Thoraxchirurgie

Zur Thoraxchirurgie gehört die Vorsorge und und die postoperative Behandlung chirurgischer Erkrankungen und Fehlbildungen:

• der Lunge,
• der Pleura (Brustfell),
• des Bronchialsystems,
• des Mediastinums und
• der Thoraxwand.

Häufig wird sie zur Diagnose oder Behandlung eines Tumors eingesetzt. Viele der Eingriffe werden in unserer Klinik videoassistiert durch minimal-invasive Operationstechniken durchgeführt (Thorakoskopie). Dafür sind nur kleine Hautschnitte nötig. Der Vorteil für die Patienten: die Belastungen sind geringer, es treten weniger Komplikationen auf und die Erholung nach der Operation geht schneller im Vergleich zu offenen Operationen.
Manche Eingriffe müssen nach wie vor als Thorakotomie, also mit Eröffnung des Brustkorbs, durchgeführt werden.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Die Basis für die weiterführende Diagnostik bildet bei allen Krankheitsbildern das persönliche Gespräch zwischen Ihnen und unseren Fachärzten. Hierbei erläutern Sie Ihre Krankheitsgeschichte, Ihre Symptome und Ihre Beschwerden. Besondere Wichtigkeit haben hier bereits vorliegende Röntgenbilder oder andere Untersuchungsergebnisse, die wir genauestens mit Ihnen besprechen. Für etwaige zusätzliche Diagnosestellungen sind an unserer Klinik oder in Kooperation zudem alle modernen Untersuchungstechniken verfügbar. Dazu zählen unter anderem:

  • Lungenfunktion, Bodyplethysmographie (Messung der Funktion der Lunge und des Gasaustausch)
  • Bronchoskopie (Spiegelung der Luftwege)
  • Computertomografie (computergestütztes Röntgenverfahren für Schnittbilder)

Entsprechend Ihres Krankheitsbildes werden diese Untersuchungstechniken vor jeder Operation individuell eingesetzt.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Lungenmetastasen/Lungentumore

Die Behandlung von unklaren Raumforderungen der Lunge erfolgt in enger Kooperation von Pulmologen, Strahlentherapeuten und Thoraxchirurgen. Bei unklaren Raumforderungen der Lunge ist die minimal-invasive Probenentnahme ohne die unnötige Entfernung von Lungengewebe die Methode der Wahl.

Bei Verdacht auf einen bösartigen Lungentumor kann in vielen Fällen die minimal-invasive Entfernung des tumortragenden Lungenlappens und der dazu gehörenden Lymphknoten erfolgen. Hierbei informieren wir Sie stets über die therapeutischen Maßnahmen und diskutieren ausführlich die möglichen Alternativen zu einem operativen Eingriff.

Pleuraempyem

Am häufigsten entsteht das so genannte Pleuraempyem (gutartige Ansammlung von Eiter um die Lunge) als Folge einer Lungenentzündung. Die Lunge kann sich dann nicht mehr ausreichend ausdehnen. Viele Patienten beklagen Atemnot begleitet von immer wieder auftretendem Fieber. Die Entfernung der Eiteransammlungen ist sehr häufig minimal-invasiv möglich, so dass die Patienten nach der Operation nicht nur deutlich besser „durchatmen“ können sondern auch schnell wieder belastbar sind.

Pleuraerguß

Als Folge bösartiger Erkrankungen der Lunge und des Rippenfells oder von Erkrankungen des Herzens kann es zu einer wiederkehrenden Ansammlung von Flüssigkeit im Brustraum kommen (Pleuraerguß). Hier führen wir durch kleinste Zugänge am Brustkorb entweder eine Verödung des Pleuraspaltes oder eine Implantation eines Katheters durch, über den die angesammelte Flüssigkeit geplant abgelassen werden kann. Hierdurch werden die sonst häufig notwendigen wiederholten Punktionen des Brustkorbs vermieden, die einerseits ein Infektionsrisiko für den Patienten bedeuten, andererseits bedeuten sie eine Belastung für den Patienten.

