Seelsorge

Die Krankenhausseelsorge ist ein offenes Angebot für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter. Wenn Sie in einer schwierigen Situation Begleitung benötigen, ist unsere Seelsorge für Sie da - ganz unabhängig von Ihrer Religionszugehörigkeit.

Wir sind für Sie da

Eingang zur Lukaskirche

Sie sind als Patientin, Patient oder Angehörige in dieses Krankenhaus gekommen und erhoffen sich Hilfe und Heilung. Im Verlauf Ihres Aufenthaltes können Lebens– und Glaubensfragen auftauchen, die Sie bewegen.

Als Seelsorgerinnen und Seelsorger sind wir für Sie da. Wir haben Zeit für Sie. Zeit zum Zuhören, Zeit zum Reden. Wenn Sie mögen.

Sie können selbst auf uns zukommen. Sie können uns über die Station benachrichtigen lassen. Dann besuchen wir Sie.

Sie haben auch die Möglichkeit, Abendmahl und Kommunion zu empfangen, an Gottesdiensten und Gesprächsgruppen teilzunehmen.

Das kann heilsam sein und helfen, sich neu für den Glauben zu öffnen.

Dazu laden wir Sie ein!

Lukaskirche

Altar der Lukaskirche

Wir laden Sie ein in die Lukaskirche - Ein Ort der Stille, Besinnung und Orientierung.

Gottesdienst-

evangelisch, katholisch und ökumenisch

Sonntags 09:30 Uhr

Glaubensgesprächskreis

zu einem Bibelwort oder einem Glaubensthema

Dienstags 18:00 Uhr

Psalmgebet

10 Minuten Besinnung und Gebet

Freitags 11:30 Uhr

Persönliche Gespräche, Seelsorgliche Begleitung

nach Vereinbarung

Ansprechpartner

Bei uns ist ein ökumenisches Team aus evangelischen und katholischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern für Sie da:

  • Frau Pastorin Gundula Bondick, Tel.: (0551) 402 28 80
  • Herr Pastoralreferent Wolfgang Friedl, Tel.: (0551) 402 28 81
  • Frau Pastorin Wiese, Tel.: (0551) 402 28 82
  • Herr Pastor Wolf-Friedrich Merx, Tel.: (0551) 402 28 83

Auf ein Wort...

Die Lukaskirche

Neulich auf einem Bahnsteig: Ich stand ziemlich nahe an der Treppe, die aus der Unterführung zu den Zügen führte. Der Zug musste jeden Moment einlaufen. Es regnete. Die Treppe herauf stolperte ein Betrunkener, die Bierflasche in der Hand. Irgendetwas redete er vor sich hin. Dann wankte er auf mich zu, blieb vor mir stehen. Mit seiner Flasche tippte er gegen meine Brust und fragte: "Glaubst du an Gott?" Darauf war ich nicht gefasst.

Nachmittags auf einem regennassen Bahnsteig. Und der Zug konnte jeden Augenblick einlaufen. Ich hatte kein Bedürfnis, mit einem fremden Betrunkenen zu sprechen. Und dann diese Frage. Sollte das ein Witz sein? Ich wollte nicht  antworten. Es war mir einfach zu peinlich. Aber sein Gesicht war mir so nahe, dass ich nicht ausweichen konnte.

Ich antwortete dann doch, unüberlegt und spontan. Ich sagte nur: "Ja!" Eigentlich wollte ich noch weiterreden, ihm erklären, wie ich zu dieser Antwort komme. Wahrscheinlich hatte ich Angst vor seiner Reaktion, dass er antworten würde: "Na, dann zeig ihn mir mal!" Aber er wollte gar keine Erklärung. Er sagte nur - und das überraschte mich zum zweiten mal: "Mensch, du hast's gut."

Erst in diesem Augenblick sah ich ihn  richtig. Sein Gesicht war müde, kaputt. Seine Frage war kein Witz, sondern ein Ausdruck der Resignation. Jetzt ahnte  ich, was er mir sagen wollte. Aber ich konnte nicht mehr reagieren. Im nächsten Moment war er von der Menschenmenge weggespült.

Er hatte mich nach Gott gefragt. Und ich hatte nicht gehört, was er damit  meinte. Erst später fiel mir ein, dass nicht etwa in meiner Antwort, sondern in  seiner Frage Gott selbst war, nämlich in dieser unausweichlichen Herausforderung, einem resignierten Menschen ins Gesicht zu sehen. Da
ist die Stimme Gottes. Ich hoffe, aufmerksamer zu werden für die Gesichter der Menschen, die mich ansprechen und sei es auf Bahnhöfen. Er hatte behauptet, ich hätte es gut, wenn ich an Gott glaubte. Vielleicht  meinte er damit etwas, das ihm fehlte, nämlich: Mut haben zum Leben, einen Grund haben, der uns trägt, wenn das Leben uns fertig macht.

Ich konnte für ihn nichts tun. Aber er hat mir neu bewusst gemacht, was wir  sehr leicht überspielen: Es ist nicht selbstverständlich, wenn es uns gut geht, und es bedeutet viel, wenn wir glauben können.

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