Hernien - Brüche

Als „Hernien“ beziehungsweise „Brüche“ werden Ausstülpungen der Baucheingeweide in angeborene oder erworbene Lücken durch die tragenden Schichten der Bauchwand bezeichnet. Alle Formen von Hernien behandelt unser Team mit umfassender Fachkenntnis und viel Erfahrung – bei uns können Sie sich sehr gut aufgehoben fühlen.

Wir helfen Ihnen

Hernien entstehen durch Schwachstellen in der Bauchwand. Ein erhöhter Bauchinnendruck oder kurzfristige starke Beanspruchung (starker Husten) kann ein Auseinanderweichen der Bauchwandschichten (die dann als Bruchpforte bezeichnet werden) begünstigen und so zur Entstehung eines Bruches beitragen.

Als Bruchsack bezeichnet man die Ausstülpung des gleitenden Bauchfells mitsamt seinem Bruchinhalt durch die Bruchpforte.

Meist wird ein Teils des großen Netzes  in den Bruchsack verlagert. Prinzipiell können jedoch alle frei beweglich Organe des Bauchraums in den Bruchsack gelangen (Dünndarm, Dickdarm, Magen, Eierstock, Harnblase etc.). Zudem kann sich auch Flüssigkeit ansammeln.

Prinzipiell besteht bei jeder Hernie die Gefahr, dass es zu einer Einklemmung (Inkarzeration) des Bruchsackinhaltes kommt. Sollten sich im Bruchsack Darmanteile befinden, kann die Durchblutung des Darms gestört werden und eine unter Umständen lebensbedrohliche Bauchfellentzündung hervorrufen. In solchen Fällen ist eine unverzügliche Notfalloperation erforderlich, welche mit der Anlage eines künstlichen Darmausgangs einhergehen kann. Typisch sind jedoch eine Reizung des Bruchsackes von umliegenden Nerven oder Einklemmen von Netzanteilen, was häufig mit starken Schmerzen in Ruhe oder bei Belastung verbunden ist.

Von einer Behandlung mit Bruchbändern ist abzuraten, da sie durch den stetigen Druck zu einer Verschlechterung der Haut im Bereich des Bruches und zu einer Rückbildung der Muskulatur führen. Beides wirkt sich nachteilig auf die spätere operative Versorgung aus, da sich Brüche niemals von selbst zurückbilden können.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Bruchpforte: Hernien entstehen durch Schwachstellen in der Bauchwand. Ist der Bauchinnendruck erhöht oder die Bauchwand kurzfristig stark beansprucht, etwa bei starkem Husten, kann dies begünstigen, dass die Bauchwandschichten auseinanderweichen (Bruchpforte)  und ein Bruch entsteht.

Bruchsack: Hiermit bezeichnet man die Ausstülpung des gleitenden Bauchfells mitsamt seinem Bruchinhalt durch die Bruchpforte.

Bruchinhalt: Meist wird ein Teil des großen Netzes (Omentum majus) in den Bruchsack verlagert. Allgemein können jedoch alle frei beweglichen Organe des Bauchraums in den Bruchsack gelangen wie der Dünndarm, der Dickdarm, der Magen, die Eierstöcke und die Harnblase. Außerdem kann sich Flüssigkeit ansammeln.

Prinzipiell besteht bei jeder Hernie die Gefahr, dass eine Einklemmung des Bruchsackinhalts (Inkarzeration) auftritt. Befinden sich im Bruchsack Darmanteile, kann die Durchblutung des Darms gestört werden. Unter Umständen ruft dies eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung hervor. In solchen Fällen ist eine sofortige Not-Operation erforderlich, die mit der Anlage eines künstlichen Darmausgangs einhergehen kann. Typisch sind jedoch eine Reizung des Bruchsacks von umliegenden Nerven oder das Einklemmen von Netzanteilen, was häufig zu starken Schmerzen in Ruhe oder bei Belastung führt.

Unsere Mediziner raten davon ab, mit Bruchbändern zu behandeln, da sie durch den stetigen Druck die Haut im Bereich des Bruchs verschlechtern und zu einer Rückbildung der Muskulatur führen. Beides wirkt sich nachteilig auf die spätere operative Versorgung aus, da sich Brüche nicht von selbst zurückbilden können.

