Die Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule

Aufgrund der hohen Beweglichkeit der Halswirbelsäule (HWS), ermöglicht durch sogenannte halboffene Gelenke, unterliegt dieser Teil der Wirbelsäule mitunter erheblichem Verschleiß. Kommt es zu einer Verengung (lateinisch: Stenose) der Nervenwurzelaustrittslöcher (Neuroforamen) und des Rückenmark-/Spinalkanals, kann es zu typischen Nacken- und/oder Armschmerzen, Taubheitsgefühlen und Lähmungen kommen. Ist die Verengung des Wirbelkanals so gravierend, dass das Rückenmark gequetscht wird, kann eine Myelopathie (Myelon griechisch: Rückenmark) entstehen, welche mit Symptomen ähnlich einer Querschnittslähmung einhergeht.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Typische Erstdiagnostik ist eine MRT der Halswirbelsäule, die in unserer Klinik durch eine gezielte Darstellung der Nervenwurzellöcher (Schrägaufnahmen-MRT) erweitert werden kann. Um sicher Knochen- und Bandstrukturen beurteilen zu können, sollten Röntgen-HWS-Bewegungsaufnahmen und gegebenenfalls CT-Untersuchungen erfolgen. Bei komplexen Fragestellungen müssen Messungen von Nervenströmen beim Neurologen erhoben werden.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

In Abhängigkeit von Beschwerdedauer, -intensität und dem klinischem Erscheinungsbild mit oder ohne neurologische Funktionseinschränkungen besteht auch bei einer Degeneration im Bereich der Halswirbelsäule zunächst die Möglichkeit, einen konservativen Therapieansatz zu verfolgen. Bei vordergründig lokalen Beschwerden wird hier ein spezielles Wirbelsäulenschulungsprogramm durchgeführt, gegebenenfalls unterstützt von einer Injektionstherapie mit einem Lokalanästhethikum und einem Cortisolpräparat. Begleitend erfolgt die medikamentöse Schmerztherapie und temporäre Stabilisierung mittels weicher Cervikalorthese.

Das operative Spektrum ist breit und reicht von der minimalinvasiven mikroskopischen Entfernung von Bandscheibenvorfällen direkt aus dem Nervenloch (sogenannte Foraminotomie nach Frykholm von hinten), über normalen Bandscheibenersatz durch Platzhalter (sogenannte Fusions-OP von vorn) und Bandscheibenendoprothesen-OP bis hin zu komplexeren Wirbelkörperersatz-OP mit und ohne Verplattungen oder Verschraubungen der HWS von hinten mit einem Schrauben-Stab-System.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge

Am Tag nach der Operation wird unter individuell angepasster Schmerztherapie mit vorsichtiger Mobilisierung durch unser Physiotherapieteam begonnen. Der stationäre Aufenthalt beträgt etwa fünf bis sieben Tage. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus kann mit einer leichten Verzögerung bis zum Abschluss der Wundheilung das Behandlungsergebnis mittels einer Anschlussheilbehandlung optimiert werden.

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