Gutartige Prostatavergrößerung (BPS, BPH)

Für Probleme beim Wasserlassen ist bei Männern in den meisten Fällen eine vergrößerte Prostata der Grund. Auch wenn dies allein noch lange kein bösartiger Befund sein muss, kann es dadurch doch oft zu Problemen wie abgeschwächtem Harnstrahl kommen oder zu unangenehmen Reizerscheinungen wie plötzlichem Harndrang, nächtlichem Wasserlassen oder ähnlichem.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Im Rahmen der Diagnosesicherung setzen wir in unserer urologischen Ambulanz moderne Ultraschallgeräte ein, um beispielsweise die Auswirkungen auf die Blase, die Nieren und – mit einem Spezialschallkopf – die Form, Größe und Abgrenzbarkeit der Prostata zu erkennen. So können wir Ihnen eine auf Ihre spezielle Situation zugeschnittene Therapieempfehlung hinsichtlich Ihrer Prostatavergrößerung geben und auch andere urologische Organe mitbeurteilen.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Die erste Behandlungsoption ist der Einsatz von Medikamenten: Verschiedene Substanzgruppen stehen zur Verfügung, die den Auslasswiderstand senken (zum Beispiel Alphablocker) oder das Prostatavolumen verkleinern (zum Beispiel 5-Alphareduktase-Inhibitoren, 5-ARI), und damit insgesamt die Dynamik der Blasenentleerung verbessern können.

Reicht diese Art der Behandlung – vielleicht auch nach einiger Zeit des Therapieerfolgs – nicht mehr aus, beraten wir Sie über die für Sie am besten geeignete Operationsmethode.

Eine der wichtigsten Behandlungsformen in der Urologie ist in diesem Zusammenhang die sogenannte transurethrale Resektion von Prostatagewebe (TURP). Diese Technik wurde vor fast 100 Jahren entwickelt und schrittweise modernisiert. Heute ist sie der Goldstandard bei der operativen Behandlung gutartiger Prostatavergrößerungen und mit einer extrem niedrigen Komplikationsrate verbunden.

Wir haben auch die Möglichkeit, eine technische Verfeinerung dieses Verfahrens anzuwenden, bei der das Prostatagewebe durch ein hochfrequenzinduziertes Plasma abgetragen wird: die sogenannte TURIS-Technik (bipolare Resektion und Vaporisation). Sie ist besonders blutungsarm.

Auch Laser-Verfahren kommen vermehrt zum Einsatz: Mit einem Hochleistungslaser führen wir die sogenannte ThuLEP durch (Thullium Laser Enukleation der Prostata). Damit können wir bei großen Prostatavergrößerungen durch die Harnröhre hindurch die drei einengenden Lappen der Prostata aus ihrer Kapsel in die Blase hinein ablösen und von dort mit einem speziellen Sauginstrument entfernen.

Unsere erfahrenen Chirurgen können so dasjenige Verfahren anwenden, das am besten zu Ihrer individuellen Gesamtsituation und zu der zuvor erfassten Prostatagröße passt.

Als eine der wenigen urologischen Abteilungen in Deutschland finden diese Operationen in einem vollintegrierten High-Tech-Endoskopie-Operationssaal statt (Endoalpha). In diesem nutzen wir Hochleistungsoptiken mit HD-Standard oder sogenannte Chip-on-the-tip-Technologie und können dadurch unseren Patienten einen besonders hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandard bieten.

Die stationäre Behandlung und Betreuung erfolgt nach standardisierten Abläufen, was nicht nur effizienzsteigernd ist, sondern auch Ihre Sicherheit erhöht. In der Regel können Sie am dritten Tag nach der Operation Ihre Blase bereits wieder ohne Katheter entleeren und am vierten Tag nach Hause entlassen werden.

Ergänzendes Behandlungsangebot - das UroLift-System

Als Alternative gibt es inzwischen das UroLift-System. Hierbei wird das Prostata-Gewebe nicht entfernt, sondern die Prostata durch kleine Implantate umgeformt und so auf minimalinvasivem Weg die Blockade der Harnröhre beseitigt - ohne Schneiden oder thermisches Erhitzen. Das Einbringen der sogenannten Anker, die das blockierende Prostatagewebe zur Seite drängen, erfolgt wie bei den vorbeschriebenen Verfahren über die Harnröhre.

Sowohl die Symptome als auch die Lebensqualität und der Harnfluss verbesserten sich laut Studien schnell und blieben über mindestens zwei Jahre stabil, wobei nur bei 7,5 % der Männer, die mit dem UroLift-System behandelt wurden, weitere BPH-Behandlungen durchgeführt werden mussten. Während die mit der Harnröhre verbundenen Symptome effektiv behandelt werden konnten, war kein einziger Patient vom Verlust der ejakulatorischen oder erektilen Funktion infolge der Behandlung betroffen.

Um einen optimalen Behandlungserfolg zu gewähren, muss im Vorfeld eine Überprüfung erfolgen, ob der Patient für das Verfahren geeignet ist.

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