Erlebnisreaktive Störungen (PTBS)

Unser Leben hält etliche Herausforderungen bereit. Viele von ihnen können wir meistern, in Einzelfällen können Erlebnisse im privaten, beruflichen oder sonstigen Umfeld nicht verarbeitet werden. Bedingt durch die Heftigkeit des plötzlichen Ereignisses oder seine dramatische Form können seelische Folgen auftreten, denen nur mit therapeutischer Unterstützung, Begleitung und Behandlung Einhalt geboten werden kann.

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Das parkähnliche Klinikgelände und die Umgebung sind besonders geeignet, Ruhe und Sicherheit zu vermitteln.

Ein entsprechendes Behandlungskonzept bieten wir im Asklepios Fachklinikum Teupitz an. Hier helfen wir Menschen, die aufgrund eines akuten traumatischen Ereignisses an Belastungsreaktionen, Posttraumatischen Belastungsstörungen oder affektiven Erkrankungen (Depressionen) leiden.

Die Patienten sind während ihrer stationären Behandlung an unserer Klinik an einem sicheren Ort, an dem sie sich mit unserer Hilfe stabilisieren können, um dann gemeinsam mit dem Behandlungsteam zu entscheiden, in welcher Form eine Auseinandersetzung beziehungsweise Bearbeitung mit dem belastenden Ereignis möglich ist.

Menschen mit erlebnisreaktiven Störungen haben Traumatisches im privaten oder beruflichen Umfeld als Zeuge oder Betroffener erlebt. Besonders oft betroffen sind:

  • Bankmitarbeiter
  • Verkäufer
  • Lokführer
  • Feuerwehrmitarbeiter
  • Rettungsdienstmitarbeiter
  • Polizisten
  • Soldaten

Erlebnisreaktive Störungen behandeln unsere Spezialisten mit Psychotherapie und – ergänzend dazu sowie je nach Symptom – mit entsprechenden Medikamenten. Das psychotherapeutische Vorgehen auf unserer spezialisierten SERAS-Station hängt von der jeweiligen Indikation (Heilanzeige) ab.

Folgende Erkrankungen kommen bei unseren Patienten mit erlebnisreaktiven Störungen vor und können auf der SERAS mitbehandelt werden:

  • depressive Störungen
  • Angststörungen
  • Zwangsstörungen
  • dissoziative und Konversionsstörungen
  • Somatisierungsstörung (mit körperlichen Beschwerden einhergehende psychische Erkrankung) und somatoforme Störungen (körperliche Beschwerden ohne feststellbare organische Ursache)
  • Störungen der Impulskontrolle

Woran erkenne ich erlebnisreaktive Erkrankungen?

Erlebnisreaktive Erkrankungen äußern sich beispielsweise in:

  • gedrückter, niedergeschlagener oder verzweifelter Stimmung
  • Antriebs- und Freudlosigkeit
  • dem Wiedererleben der traumatischen Situation
  • der häufig intrusiven (aufdringlichen, belastenden) Erinnerung an das Ereignis
  • häufigen Alpträumen bezogen auf das Ereignis
  • regelmäßiger Vermeidung der Erinnerungen an das Ereignis
  • anhaltender Erregung, Schreckhaftigkeit
  • starker Ermüdbarkeit
  • Schuld-, Scham- und Ohnmachtsgefühlen
  • Selbstwert- und Selbstvertrauensverlust
  • Rückzug aus zwischenmenschlichen Beziehungen
  • körperlichen Beschwerden, insbesondere Schlafstörungen, Schmerzen, Appetit- und Gewichtsverlust

Es ist wichtig, solche Symptome ernst zu nehmen und sich professionelle Hilfe zu suchen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie an einer erlebnisreaktiven Erkrankung leiden, sind wir gerne für Sie da. Unsere Spezialisten unterstützen Sie mit evidenzbasierten (wissenschaftlich erprobten) Behandlungsverfahren. Damit es Ihnen schnell und dauerhaft besser geht.

Wir helfen Ihnen bei

  • jeder behandlungspflichtigen erlebnisreaktiven Erkrankung
  • Posttraumatischen Belastungsstörungen
  • schweren akuten Belastungsreaktionen wie nach Unfällen oder Überfällen
  • Depressionen nach belastenden Lebensereignissen
  • Depressionen im Rahmen von Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen (Störungen infolge tiefer seelisch-emotionaler Erschütterungen)

Film-Beitrag in rbb Praxis zur Therapie der PTBS

Der Beitrag zeigt die Therapie der PTBS im Bundeswehrkrankenhaus Berlin und im Asklepios Fachklinikum Teupitz anhand zweiter Patienten. Vorgestellt werden ein Soldat mit traumatischen Erfahrungen und eine Patientin, die eine lebensgefährliche traumatische Situation überstanden hat. Beide Patienten erreichen durch ihre Behandlung eine deutliche Besserung ihres Befindens. Beiden war vorher nicht unbedingt klar, was für ihre Beschwerden auslösend war, bzw. welchen Anteil diese an ihrer Symptomatik hatten. Sehenswert!