Pneumothorax

Beim Pneumothorax handelt es sich um eine Luftansammlung um die Lunge herum, dies führt auf Dauer zum Zusammenfall der Lunge und entsprechender Atemnot. Ursachen sind bei jungen Patienten häufig gutartige Blasenbildungen im Lungenoberlappen, die spontan platzen können. Weiterhin kann der Pneumothorax spontan oder als Folge verschiedener Lungenerkrankungen auftreten. In fast allen Fällen kann die Behandlung minimal-invasiv erfolgen und dadurch das Risiko eines erneuten Pneumothorax deutlich gesenkt werden

Hyperhidrosis (vermehrtes, krankhaftes Schwitzen an Händen und Achselhöhlen)

Die Ursache des Schwitzens ist eine Fehlfunktion des so genannten autonomen Nervensystems (nicht unserem Willen unterworfen). Nach entsprechender Diagnostik durch einen Facharzt für Dermatologie (Hauterkrankungen) kann bei Vorliegen einer entsprechenden Indikation auf minimal-invasivem Weg diese Erkrankung im Rahmen einer Spiegelung des Brustkorbs sehr gut behandelt werden. Vielen Patienten ermöglicht dieser Eingriff eine völlig neue Lebensqualität.

Pleuramesotheliom

Das Pleuramesotheliom ist ein seltener Tumor des Rippenfells (Pleura), der durch Asbest oder Erionit (Stein, der hauptsächlich in ländlichen Regionen der Türkei zum Hausbau verwandt wird) ausgelöst wird. Die Behandlung erfolgt in enger Abstimmung zwischen Pulmologie, Chirurgie und Strahlentherapie. Bei Vorliegen einer Indikation zur chirurgischen Behandlung erfolgt eine kombinierte Therapie aus Entfernung der zuckergußartigen Tumorauflagerungen auf der Lunge und dem Rippenfell sowie einer Spülung des Brustkorbs mit einer Chemotherapielösung.  

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge

In Abhängigkeit von der Ausdehnung des operativen Eingriffes ist eine postoperative Nachbehandlung auf unserer modernen Überwachungsstation notwendig. Wir begleiten Sie eng während Ihres gesamten stationären Aufenthaltes und besprechen mit Ihnen die durchgeführten Maßnahmen. Meist können die eingebrachten Drainagen zügig aus dem Brustkorb entfernt werden, so dass Sie schnell wieder mobil sind. Eine spezialisierte Schmerztherapie unter Begleitung unseres Schmerzdienstes ist unverzichtbarer Bestandteil unserer Behandlung.

Hohe Priorität am Tag Ihrer Entlassung nach einem stationären Aufenthalt bei uns hat das persönliche Gespräch mit Ihnen. Welche wichtigen Punkte Sie für die Nachsorge beachten sollten, besprechen Sie gemeinsam mit unseren Experten. Sie erhalten einen Brief, für Ihren weiterbehandelnden Arzt, in dem sowohl die Empfehlungen als auch die Entlassungsmedikation stehen. Alle Patienten werden in unserem interdisziplinären Tumorboard vorgestellt, Sie erhalten eine wissenschaftlich fundierte, interdisziplinär getroffene Therapieempfehlung.

Der überwiegenden Mehrzahl unserer operativ behandelten Patienten gelingt der Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag nach der Entlassung nach Hause in Abhängigkeit von der Ausdehnung des Eingriffes rasch. Erfordert das Krankheitsbild jedoch weiterführende Rehabilitationsmaßnahmen oder häusliche Unterstützung, so organisieren wir diese für Sie bereits während Ihres stationären Aufenthalts bei uns. Sowohl mit Ihnen als auch mit unserem Sozialdienst tauschen wir uns aus, um für Sie die optimale Lösung zu finden.

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