Endoprothetik des Hüft-, Knie- und Schultergelenks

Einen Schwerpunkt unserer Arbeit und den Fachgebieten Unfallchirurgie und Orthopädie bilden Gelenkersatzoperationen.

Unsere Leistungen erbringen wir auf dem neusten medizintechnischen Niveau und unter Einhaltung von definierten Prozess und Qualitätsstandards, die jährlich durch eine unabhängige Kommission überprüft werden. Mit der Zertifizierung zum EndoProthetikZentrum bereits im Jahr 2014 stellen wir die Qualität unserer Arbeit unter Beweis.

Unser Ziel ist es, Ihre Lebensqualität durch den bestmöglichen Gelenkersatz zu verbessern.

Wir sind spezialisiert auf den Gelenkersatz für:

die Hüfte

Was genau ist Hüftgelenksarthrose?

Das Hüftgelenk besteht aus dem Femurkopf (Kopf des Oberschenkelknochens) und der Hüftgelenkpfanne des Beckenknochens. Die Kontaktfläche ist mit einem weichen Knorpelgewebe beschichtet. Die hauptsächliche Ursache für Hüftgelenkprobleme ist die Abnutzung dieses Knorpelgewebes. Mediziner sprechen von einer Coxarthrose. Bei Betroffenen verursacht diese Abnutzung Schmerzen und Bewegungseinschränkung, da gleichsam Knochenfläche ungehindert auf Knochenfläche reibt.

Sind die Beschwerden mit konservativen Mitteln nicht beherrschbar, ist die Operation, das Einsetzen eines Kunstgelenkes die geeignete Therapie.

Wie kann ich mir ein künstliches Hüftgelenk vorstellen?

Bei einem totalen Hüftgelenkersatz tauschen wir den beschädigten Knochen und den Knorpel des Gelenks gegen hochwertige Kunststoffersatzteile oder Keramik- und Metallersatzteile aus. Das künstliche Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk, das aus einem Femur-Schaft (Oberschenkelknochen-Schaft), einem Kugelkopf sowie einer Hüftpfanne besteht.

Der Hüftschaft wird generell aus einer Metalllegierung (Titan, Kobalt-Chrom oder Edelstahl) hergestellt, die eine hohe Biokompatibilität (Verträglichkeit eines künstlichen Werkstoffs mit natürlichem Gewebe) garantiert. Der Kopf besteht aus Keramik oder Metall. Die Pfanne besteht aus einer oder zwei Komponenten: eine zementierte Pfanne aus hochwertigem Kunststoff (eine Komponente) oder eine zementfreie Pfanne, die aus einer metallischen Außenschale und einem Einsatz (zwei Komponenten) besteht.

Hüftendoprothetik bei uns

Die Versorgung unserer Patienten mit Hüft-Endoprothesen nehmen wir entsprechend den neuesten Standards und individuell auf Sie und Ihre Bedürfnisse abgestimmt vor. Das betrifft die Wahl des passenden, optimalen Implantats, des geeigneten Verankerungsprinzips (zementiert, teilzementiert, zementfrei) sowie der geeigneten Komponentengleitpaarung, damit die einzelnen Teile geschmeidig zusammenwirken. Jede Operation planen wir mithilfe eines Computerprogramms digital.

Minimalinvasive Implantationstechnik (AMIS-Verfahren)

In Deutschland zählen wir zu den wenigen Kliniken, in denen das AMIS-Verfahren erfolgreich angewendet wird, dabei erfolgt das Einsetzen des künstlichen Hüftgelenkes mittels eines kleinen Schnittes in der Leiste. Der Vorteil dieser Methode ist, dass Muskeln und Sehnen nicht durchtrennt werden, was für Sie weniger Schmerzen nach dem Eingriff, einen verkürzten Krankenhausaufenthalt, eine deutlich kleinere Narbe, eine einfachere Rehabilitation und eine schnellere Rückkehr in Ihren Alltag bedeutet.

Maßgefertigte (individualisierte) Hüftprothesen

Jede Prothesenimplantation wird mit Hilfe eines Computerprogramms mit digitalen Röntgenbildern geplant. Darüber hinaus verfügen wir über ein 3-dimensionales, computertomographie gestütztes Planungsprogramm, das bei Patienten mit besonderen anatomischen Verhältnissen, z.B. bei Hüftreifungsstörung (Hüftdysplasie) zum Einsatz kommt.

Ist eine optimale Versorgung des Gelenkes mit einem Standardimplantat nicht möglich, so wird bei unserem Kooperationspartner in der Schweiz  ein spezielles Implantat für Sie maßangefertigt.

