimmung vorausgesetzt, eng mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement verschiedener Betriebe zusammen.

Unser Team der Station 2.6  setzt sich aus Ärzten, Psychologen, Spezialtherapeuten und Pflegekräften zusammen, die über spezifische Zusatzausbildungen sowie Fort- und Weiterbildungen verfügen, um alle für Sie wichtigen Behandlungselemente richtig zu verknüpfen und wirksam werden zu lassen.

Wie ist unsere Station ausgestattet?

Unsere Station 2.6 befindet sich auf einem parkähnlichen Gelände. Sie ist in einem schön renovierten Altbau untergebracht und verfügt über freundliche Doppel- sowie einige Einzelzimmer. WC und Dusche sowie Kleiderschränke sind selbstverständlich in jedem Zimmer verfügbar. Die Stationen unserer Klinik sind auch für Patienten mit Handicap aufgrund der baulichen Gegebenheiten geeignet (Vorhandensein eines Fahrstuhls).

Weiterführende Informationen

Neu: Patientenbroschüre Persönlichkeitsstörungen

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge

Unser besonderes Augenmerk gilt der gestuften Wiedereingliederung unserer Patienten am Arbeitsplatz. Hierbei arbeiten wir, sofern der Betroffene zustimmt, eng mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement verschiedener Betriebe zusammen.

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