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Mit unserem auf erlebnisreaktive und affektive Erkrankungen zugeschnittenen Angebot helfen wir Ihnen, in der akuten Krise die Symptome zu lindern, ein Krankheitsverständnis zu entwickeln und die Erkrankung zu akzeptieren. Wir bieten Ihnen mit unserer stationären Behandlung ein sicheres therapeutisches Zuhause auf Zeit. Mit diesen Verfahren helfen wir Ihnen:

  • Gruppengespräche
  • Einzelgespräche

Bei Indikation nach erfolgter Stabilisierung:

  • spezifische Traumatherapien wie Eye Movement Desensitization Reprocessing (EMDR, Verhaltenstherapie)/Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy (IRRT, mit gedanklichen Vorstellungen arbeitende Therapie)/Psychodynamisch Imaginative Trauma Therapie (PITT, verhilft Patienten dazu, Distanz zu bestimmten Bildern aufzubauen)
  • aktive Bewegungstherapie/Sportangebote
  • Körperwahrnehmung
  • Ergotherapie, Gestaltungstherapie, Arbeitstherapien
  • Entspannungsverfahren
  • Physiotherapie
  • Euthyme Therapie (Genusstraining)
  • Nordic Walking
  • Abendkreis, Morgenkreis
  • GSK (Gruppe soziales Kompetenztraining, Ausbau zwischenmenschlicher Fähigkeiten)
  • sozialrechtliche Beratung und Hilfestellung

Auf Sie ausgerichtet: Stationäre Therapie

Menschen, die an Posttraumatischen Belastungsstörungen vom Typ I oder affektiven Störungen leiden, bieten wir seit 2014 stationäre Hilfe auf unserer spezialisierten SERAS-Station an. Patienten, die komplex, mehrfach und früh traumatisiert sind, werden weiterhin kompetent auf den Stationen 3.2 in Teupitz beziehungsweise 2.6 in Lübben behandelt.

Das Vorgespräch

Als hilfreiche Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie auf unserer SERAS-Station, hat sich das Vorgespräch mit Ihrem Bezugstherapeuten vor Beginn der Behandlung erwiesen. Greifen wir therapeutisch aufgrund einer unmittelbaren Krise ein (Krisenintervention), können wir das Gespräch nachholen. Überregionale Aufnahmen sind stets möglich. Im Vorgespräch lernen Sie einen Facharzt/Psychologen und eine Pflegekraft unserer Station kennen. Dies bietet Ihnen eine erste Möglichkeit, sich mit unserer Station und unserm Therapeutenteam vertraut zu machen und sich eingehender über unsere Arbeit zu informieren. Wir besprechen und vereinbaren mit Ihnen die Behandlungsziele, die Behandlungsdauer sowie einen möglichen Aufnahmetermin. Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen und Ihnen helfen zu dürfen.

Im Vorgespräch besprechen wir mit Ihnen:

  • die aktuelle Symptomatik: insbesondere Ängste, Alltagseinschränkungen, Flashbacks (gefühlsmäßige Rückblenden)
  • sich aufdrängende Erinnerungen, Affekt (Gemütszustand) und Stimmung, Vermeidungsverhalten, Sucht, selbstverletzendes Verhalten, Suizidalität (Neigung zum Selbstmord)
  • die soziale Situation
  • medikamentöse (Vor-)Behandlung und weitere Vorbehandlungen und deren Ergebnisse
  • Ziele und Dauer der Behandlung
  • individuelle Ressourcen
  • das Behandlungsangebot

Die Therapie verläuft meist in drei für Sie wichtigen Phasen:

Phase I:

  • Beziehungsaufbau, Vertrautheits- und Sicherheitsgefühl entwickeln

Phase II:

  • Identifikation und Arbeit mit vorhandenen Ressourcen
  • Bearbeitung krankheitsbedingter Defizite (Einschränkungen) und deren Folgen im Einzel- und Gruppensetting, Alternativen fördern, emotional korrigierende Erfahrung machen
  • Identifikation und Arbeit mit vorhandenen Ressourcen (Fähigkeiten)
  • Vermittlung eines Krankheitskonzeptes
  • Arbeit an der Objektkonstanz durch Aufbau stabiler therapeutischer Beziehungen
  • Stabilisierung nach einem Trauma (seelische Verletzung)
  • konfrontative Traumaarbeit

Phase III:

  • Integration (Einbindung)/Erprobung neuer Erfahrungen
  • berufliche Wiedereingliederung/Neuorientierung, Klärung der Wohnsituation, Nachsorgeplanung
  • gegebenenfalls Angehörigengespräche
  • Abschied

Interview zur Posttraumatischen Belastungstörung.

Chefarzt Prof. Kropp erläutert das Thema PTBS. ©Asklepios Kliniken

Nicht nur für Betroffene sondern auch für Familienangehörige ist es anfangs sehr schwer, die Diagnose PTBS zu verstehen, die Folgen und Auswirkungen einzuschätzen aber auch die Therapiemöglichkeiten und deren Erfolgsmöglichkeiten zu bewerten, die heute möglich sind. Im Interview erläutert Prof. Kropp wesentliche Fakten zur Diagnosestellung, Therapie und Verlauf dieses Krankheitsbildes.

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