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das Knie

Was ist Gonarthrose?

Das Kniegelenk ist das größte und vielschichtigste Gelenk des menschlichen Körpers. In dem Kniegelenk bewegen sich die Enden des Oberschenkelknochens und des Schienbeins, die ebenso wie die Rückseite der Kniescheibe, mit glattem Knorpel überzogen sind. Die Menisken, zwei elastische, halbmondförmige Faserknorpelscheiben sorgen als eine Art Stoßdämpfer für eine gleichmäßige Lastverteilung auf den Knorpel. Darüber hinaus stabilisieren starke Bänder, die Kreuzbänder und die Seitenbänder, das Knie.

Die häufigste Erkrankung des Kniegelenks ist die als Gelenkverschleiß bezeichnete Arthrose. Das bedeutet eine dauerhafte Abnutzung des Gelenkknorpels, der für eine geschmeidige Bewegung zwischen den Knochenteilen sorgt.

Wie kann ich mir ein künstliches Kniegelenk vorstellen?

Schlittenprothese: Teilweiser (einseitiger) Gelenkersatz

Ist das betroffenes Gelenk nur in einem bestimmten Bereich verschlissen, haben wir die Möglichkeit, nur einen Teil des Gelenks künstlich zu ersetzen. Am häufigsten ist die innere Seite des Kniegelenks geschädigt. Die Schlittenprothese bietet Ihnen einige Vorteile. Die gesunden Anteile des Gelenks werden erhalten, das Operationstrauma ist geringer, die Operation ist schonender, die Narbe kleiner. Mit einer Schlittenprothese können wir Ihnen allerdings nur helfen, sofern tatsächlich lediglich ein Bereich des Gelenks verschlissen ist. Sind mehrere Bereiche betroffen, ist dieser Prothesentyp nicht geeignet.

Totalendoprothese: Bicondylärer (beidseitiger) Oberflächenersatz

Die am häufigsten eingesetzte Kniegelenksprothese ist der bicondyläre (beidseitige) Oberflächenersatz. Dabei ersetzen wir die gesamte Knorpeloberfläche des Kniegelenks. Die Stabilität des Gelenks sichern die erhaltenen Bandstrukturen. Die Prothese ist dem natürlichen Kniegelenk nachempfunden. Die Kniescheibenrückfläche müssen wir in der Regel nicht mitersetzen. 

Achsgeführte, gekoppelte Knieprothese

Verschleißerscheinungen eines Gelenks betreffen nicht nur den Knorpel und die Knochen, sondern häufig auch die Weichteilstrukturen, insbesondere die Bänder. Bänder können dabei verlängert oder verkürzt sein, wodurch sie ihre natürliche Funktion verlieren. Bei diesem Befund kann das Kniegelenk mit einer „normalen“ Oberflächen-Ersatz-Prothese manchmal nicht mehr stabilisiert werden. Wir benötigen daher Prothesen, die nicht mehr auf eine natürliche Stabilisierung durch die Bänder angewiesen sind.

Wir  verankern die Prothesenkomponenten tiefer in dem Knochen. Die Komponenten (einzelne Ersatzteile) sind fest miteinander verbunden (gekoppelt). Die feste Verbindung der Komponenten übernimmt die Funktion der Bänder.

Die  gelenkoberflächenersetzenden Prothesen bestehen heute meistens aus Metall, einer Kobalt-Chrom-Legierung und Titan. Zwischen die Metallkomponenten wird, als Knorpelersatz, ein sogenanntes Inlay aus Polyethylen, einem beständigen Kunststoff eingesetzt.

Sofern bei Ihnen Metallallergien bestehen können wir auf speziell beschichtete Implantate zurückgreifen. Um einen Kontakt mit den allergieauslösenden Stoffen zu minimieren, verwenden wir für die Implantation der Prothese Kunststoffinstrumentarien.

Die Knieendoprothetik bei uns

Auch bei der Versorgung unserer Patienten mit einer Knie-Endoprothese arbeiten wir gemäß den neuesten Standards. Uns stehen alle bereits beschriebenen Prothesensysteme zur Verfügung. Am häufigsten versorgen wir unsere Patienten mit Knie-Verschleiß mithilfe des sogenannten bicondylären, beidseitigen Oberflächenersatzes und verankern die Komponenten mit Zement.