Ziel jeder Hernienoperation ist es für uns, die Bauchwand möglichst stabil zu rekonstruieren (wiederherzustellen). Dies kann entweder als direkte Naht durch eine offene Operation erfolgen oder wir verwenden ein Kunststoffnetz, welches wir sowohl durch ein offenes Verfahren als auch durch die sogenannte Schlüsselloch-Technik (laparoskopisch, ohne große Schnitte) einsetzen können. Um das bestmögliche Verfahren für unseren Patienten auszuwählen, berücksichtigen wir mehrere Gesichtspunkte: die Größe der Bruchpforte etwa und die Beschaffenheit des Gewebes, aber auch das Alter unseres Patienten und weitere individuelle Faktoren.

Dass ein Bruch erneut auftreten kann (Rezidiv), ist nach wie vor ein Problem in der Hernienchirurgie. Laut medizinischer Fachliteratur liegt das Risiko bei bis zu 20 %. Patienten, deren Hernien mit Direktnaht versorgt wurden, sind dabei einer etwas größeren Gefahr ausgesetzt. Bei der Versorgung von Rezidivbrüchen ist eine Netzimplantation unumgänglich. Dies hat für Patienten nicht nur den Vorteil, dass sie früher wieder körperlich belastbar sind, es treten auch seltener Rezidive auf.

Selbstverständlich beraten wir Sie gerne über die für Sie am besten geeignete Operationsmethode und wir stimmen diese gemeinsam mit Ihnen ab.

Leistenbruch

Leistenhernien bei Männern entstehen in der frühkindlichen Entwicklung, wenn der Hoden aus der Bauchhöhle in den Hodensack wandert. Hier kommt es zu einer Schwachstelle, die das Auftreten von Brüchen begünstigt. Diese Aussackung kann sich unvollständig zurückbilden (offener Processus vaginalis) und einen sogenannten indirekten Leistenbruch verursachen. Diese Variante tritt häufig bei Kindern auf. Außerdem gibt es sogenannte direkte Leistenbrüche. Beide Formen können beträchtliche Ausmaße annehmen und bis in den Hodensack hineinreichen. Symptome können bewegungsabhängige Schmerzen der Leisten sein, möglicherweise mit Ausstrahlung in Oberschenkelinnenseite und Hoden. Meist fällt der Bruch durch eine Leistenschwellung im Vergleich mit der Gegenseite auf. Sollten Sie solche Auffälligkeiten feststellen, empfehlen wir Ihnen, sich bei einem Arzt Ihres Vertrauens vorzustellen.

Um Patienten optimal operativ zu versorgen, bieten wir mehrere Verfahren an.

Offene Operation

Bei offenen Operationen setzen unsere erfahrenen Chirurgen einen Schnitt in der Leiste, stellen die Bruchlücke mit Bruchsack bildlich dar, schieben sie in den Bauchraum zurück und verschließen sie darüber wieder. Je nach Befund verbinden wir entweder mittels direkter, verstärkender Naht die einzelnen Schichten der Bauchwand (Operation nach Shouldice) oder wir nähen ein Kunststoffnetz ein (Operation nach Lichtenstein). Bei großen, bis in den Hodensack reichenden Brüchen bevorzugen wir das offene Verfahren mit Netzeinlage.

TEP (Totale Extraperitoneale Hernioplastik)
Bei der TEP bringen wir zwischen dem geraden Bauchmuskel und der über dem Bauchfell (Peritoneum) gelegenen Schicht (Fascia transversalis) über 3 kleine Schnitte unter Kamerasicht ein Netz ein. Dadurch wird verhindert, dass sich der Bruch erneut in den Leistenkanal ausstülpt.

TAPP (Transabdominale Präperitoneale Hernioplastik
Bei der TAPP führen unsere Spezialisten über kleine Schnitte eine winzige Spezialkamera in die Bauchhöhle ein und präparieren das Bauchfell. Anschließend bringen sie zwischen dem Bauchfell und der darüberliegenden Schicht (Fascia transversalis) das Netz ein und schlagen das Bauchfell wieder zurück. Bei diesem Vorgehen wird das Netz also eine Schicht tiefer eingebracht als bei der oben beschriebenen TEP. Damit lässt sich ebenfalls vermeiden, dass sich ein Bruch erneut ausstülpt.

