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Koronare Herzerkrankung und Herzinfarkt

In Deutschland leiden 2,34 Mio. Frauen und 3,16 Mio. Männer an koronarer Herzkrankheit (KHK). Viele wissen nicht, dass sich diese Erkrankung bei ihnen entwickelt hat. Die koronare Herzkrankheit entsteht durch Ablagerung in den Wänden der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose), die das Herz mit Blut versorgen. Sie entwickelt sich über Jahre und Jahrzehnte in einem schleichenden Prozess und bleibt lange unbemerkt. Im Laufe der Zeit bilden sie Plaques, die die Herzkranzgefäße verengen und die Durchblutung des Herzens behindern. Beschwerden (Brustschmerzen, Atemnot) treten meist erst auf, wenn ein Herzkranzgefäß zu 2/3 verstopft ist. 80- bis 90 % der koronaren Herzerkrankung sind auf den heutigen Lebensstil zurückzuführen: Falsche Ernährung, zu viel Kalorien, zu viel Fett, zu viel Zucker, zu wenig Bewegung, Rauchen, Stress.

Der heutige Lebensstil führt zur Ausbildung von Risikofaktoren, unterscheidet beeinflussbare und nicht beeinflussbare Risikofaktoren. Beeinflussbare Risikofaktoren sind Rauchen, hoher Blutdruck, Bewegungsmangel, Fettstoffwechselstörungen (Cholesterin), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Stress.  Nicht beeinflussbare Risikofaktoren sind Alter, genetische Veranlagung, Geschlecht.

Es gibt verschiedene Formen der koronaren Herzkrankheit, die stabile Angina pectoris, die Beschwerden treten nur bei Belastung auf und die instabile Angina pectoris, die Beschwerden treten in Ruhe auf. Aus der instabilen Angina pectoris entwickelt sich der Herzinfarkt. Ein Herzinfarkt entsteht, wenn eine Plaque aufreißt, sich an dieser Stelle ein Blutgerinsel bildet und das Gefäß verschließt.

Wie erkennt man die stabile Angina pectoris?

Angina-pectoris-Beschwerden treten meist erst auf, wenn ein Herzgefäß mehr als 70 % verengt ist. Typische für eine koronare Herzkrankheit sind Druck, Engegefühl oder Schmerzen in der Brust, die mit Atemnot einhergehen können. Atemnot kann auch allein auftreten. Schmerz und/oder Atemnot treten unter Belastung auf, wenn das Herz mehr Sauerstoff benötigt und verschwinden, wenn die Belastung aufhört. Stabile Angina-pectoris-Schmerzen können in Arme, Schulterblätter, Hals, Unterkiefer und Oberbauch ausstrahlen.

Je früher die koronare Herzerkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser ist die Prognose. Die stabile Angina pectoris wird gefährlich, wenn die Intensität, Dauer und Häufigkeit der Schmerzanfälle zunimmt, dann ist die schnelle Abklärung notwendig, um einen Herzinfarkt zu verhindern. Wenn die Brustschmerzen bei minimaler Belastung oder in Ruhe auftreten, dann kann der Herzinfarkt unmittelbar bevorstehen, das nennt man instabile Angina-pectoris-Symptomatik.

Das Belastungs-EKG ist das wichtigste und am weitesten verbreitete Verfahren, um eine koronare Herzkrankheit zu erkennen. Da bei der stabilen Angina pectoris in Ruhe keine Beschwerden auftreten, hilft das EKG in Ruhe nicht weiter. Aussagekräftig ist dann nur das Belastungs-EKG. Die Aussagefähigkeit des Belastung-EKG ist jedoch beschränkt, z. B: Bei typischen Beschwerden ist ein unauffälliges Belastungs-EKG keine Entwarnung. Bei Frauen ist ein auffälliges Belastung-EKG oft falsch positiv. Deshalb werden häufig weitere Untersuchungen nötig. Zum Beispiel die Stressechokardiographie zeigt das Nachlassen der Pumpkraft des Herzens unter Belastung in den Herzbereichen, in denen Engstellen der Kranzgefäße vorliegen. Eine alternative Untersuchungsmethode ist die Myokardszintigraphie sowie die Herzstress-MRT-Untersuchung.

Eine Gewissheit  verschafft jedoch nur die Herzkatheteruntersuchung. Diese zeigt deutlich eine Engstelle in der linken Herzkranzarterie auf. Mit Hilfe von Kathetertechnik werden Engstellen in den Herzkranzgefäßen aufgedehnt und durch filigrane Metallgitter (Stents) gestützt. Diese werden bei akuten Beschwerden bei Herzinfarkt, instabiler Angina-pectoris-Symptomatik eingesetzt.

Bei chronischen Beschwerden, wenn die Medikamente nicht mehr ausreichend helfen, wenn kritische Veränderungen in den Herzkranzgefäßen die Durchblutung großer Bereiche des Herzmuskels gefährden, wird ebenfalls eine Herzkatheteruntersuchung bzw. eine Aufdehnung von Engstellen durchgeführt.

Der Herzkatheter wird von der Leistenbeuge, dem Handgelenk oder selten der  Ellenbeuge über die Arterien zum Herzen geschoben. Mit Hilfe von Kontrastmittel werden die Herzkranzgefäße dargestellt. Die Behandlung gelingt mit modernen Stents in 95 % der Fälle. Die Sterblichkeit beim Eingriff liegt bei 0,3 %. Komplikationen sind Auslösen eines Herzinfarktes (1 – 2 %), Auslösen von Rhythmusstörungen und Komplikationen an der Punktionsstelle (3 %). Für den Erfolg der Stenttherapie ist entscheidend, dass die Verklumpung von Blutplättchen, die zu Thrombosen führt, verhindert wird. So ist die lückenlose Anwendung von Blutplättchenhemmern wie Acetylsalicylsäure und Clopidogrel notwendig.

Alarmzeichen

Alarmzeichen für einen Herzinfarkt sind schwere, länger als 5 min anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer, Oberbauch ausstrahlen können.

Starkes Engegefühl, heftiger Druck, Brennen im Brustkorb, Atemnot – begleitet von Übelkeit, Brechreiz, Angst, Schwächegefühl, auch ohne Schmerz, evtl. Bewusstlosigkeit, blasse fahle Gesichtsfarbe, kalter Schweiß, ausgeprägte Atemnot, nächtliches Erwachen mit Schmerzen im Brustkorb ist ein besonderes Alarmzeichen.

Achtung, bei Frauen sind Atemnot, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch, Brechreiz,  Erbrechen häufiger als bei Männern alleinige Alarmzeichen.

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