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Pressemitteilung vom 18.02.2026


Neuer Weg für Lungenkrebspatienten

Das Konzept ist neu, einzigartig und vielversprechend: Lungenkrebspatienten, die sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen müssen, werden zuvor optimal vorbereitet. „Prähabilitation vor Lungenkrebs-Operation“ heißt das Angebot, das zwei Professoren auf den Weg gebracht haben.

Einer der Mediziner ist Prof. Dr. Andreas Dösch, Chefarzt für Innere Medizin an der Asklepios-Klinik in Bad Salzungen. Seit Jahren behandelt er Lungenkrebspatienten, die nach einer Operation quasi wieder aufgepäppelt werden müssen. „Tumorpatienten leiden oft an Gewichtsverlust, vor allem an Muskelmasse, und sind schnell erschöpft“, weiß er. Keine guten Voraussetzungen für eine kräftezehrende Operation, den anschließenden Krankenhausaufenthalt und die folgende Rehabilitation. Gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Lesser, Chefarzt der Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie am Klinikum Gera, erarbeitete er ein Konzept, um Lungenkrebspatienten optimal auf die Operation vorzubereiten. Dabei baute man auf Empfehlungen eines internationalen Expertengremiums zur Behandlung von Lungenkrebs bei COPD-Patienten.

Von Lungenkrebs betroffen sind vor allem ältere Menschen. Die meisten von ihnen sind um die 80 Jahre alt – Frauen sind etwas jünger – und nicht selten langjährige Raucher mit kardiovaskulären Begleiterkrankungen. „Hierdurch ist eine Operation für den Organismus umso belastender“, so Dösch. Weshalb es sehr wichtig sei, dass sich der Patient einem solchen Eingriff in einem optimierten Allgemeinzustand unterziehe. So könne man das Risiko von postoperativen Komplikationen und auch Sterbefälle reduzieren.

Für die Krankenkassen – die AOK plus ist bereits mit im Boot – ergeben sich weitere Vorteile: Verkürzung des stationären Aufenthaltes, Erhalt der Selbständigkeit der Patienten und Verringerung von Pflegegraden.

Was steckt nun hinter der Reha vor der Operation? „Vor allem ein Nichtrauchertraining, eine optimale medikamentöse bronchodilatatorische Therapie, eine pulmonale Rehabilitation, präoperatives Training, eine Ernährungsoptimierung und eine psychologische Intervention“, fasst Prof. Dösch zusammen. Natürlich wird das Programm immer individuell angepasst, der Patient ganzheitlich betrachtet.

Die Asklepios-Parkklinik in Bad Salzungen ist für das Behandlungsprogramm bestens ausgestattet. Im großen, modernen Fitnessbereich kann die Muskulatur aufgebaut und gestärkt werden. Inhalationen und Atemgymnastik fördern eine effektivere Atmung und den Hustenstoß. Letztgenannter ist besonders in der frühen postoperativen Phase sehr wichtig für die bronchiale Sekretmobilisation und verhindert Lungenentzündungen nach der OP.

Die körperliche Aktivität hat auch positive Auswirkungen auf die Tumorbekämpfung und -abwehr. Hierbei spielen die Mobilisation und Aktivierung von Immunzellen sowie natürlichen Killerzellen eine Rolle. Das Training führt aber auch zu einer Verbesserung der kardio-pulmonalen Leistungsfähigkeit.

Bei Tumorpatienten kann man häufig eine Appetitlosigkeit, Fehl- und Mangelernährung beobachten. Zur Gewichtszunahme, vor allem durch Muskelaufbau und zur Steigerung des Wohlbefindens, ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig. Die Klinik verfügt nicht nur über eine professionelle Ernährungsberatung, sondern auch eine Lehrküche.

Die Diagnose erwischt Patienten eiskalt

Ein positiver Nebeneffekt der Reha vor der Reha ist der Patientenkontakt. „Die Diagnose erwischt den Patienten oft eiskalt und kann zu einem Trauma führen“, erklärt der Experte. Weshalb auch eine psychologische Betreuung stattfindet. Kontakte mit Reha-Patienten, die den schweren Eingriff schon hinter sich haben, können hilfreich und unterstützend sein.

Enger Austausch mit dem Tumorzentrum

Vor und während der dreiwöchigen Reha gibt es immer einen engen Austausch mit dem SRH Wald-Klinikum Gera. Die Zeit spielt bei Tumoroperationen oft eine wichtige Rolle. Die Eingriffe müssen zügig erfolgen, weshalb der direkte Weg zwischen dem Tumorzentrum Gera und der Rehabilitations-Klinik in Bad Salzungen ein Vorteil ist.

Die erste Patientin ist an der Asklepios-Klinik in Bad Salzungen prähabilitativ behandelt worden. Bei der Frau, um die 70 Jahre alt, stand eine große Lungenoperation im Raum. Während des dreiwöchigen Aufenthaltes wurde sie nicht nur aufgebaut, sondern man schaute auch genau, wie belastbar sie für den schweren Eingriff überhaupt ist. „Am Ende haben wir uns für ein konservatives Vorgehen entschieden.“ Bedeutet: Die Frau bekommt eine Chemo- und Strahlentherapie. Mit der Behandlung in Bad Salzungen ist sie darauf nun gut vorbereitet.

Dieses Vorgehen hält der Mediziner für sinnvoll. Gemeinsam kann das Arzt-Patienten-Team so den individuell richtigen Weg festlegen. Dabei ist Prof. Andreas Dösch immer im engen Austausch mit dem Tumorzentrum in Gera.

Das Interesse an der in Deutschland einzigartigen Prähabilitation vor Lungenkrebs-Operationen ist groß – sowohl bei Patienten als auch Medizinern. Man darf also gespannt sein, wie sich die Reha vor der Reha entwickelt.


Pressekontakt:
Antje Merbitz
Asklepios Klinik Bad Salzungen GmbH
Tel.: 03695/651186
E-Mail: a.merbitz@asklepios.com

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