Nach einer minimalinvasiven (keine großen Schnitte erfordernden) Leistenhernien-Operation (TEP oder TAPP) empfehlen unsere Experten eine den Beschwerden angepasste Belastungs- und Sportpause. Patienten sollten das Heben und Tragen schwerer Lasten für 3 Wochen vermeiden, nach einer offenen Operation nach Lichtenstein für etwa 3 Monate.

Schenkelbruch

Ein Schenkelbruch tritt – anders als die Leistenhernie – nicht durch den Leistenkanal, sondern unterhalb des Leistenbandes durch die sogenannte Lacuna vasorum. Diese begrenzt den Übertritt von Gefäßen und Nerven aus dem Bauchraum in den Oberschenkel. Diese Bruchform ist häufiger bei Frauen anzutreffen und durch die anatomischen Gegebenheiten und spezifischen Bewegungen meist deutlich schmerzhafter. Bei Männern geht einer Schenkelhernie häufig eine offene Leistenhernien-OP voraus. Zudem ist das Risiko einer Einklemmung deutlich erhöht, was zu oft lebensbedrohlichen Zuständen führt, die eine Notfalloperation erfordern.

Die operative Versorgung einer Schenkelhernie ist dringend anzuraten. Wie bei der Leistenhernie können wir hier zwischen einem offenen Verfahren und der sogenannten Schlüsselloch-Technik (laparoskopisch) wählen, wobei letztere Methode grundsätzlich zu bevorzugen ist (siehe Leistenhernie).

 

 

Nabelbruch

Nabelbrüche können angeboren sein oder erworben werden. Erwachsene leiden überwiegend an einer erworbenen Form. Bei Frauen treten Nabelbrüche häufig nach Schwangerschaften auf. Der Nabel ist oft vorgewölbt, was als kosmetisch störend empfunden wird. Auch kleine Nabelhernien können bei Einklemmung eines Netzzipfels sehr stark schmerzen. Zudem besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Darmeinklemmung, die eine Notoperation erforderlich macht. Auch auf solch einen Ernstfall sind wir medizinisch bestens vorbereitet.

Wir wählen das für Sie passende Operationsverfahren – abhängig von der Bruchgröße, der Gewebebeschaffenheit und weiteren, individuellen Faktoren – und stimmen dieses mit Ihnen ab. Prinzipiell bevorzugen wir bei kleinen Brüchen, also wenn die Bruchpforte kleiner als 2 Zentimeter groß ist, eine Direktnaht. Größere Brüche können ein Kunststoffnetz erfordern, beispielsweise in Sublay- oder Onlay-Technik. Detaillierte Informationen hierzu finden Sie im Kapitel „Narbenbruch“.

Epigastrischer Bruch

Beim epigastrischen Bruch befindet sich die Bruchlücke zwichen Brustbein und Nabel entlang der sog. Linea alba. Bei kleinen, symptomatischen Brüchen, welche häufig erst spät diagnostiziert werden,  kommen differentialdiagnostisch auch andere Ursachen von Oberbauchschmerz in Frage (Magen-/Darmgeschwüre, Gallen(blasen)entzündungen, Magensäurereflux, Magenschleimhautentzündung, u.a.).  Die operative Versorgung erfolgt in Abhängigkeit der Größe als Direktnaht oder mittels Einnaht eines Kunststoffnetzes bei größeren Brüchen.

Narbenbruch

Nach Bauchoperationen bildet sich bei durchschnittlich jedem zehnten Patienten ein Bruch im Bereich der Operationsnarbe. Diese Narbenbrüche entstehen aufgrund der zu geringen Festigkeit des Narbengewebes der Bauchdecke. Das Risiko ist insbesondere erhöht nach Wundheilungsstörungen, nach mehrfachen Eingriffen, bei Vorerkrankungen wie Diabetes (Zuckerkrankheit) oder aufgrund der Einnahme bestimmter Medikamente. Da diese Brüche teilweise erhebliche Ausmaße annehmen können, müssen unsere Mediziner mitunter eine komplexe Rekonstruktion der Bauchdecke vornehmen.

