Brustschmerz und Herzinfarkt (koronare Herzerkrankung)

Chronische und akute Brustschmerzen werden häufig durch eine Verengung der Herzkranzgefäße (Koronararterien) ausgelöst. Diese Blutgefäße umfassen den Herzmuskel wie ein Netz und versorgen das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen. Bei der koronaren Herzerkrankung (KHK) können Gefäßveränderungen (arteriosklerotische Ablagerungen) in den Herzkranzgefäßen zu einer zunehmenden Verengung (Stenose) und auch zum Gefäßverschluss (Herzinfarkt) führen. Bei fehlender Durchblutung kann das Herz nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden (Zelluntergang). Das Absterben von Herzmuskelgewebe tritt innerhalb der ersten sechs Stunden nach Unterbrechung der Blutzufuhr ein. Aus diesem Grunde ist eine schnelle medizinische Versorgung bei einem Herzinfarkt kann besonders wichtig. Rufen Sie bei entsprechenden Symptomen den Rettungsdienst über die Notrufnummer 112.

Risikofaktoren und Ursachen

Das Risiko für das Auftreten einer koronaren Herzerkrankung setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Die entscheidenden Risikofaktoren sind Rauchen, Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Bluthochdruck (arterielle Hypertonie), Fettstoffwechselstörungen (Hypercholesterinämie, Hypertriglycerinämie), genetische Veranlagung sowie ein hohes Lebensalter. Durch eine gesunde Lebensführung können Sie einer Herzerkrankung aktiv selbst vorbeugen.

Beschwerden und Symptome

Eine Herzkranzgefäßerkrankung äußert sich meist durch typische Symptome:

  • Brustenge (Angina pectoris) als drückender oder stechender Schmerz in der Brust
  • Druckgefühl in der Brust
  • Schmerzen zwischen den Schulterblättern
  • Brennen hinter dem Brustbein
  • Schmerzen im  li. manchmal auch im re. Arm oder Unterkiefer
  • Angstgefühl
  • Schweißausbruch
  • Kurzatmigkeit
  • Druckgefühl im Oberbauch, manchmal mit Übelkeit und Erbrechen

Wann und wie erfolgt die richtige Diagnostik

Wir empfehlen Ihnen, beim Auftreten der oben genannten Beschwerden unbedingt einen Arzt aufzusuchen. Solange die Beschwerden gering sind oder nur bei vermehrter körperlicher Belastung auftreten, kann eine Erstvorstellung bei einem Hausarzt oder einem Kardiologen erfolgen, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Für Patienten mit stärker ausgeprägten Symptomen haben wir an unserer Klinik eigens eine Brustschmerzambulanz eingerichtet, eine sogenannte Chest Pain Unit (CPU). Diese ist über die Zentrale Notaufnahme jederzeit zu erreichen. Im Falle heftiger Beschwerden und Kreislaufbeeinträchtigungen oder bei schwerer Luftnot sollten Sie über die Telefonnummer 112 den Rettungsdienst anfordern.  

Experten im Gespräch: Dr. Wietholt über die Chest Pain Unit - Brustschmerzeinheit

Die CPU (Chest-Pain-Unit) ist eine Diagnose- und Therapieeinheit, in der Beschwerden und Schmerzen in Brust und Herz behandelt werden. Welche Maßnahmen die Ärzte der Institution vornehmen, erklärt Dr. Dietmar Wietholt, Chefarzt der Kardiologie, Pneumologie und internistischen Intensivmedizin in der Asklepios Klinik Wandsbek.

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