Endoskopie des Gallengangs (ERCP)

Diese endoskopische Untersuchung dient dazu den Gallengang und die kleinen Gallengänge in der Leber im Röntgen sichtbar zu machen. Über das Endoskop kann der untersuchende Arzt auch therapeutische Eingriffe durchführen.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Über den gleichen Zugang wie bei einer Magenspiegelung wird das Endoskop in den Zwölffingerdarm vorgeführt und vor der Einmündung des Gallengangs positioniert. Über dieses Endoskop wird dann eine Sonde in den Gallengang eingebracht und der Gang mit Kontrastmittel angefüllt. So kann in der Röntgendarstellung mit einem sogenannten C-Bogen der Gallengang vollständig dargestellt werden. Abflusshindernisse wie Gallensteine oder Verengungen (Stenosen) werden sichtbar. Darüberhinaus kann die Beschaffenheit der kleinen Gallengänge in der Leber dargestellt werden, die bei bestimmten Lebererkrankungen verändert sein kann.

Diese Untersuchung wird in Kurznarkose durchgeführt und dauert etwa 20 Minuten, bei notwendigen therapeutischen Eingriffen entsprechend länger. Wegen einer notwendigen Betreuung und Überwachung nach der Untersuchung erfolgt die ERCP immer im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthalts.

Gallensteine, die aus der Gallenblase in den Gallengang übergetreten sind, können endoskopisch entfernt werden, wodurch eine offene Operation mit Eröffnung des Gallengangs vermieden wird. Bei Vorliegen einer Gallengangsverengung besteht die Möglichkeit über das Endoskop ein Kunststoffröhrchen oder ein Metallgitter (Stent) einzulegen, um den Abfluss der Galle wieder zu ermöglichen.

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