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Gallensteine

In Mitteleuropa sind 20% der Bevölkerung mittleren Alters Gallensteinträger. Jenseits des 70. Lebensjahres sind zwei Drittel der Bevölkerung betroffen. Im Verhältnis erkranken Frauen zwei- bis dreimal häufiger als Männer.

Wo und wie entstehen Gallensteine?

Gallenstein

Die Leber scheidet über das Gallengangsystem Sekrete in den Darm aus, welche als Gallenflüssigkeit bezeichnet werden. Über ein Hauptgangsystem wird diese an den Zwölffingerdarm weitergeleitet. Im Nebenanschluss des Hauptgallenganges befindet sich die Gallenblase. Nach jeder Einnahme einer Mahlzeit kontrahiert sich diese und scheidet vermehrt Gallenflüssigkeit über den Hauptgang in den Zwölffingerdarm aus. Ist die Funktion der Gallenblase oder des Schließmuskels am Haupteingang des Zwölffingerdarms gestört, bedeutet dies, dass die Konzentration von Gallensalzen stark erhöht ist. Das Auskristallisieren dieser Gallensalze in die Gallenflüssigkeit ist die Folge. Die entstandenen Kristalle werden als Gallensteine bezeichnet. Je nach Art der Gallenflüssigkeit entstehen Steine unterschiedlicher Zusammensetzung.

Ursache

Eine Steinbildung entsteht durch die Übersättigung der Gallenflüssigkeit mit den einzelnen Gallenbestandteilen.

Unterscheidung von verschiedenen Steinen

Cholesterinsteine treten gehäuft bei Cholesterinstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, bei Fettsucht und bei Frauen mit zunehmenden Alter und nach mehreren Schwangerschaften auf.

Bilirubinpigmentsteine treten sehr häufig bei chronischen Lebererkrankungen und in Kombination mit Infektionen und Abflussstörungen im Bereich der Gallenwege auf.

gemischte Steine

Symptome

  • krampfartige Oberbauchbeschwerden bis hin zu schmerzhaften Koliken
  • Druck- und Völlegefühl im Oberbauch
  • Unverträglichkeit von fetten und gebratenen Speisen

Diagnose

  • ausführliche Schmerzanamnese und klinische Untersuchung
  • Laboruntersuchungen (Kontrolle der Entzündungswerte im Blut)
  • Ultraschalluntersuchung des Oberbauches zur Diagnosesicherung

Behandlungsangebot

Abb. Galle

Operatives Vorgehen

Erste Wahl der Therapie ist die operative Entfernung der gesamten Gallenblase mit den darin befindlichen Steinen. Die Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) ist bei jeder symptomatischen Cholezystolithiasis (Gallensteinleiden) eine geplante Operation.

Diese ist vor allem absolut notwendig bei:

  • Gallenblasenvereiterung
  • fortbestehende Abflussbehinderung des Gallensaftes
  • Koliken bei bekannten Steinen
  • Polypen in der Gallenblase
  • nach Entzündung der Bauchspeicheldrüse und bekanntem Steinleiden

Der Eingriff erfolgt mit dem Ziel folgenden Komplikationen vorzubeugen:

  • akute Gallenblasenentzündung
  • Perforation der Gallenblase mit lebensbedrohlicher Bauchfellentzündung
  • Darmverschluss durch Gallenblasenstein bei rezidivierter chronischer Entzündung
  • Entzündung der Gallenblase in Verbindung mit der Entstehung
  • eines Krebses (Malignom) bei Steinleiden

Die heutige Standardoperation ist die minimalinvasive Gallenblasenentfernung.

Hier wird über einen kleinen Schnitt am Bauchnabel der Bauchraum mit Kohlendioxid gefüllt. Danach wird eine Hülse (Trokar) im Nabelbereich eingebracht und eine Optik mit angeschlossener Kamera in den Bauchraum vorgeschoben. Das Innere des Bauchraums wird dann auf dem Bildschirm sichtbar. Unter dieser Beobachtung werden 2 bis 3 weitere Arbeitstrokare in den Oberbauch eingeführt, über die die erforderlichen Instrumente eingebracht werden. Nach der Darstellung des Gallenblasengangs werden beide Seiten mit Clips verschlossen und anschließend durchtrennt. Auch das Versorgungsgefäß der Gallenblase (Arteria cycstica) wird so verschlossen. Danach erfolgt das Herauslösen der Gallenblase mit einer Hakenelektrode, die durch einen Trokar entfernt wird. Die Operation wird nun mit dem Ablassen des Kohlendioxid- Gases und dem Verschluss der Zugänge abgeschlossen.

Alternative Operationen:

SILS

Minimalinvasive Operation über nur einen Schnitt von zwei Zentimeter Größe im Nabel.

NOTES

Entfernung der Gallenblase ohne Schnitt bei Frauen über die Scheide

Vorteile

  • sehr kurze postoperative Krankenhaus Verweildauer
  • bereits am 3. Tag nach der OP ist die Entlassung möglich
  • weniger Schmerzen
  • deutlich geringere Infektionsgefahr
  • Wunden heilen rasch
  • weniger Narbenbrüche
  • Darmtätigkeit kommt früher in Gang
  • durch die frühe Mobilisierung sind Komplikationen wie Thrombose und Lungenentzündung sehr selten
  • Krankheitsdauer wird wesentlich verkürzt

Nach der Operation

Schon im Aufwachraum wird eine regelmäßige Schmerzbehandlung eingeleitet, welche sich in den Folgetagen nach der Operation individuell fortsetzen wird. Bereits am Operationstag wird mit dem Kostaufbau und einer zunehmenden Mobilisierung begonnen.

Bei komplikationslosem Verlauf erfolgt nach der Abschlussuntersuchung und dem Entlassungsgespräch beginnend ab dem 3. Tag postoperativ die Entlassung aus der stationären Behandlung.

Nachbehandlung

Die weitere Betreuung wird durch Ihren Hausarzt sichergestellt. Dort erfolgen in regelmäßigen Abständen die erforderlichen Wundkontrollen und die Entfernung der Fäden. Des Weiteren bieten wir unseren Patienten die Möglichkeit sich in der Privatsprechstunde des Chefarztes zur Nachuntersuchung vorzustellen. In der Regel ist nach ca. 14 Tagen postoperativ der Einstieg in den Arbeitsprozess wieder möglich. Besonderheiten oder Einschränkung in der Nahrungsaufnahme müssen nicht beachtet werden.

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