Gut vorbereitet für den Ernstfall - Zehntes Notfallmedizinisches Symposium im Klinikum

Die Anforderungen in der Notfallmedizin sind hoch und vielfältig – sowohl im klinischen Bereich als auch im Rettungsdienst. Um Fachkräfte kontinuierlich auf aktuelle Entwicklungen, besondere Einsatzlagen und neue medizinische Standards vorzubereiten, fand im Asklepios Klinikum Schwalmstadt bereits zum zehnten Mal ein Notfallmedizinisches Symposium statt.

Das Bild zeigt die Teilnehmer des Notfallsymposiums
Gemeinsam für den Notfalleinsatz (v.l.): Dr. med. Matthias Zwinger, Florian Weber, Dr. med. Anika Schlemmer, Anas Suliman, Kathrin Häfele, Lara Ann Troppenhagen, Dr. Andreas Hettel, Dr. med. Hartmut Lotz, Patrick Müller-Nolte, Dr. Johannes Ravindren und Dr. Tobias Horlacher.

„Eine qualitativ hochwertige Notfallversorgung lebt vom kontinuierlichen Austausch und von regelmäßiger Fortbildung“, betonte Dr. Andreas Hettel, Ärztlicher Direktor sowie Chefarzt der Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin am Asklepios Klinikums Schwalmstadt, zur Eröffnung des Symposiums. Rund 100 Teilnehmende, darunter Ärzte, Notärzte, Intensivmediziner, Mitarbeitende des Rettungsdienstes sowie Pflegekräfte aus ganz Nordhessen, nahmen an der ganztägigen Fortbildungsveranstaltung teil. Im Mittelpunkt stand das Zusammenspiel von klinischer und präklinischer Notfallmedizin. Ergänzend wurde eine verpflichtende Fortbildung zu Kinder- und Neugeborenennotfällen für den Rettungsdienst angeboten.

Fachvorträge zu aktuellen Herausforderungen der Notfallmedizin

Dr. Anika Schlemmer, die neue Ärztliche Leiterin der Zentralen Notaufnahme, sprach gleich zu Beginn über präklinische Analgesie (Schmerzunterdrückung) und Narkose bei Kindern. Anhand praxisnaher Fallbeispiele erläuterte sie den Einsatz und die Dosierung geeigneter Medikamente. Dabei betonte sie die besonderen Anforderungen in der Versorgung junger Patienten: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. In einer Notfallsituationen können wir nicht nach Schema F arbeiten. Außerdem befinden sich sowohl die kleinen Patientinnen und Patienten als auch ihre Eltern in einer Ausnahmesituation – hier ist neben fachlicher Kompetenz ein hohes Maß an Empathie gefragt.“ Dr. Hartmut Lotz, Chefarzt der Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin an der Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen, stellte Maßnahmen bei einem Massenanfall von Verletzten in den Mittelpunkt. Neben internationalen Ereignissen wurden auch regionale Beispiele wie das Grubenunglück von Stolzenbach oder die Amokfahrt von Volkmarsen aufgegriffen, die den Rettungsdienst und die Kliniken vor erhebliche Herausforderungen stellten. Mit aktuellen Entwicklungen in der Reanimation befasste sich Kathrin Häfele, Fachärztin für Innere Medizin, Anästhesie sowie Intensiv- und Notfallmedizin. In ihrem Vortrag zu den ERC-Leitlinien 2025 stellte sie zentrale Neuerungen vor. Dr. Tobias Horlacher, Chefarzt Anästhesiologie Intensivmedizin und Notfallmedizin an den Helios Kliniken Kassel, thematisierte anschließend das Schockraum-Management und die strukturierte Organisation von Abläufen in der Notaufnahme.

Das Motiv zeigt eine Ultraschalldemonstration
Aus der Praxis für die Praxis: Dr. Matthias Zwinger demonstriert die Einsatzmöglichkeiten des Ultraschallgeräts.

Praxisorientierte Workshops

Ergänzt wurde das Vortragsprogramm durch praxisorientierte Workshops. Dr. Matthias Zwinger, Chefarzt der Interdisziplinären Intensivstation sowie Leiter des Cardiac Arrest Centers, demonstrierte verschiedene Einsatzmöglichkeiten eines in Kliniken weit verbreiteten fahrbaren Ultraschallgeräts. Patrick Müller-Nolte, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme an der Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen, stellte derweil ein kompaktes Handgerät, das insbesondere im Notarztdienst Anwendung findet, vor. Parallel brachte der neue Chefarzt der Neurologie, Dr. Johannes Ravindren, den Teilnehmenden verschiedene neurologische Untersuchungstechniken näher, die sogleich praktisch ausprobiert wurden. Ein weiterer Workshop stellte die Teilnehmenden vor eine besondere Herausforderung: Unter der Anleitung von Florian Weber, stellvertretender Leiter der Rettungsdienstschule in Homberg, mussten sie acht parallele Einsatzszenarien bewältigen. Mithilfe einer strukturierten Checkliste galt es, die Behandlungsprioritäten für mehrere „Verletzte“ festzulegen und die Lage systematisch zu erfassen. Die Ergebnisse wurden im Anschluss gemeinsam ausgewertet und reflektiert.

Das Motiv zeigt ein Notfallszenario
Prioritäten setzen: Im Übungsszenario müssen die Teilnehmenden anhand der Verletzungsbildes die Behandlungsreihenfolge festlegen.

Am Ende des abwechslungsreichen Fortbildungstages zogen die Organisatoren eine durchweg positive Bilanz. Das Symposium bot eine ausgewogene Kombination aus theoretischem Wissen und praktischer Anwendung und trug dazu bei, die Handlungssicherheit der Teilnehmenden weiter zu stärken. Dies bestätigte auch Dr. Dagmar Federwisch, Geschäftsführerin des Asklepios Klinikums Schwalmstadt: „Veranstaltungen wie diese stärken die Kompetenz unserer Fachkräfte und kommen damit unmittelbar den Patientinnen und Patienten zugute.“

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