Mittel- und Rückfuss/Sprunggelenke

Als Rückfruß wird der von den großen Fußwurzelknochen gebildete, hintere Teil des Fußes bezeichnet. Diese Knochen sind durch Gelenke miteinander verbunden. Sehnen und Bänder schaffen zusätzlich Stabilität. Treten im Rückfuß Beschwerden auf, sollten vor einem operativen Eingriff unbedingt die nicht operativen Möglichkeiten ausgeschöpft sein (z. B. Schmerzmittel, Einlagen, orthopädische Schuhe, Injektionen, Physiotherapie, Stoßwelle etc.).

Operationen am Mittel- und Rückfuß sowie an den Sprunggelenken können sehr umfangreich sein. Meist ist ein mehrtägiger stationärer Aufenthalt notwendig, die ersten Tage in der Regel mit Bettruhe und abschwellenden Maßnahmen. Die Nachbehandlung muss insbesondere bei knöchernen Eingriffen über mehrere Wochen (8-12) im Gips oder hohen Verbandsstiefeln (Ankle Walker) zu Hause erfolgen. Sie müssen diese Zeit, auch während der Phase der Entlastung, nicht im Bett zubringen, unsere Physiotherapie versucht Ihnen das entlastende Laufen zu lernen. Ist dies nicht möglich, rezeptieren wir Ihnen für die ersten 6 Wochen einen Rollstuhl.

Wir helfen Ihnen bei

Fußdeformitäten/Fehlstellungen wie z. B.:

  • Knick- (Senk-), Plattfuß (Pes Planovalgus)
  • Hohlfuß
  • Klumpfuß
  • Arthrose in den Gelenkreihen des Mittel-/Rückfußes (unteres Sprunggelenk) sowie oberes Sprunggelenk („Verschleiß“- oder Unfallbedingt))
  • Knöcherne Anbauten (Exostosen)
  • Sehnenrupturen bzw. Sehnenproblematik (Sehnenüberlastungen, Sehnenentzündung)
  • Nervenkompressionssyndrome
  • Rheumaorthopädische Veränderungen
  • (Überlastung der Fußsohlenplatte)
  • Knotige Veränderung der Fußsohle (Mb. Ledderhose)

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Mittelfuß

  • Fehlstellungen der Mittelfußknochen
  • Arthrosen der Gelenkreihe Mittel-/Rückfuß (Lisfranc-Gelenk)

Meist sind das korrigierende Operationen, bei denen 1 - 3 Mittelfußknochen wieder in ihre Position gebracht werden und ihr meist zerstörtes Gelenk zum Rückfuß mit kleinen Plättchen (Schrauben) überbrückt wird.

Rückfuß

Knick- (Senk-), Plattfuß

Bei noch gesunden Gelenken mit gutem Knorpelbelag und bestehender Fehlstellung erfolgt eine Gelenkerhaltende OP zur Aufrichtung des Fußes, in sehr frühen Stadien als Sehneneingriffe.

Es müssen oft zusätzlich  kleine Knochenteilchen (in der Regel aus dem Beckenkamm) zur Korrektur eingebracht werden. Diese werden dann, wenn der Fuß die gewünschte Position erreicht hat, in die entstandenen Defekte eingepasst und befestigt. Evtl. kann auch bei Fehlstellung der Ferse diese „gerichtet“ werden.

Gelenkzerstörende OP´s erfolgen bei fortgeschrittenen Arthrosen (Knorpelabnutzung) in Form von Arthrodesen (Versteifungen) oder Teilarthrodesen des unteren Sprunggelenkes (Beweglichkeit des oberen Sprunggelenkes bleibt). Hier werden einzelne große Knochen über die ehemaligen (knorpelfreien) Gelenke mit Schrauben/Platten verbunden.

Auch hier erfolgt manchmal eine Knocheneinlagerung aus Beckenkamm. Meist benötigt man eine 12 wöchige Nachbehandlung im Gips oder einen hohen Verbandstiefel

Exostosen

Das sind knöcherne Überstände am Fuß, die oft Druckbeschwerden im Spann oder an der Innenseite des Fußes im Schuh bewirken.

Man muss in der Diagnostik herausfinden, ob sich zusätzlich eine Abnutzung von Gelenken dahinter verbirgt.

Bei reinen Knochenvorsprüngen (z. B. Os tibiale externum, Haglund exostose) erfolgt die Abtragung als kleinere OP.

Nervenkompressionssyndrome (z. B. Tarsaltunnel) – sehr selten

Es erfolgt die gemeinsame Diagnostik mit dem Neurologen. Als kleinere OP ist bei einer Diagnosebestätigung die Freilegung des Nerven möglich

Sehnenprobleme/Sehnenoperationen

Sehnennähte wie z. B.

  • frische Ruptur der Achillessehne als offene Direktnaht
  • alte Rupturen als Sehnenplastiken

Operationen bei Sehnenpoblemen/Bandproblemen

  • chronische Schmerzen im Bereich der Achillessehne (Achillodynie) als letzte Möglichkeit der Beschwerdelinderung im Achillessehnenbereich (nach ausgeschöpfter Therapie), leider Restbeschwerden möglich
  • Sehnenverlagerungen
  • OP bei "schmerzhaft" springenden Sehnen (z. B. Peronealsehnen)
  • Bandplastiken (z.B. bei Instabilität bei älteren Bandrupturen am Sprunggelenk)

Arthrose bzw Knorpelveränderungen oberes Sprunggelenk (Knorpelläsionen)

In Frühstadien kann eine Arthroskopie als kleinere Maßnahme erfolgen.

In Spätstadien, bei fortgeschrittenen Knorpelveränderungen ist eine Versteifung oder ein Kunstgelenk zu erwägen. Welche der beiden Möglichkeiten in Frage kommt, ist von vielen Faktoren abhängig und muss in der ambulanten Voruntersucheng genau herausgearbeitet werden. Gerade bei Zuständen nach Unfällen oder Fehlstellung geht oft "nur" die Versteifung. Diese ist aber viel besser als ihr "Ruf" und sichert nach knöcherner Verheilung eine deutliche Schmerzreduktion bis Schmerzfreiheit bei relativ gutem Gangbild. Ca. 12 Wochen Ruhigstellung im Gips oder hohen Verbandsstiefel sind aber erforderlich.

Unteres Sprunggelenk (s. auch Rückfuß)

Bei Arthrosen kommen in der Regel teilversteifende Operationen zur Anwendung. Nachfolgend ist die entsprechend lange Ruhigstellung im Gips oder Walker nötig.

Überlastungsprobleme

Gerade diese sind im Fußsohlenbereich häufig und werden oft als Fersensporn bezeichnet (heute eher Fasciitis plantaris, was aber die Problematik auch nicht vollständig wiederspiegelt).

In der Regel werden diese Probleme nicht operativ angegangen, eine Vielzahl möglicher Optionen bietet sich an, wenn auch der Effekt der Linderung öfters lange auf sich warten lässt.

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