Wir implantieren Knieprothesen grundsätzlich mithilfe eines Navigationssystems. Es bietet uns eine zusätzliche, computerunterstützte Orientierungshilfe, die uns ermöglicht, das Kunstgelenk bestmöglich einzusetzen. Von der Anwendung des Navigationssystems versprechen wir uns ein für Sie besseres Ergebnis.

die Schulter

Endoprothetik des Schulter

Die Schulter hat das größte Bewegungsausmaß aller Gelenke des menschlichen Körpers. Diese umfassende Beweglichkeit ist unter anderem auf die geringe knöcherne Kongruenz zurückzuführen. Das bedeutet, dass einem großen Oberarmkopf eine verhältnismäßig kleine Gelenkpfanne gegenübersteht. Die Stabilität hängt somit hauptsächlich von den umgebenden Bändern, Sehnen und Muskeln ab. Das Schultergelenk ist deshalb besonders anfällig für Verletzungen und Degeneration (verschleißbedingte Erkrankungen).

Ist der Knorpelüberzug der Gelenkpartner verschlissen, leiden Betroffene unter zunehmenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Zudem sind sie darauf angewiesen, regelmäßig schmerzstillende Medikamente einzunehmen. Für diese Patienten ist die Implantation eines künstlichen Schultergelenks eine mögliche Therapie um Lebensqualität zurückzugewinnen.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und reichen vom reinen Ersatz der Knorpeloberfläche des Oberarmkopfes über die sogenannte Kurzschaft-Kopfprothese bis hin zur Totalendoprothese, bei der auch die Gelenkfläche der Gelenkpfanne ersetzt wird. Sind neben dem Verschleiß der Knorpeloberflächen auch die am Oberarmkopf ansetzenden Sehnen beschädigt oder gerissen, kommt eine Sonderform der Schulterprothese zur Anwendung, die sogenannte inverse Prothese.

Bei unseren Patienten mit schweren, nicht rekonstruierbaren Oberarmkopfbrüchen, setzen wir spezielle Frakturprothesen ein.

Behandlungsablauf: Ihr Aufenthalt bei uns

Zunächst vereinbaren Sie mit einem unserer Ärzte in der Endoprothetiksprechstunde einen Operationstermin. Anschließend  erhalten Sie einen Termin für die Operationsvorbereitung (Prämedikation), die in der Regel 7 bis 10 Tage vor der Operation stattfindet. Sie lernen  einen unserer Narkoseärzte kennen, der Sie untersucht und mit Ihnen das  geeignete Narkoseverfahren auswählt und bespricht. Ein Chirurg wird Sie nochmals über den geplanten Eingriff aufklären. Wir möchten, dass Sie beruhigt und informiert zu Ihrer Operation kommen und beantworten gerne alle Ihre Fragen.

Am Tag der Operationsvorbereitung plant unsere erfahrene Sozialarbeiterin außerdem gemeinsam mit Ihnen die Anschlussheilbehandlung (Rehabilitation nach dem Klinikaufenthalt). Auch mit ihr können Sie Ihre Fragen, Wünsche und Ängste besprechen.

Bitte denken Sie unbedingt daran, die Aufklärungsbögen über die Operation, die Transfusion und die Teilnahme am Endopprothesenregister, die Sie bei Ihrem ersten Beratungs- und Aufklärungsgespräch erhalten haben, mitzubringen. Bitte vergessen Sie auch nicht Ihre aktuelle Medikamentenliste. Diese wichtigen Unterlagen helfen uns dabei, die Abläufe optimal zu gestalten.

Am Vortag der Operation nehmen wir Sie stationär bei uns auf. Dabei untersuchen wir Sie abschließend, beurteilen die Hautverhältnisse in dem Operationsgebiet und markieren die betroffene Seite Ihres Körpers.  Des Weiteren üben mit Ihnen unsere Physiotherapeuten den Umgang mit Unterarmgehstützen und besprechen mit Ihnen den Rehabilitationsplan.  Wir möchten, dass Sie sich nach der Operation rasch sicher und selbstständig zurechtfinden.

Sie verbringen  bei uns 10 bis 12 Tage, einschließlich des Aufnahmetags. Anschließend beginnen Sie Ihre bereits geplante Rehabilitation in einer dafür spezialisierten Klinik. Üblicherweise dauert Ihr Aufenthalt dort drei Wochen. Rund drei Monate nach der Operation kontrollieren wir in unserer Endoprothetiksprechstunde den Verlauf Ihrer Genesung.

Haben Sie Fragen zur Terminvereinbarung, was bei der Aufnahme zu beachten ist oder benötigen Sie andere Informationen? Wenden Sie sich bitte an Frau Schäfer und Frau Schmitt-Seibt aus unserem Chefarztsekretariat.

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt und eine gute Genesung.

Sprechstunde Endoprothetik

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