Kleinere Narbenbrüche, die höchstens 4 cm groß sind, können unsere Operateure mittels offener Technik der Direktnaht (Stoß auf Stoß) verschließen. Dann aber besteht ein hohes Risiko für einen erneuten Narbenbruch (Rezidiv). Bevorzugt legen unsere Fachärzte daher ein Kunststoffnetz ein, wofür ihnen mehrere Techniken zur Verfügung stehen:

IPOM (Intraperitoneales Onlay Mesh): Bei diesem Verfahren bringen wir mittels einer Bauchspiegelung ein speziell beschichtetes Kunststoffnetz über dem Bruch ein. Die Beschichtung verhindert, dass es mit den Baucheingeweiden verklebt. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die Wundfläche kleiner ist, da unsere Operateure minimalinvasiv mit kleinen Schnitten (sogenannte Schlüsselloch-Technik) vorgehen. Allerdings können ausgedehnte Verwachsungen mit der Bauchdecke dieses Vorgehen stark erschweren oder gar unmöglich machen.

Sublay: Bei dieser Technik bringen wir das Kunststoffnetz im Raum vor dem Bauchfell auf dem hinteren Blatt der Rektusscheide (Muskelhülle) und der Fascia transversalis (Teil der Bauchwand) ein. Dieses Verfahren setzt ein intaktes Bauchfell voraus.

Onlay: Hierbei wird das Netz auf dem vorderen Blatt der Bauchwandfaszie (beispielsweise vordere Rektusscheide) positioniert und dient somit als Verstärkung der eigentlichen Naht. Dieses Verfahren setzt voraus, dass die Naht der Bruchränder stabil ist.

Liegt ein künstlicher Darmausgang (Stoma) vor, kann im Bereich der Durchtrittsstelle des Darms durch die Bauchdecke ebenfalls ein Bruch auftreten (parastomale Hernie). Diesen können unsere Mediziner bei der Rückverlagerung eines Stomas versorgen oder in offener oder laparoskopischer Technik mit Netzeinlage beheben.

Um das Risiko eines erneuten Bruchs weitestgehend zu verringern, dürfen Patienten in den ersten Wochen nach der Operation keine schweren Lasten heben. Raucher sollten zudem den Nikotinkonsum möglichst einstellen und bei Übergewicht  ist eine Diät empfehlenswert.

Zwerchfellbruch

Ein Zwerchfellbruch weist, anders als die anderen Hernien, keinen Bruchsack auf. Hier kommt es an der Durchtrittsstelle der Speiseröhre durch das Zwerchfell zu einem Bruch, ohne dass sich das Bauchfell ausstülpt. Infolgedessen können sich Magen- beziehungsweise Darmanteile in den Brustkorb verlagern (Hiatushernie). Bei etwa 75 % aller Zwerchfellbrüche liegt eine axiale Hernie vor. Dann „gleitet“ der Mageneingang durch die Durchtrittsstelle der Speisröhre, weil diese zu weit oder der Winkel zwischen Mageneingang und Speiseröhre (His-Winkel) zu groß ist. Betroffene klagen über Sodbrennen, Schluckbeschwerden und Schmerzen hinter dem Brustbein. Auch zu Atemnot kann es kommen, wenn sich der Magen in den Brustkorb verlagert. Häufig tritt ein Zwerchfellbruch zudem gemeinsam mit Gallensteinen und einer Ausstülpung der Darmwand (Divertikulose) auf.

Schlägt eine medikamentöse Therapie bei symptomatischem Zwerchfellbruch nicht an, können unsere Spezialisten operative Verfahren anbieten: eine Einengung der Zwerchfellöffnung (Hiatoplastik), eine Fixierung des Magens am Zwerchfell (Fundopexie) oder eine Anti-Reflux-Plastik (Fundoplikatio). Bei Bedarf können wir diese Verfahren kombiniert einsetzen. Dabei arbeiten wir in der Regel ebenfalls minimalinvasiv, also ohne große Schnitte.

Das für Sie angeratene Vorgehen besprechen wir im Vorfeld ausführlich mit Ihnen. Bitte scheuen Sie sich nie, unseren Experten ihre Fragen zu stellen – wir möchten mögliche Unklarheiten beseitigen, damit sie beruhigt Ihre Behandlung antreten können.

 

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