Hernienchirurgie

Ursächlich für Hernien sind Bruchpforten infolge von Muskellücken, so dass es zum Vorwölben von Organen in der Bauchwand (äußere Hernie) oder im Bereich des Zwerchfells (innere Hernie) kommen kann. Neben Hernien der Bauchwand und des Zwerchfells treten häufig Nabelhernien, Leistenhernien und Narbenhernien auf.

Wir helfen Ihnen bei

Hieer war ein Bild Untersuchung Prof. Wenger
Untersuchung
  • Leistenbrüchen
  • Narbenbrüchen
  • Bauchwandbrüchen

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Entscheidend ist die ärztliche Untersuchung des Patienten und die Erfragung der klinischen Beschwerden. Hierbei kann bei unklaren Befunden zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) durchgeführt werden. Ferner führen wir bei sehr kleinen Hernien oder inneren Hernien, die nicht direkt erkennbar sind, gegebenenfalls eine Computertomografie durch.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Hernien bilden sich nicht selbständig zurück, sondern nehmen mit der Zeit an Größe zu. Daher ist eine Heilung nur durch eine Operation möglich. Hernienoperationen gehören zu den Standardoperationen in unserer chirurgischen Klinik. Hierbei kommen - je nach Ausmaß und Lokalisation der Hernie – sowohl offene Operationsverfahren als auch minimal invasive Operationsverfahren zum Einsatz. Über das für Sie passende OP-Verfahren klären wir Sie dann selbstverständlich gerne in unserer Sprechstunde ausführlich auf.

Leistenbruch

Bei Verdacht auf einen Leistenbruch ist eine ärztliche Vorstellung immer sinnvoll.

Ein nachgewiesener Leistenbruch sollte in der Regel immer operiert werden, denn ein Leistenbruch bildet sich nicht von selbst wieder zurück, sondert er nimmt im Verlauf an Größe zu. Ferner kann es zu Einklemmungen (Inkarzerationen) von Darm kommen, sodass dieser eingeschnürt werden kann und ein Darmverschluss (Ileus) entstehen kann. Dies kann auch zum Platzen (Perforation) des Darmes führen, was eine lebensbedrohliche Situation darstellt. Für die chirurgische Behandlung eines Leistenbruchs stehen unterschiedliche Operationsverfahren zur Verfügung. Die Wahl des geeigneten Op-Verfahrens hängt vorrangig  von  der Größe des Leistenbruches, der Konstitution des Patienten und den Nebenerkrankungen ab. Nach der Operation empfehlen wir die körperliche Schonung für ca. 4 Wochen (Keine Gewichte > 5kg tragen), um eine regelrechte Abheilung zu ermöglichen.

Leistenbruch - Operationsverfahren

1. Operation nach Shouldice

Es erfolgt hierbei über einen Hautschnitt in der Leistenregion die Freilegung des Leistenbruchs. Der Bruchsack und Bruchinhalt (z.B. Darm oder Fettgewebe) werden in die Bauchhöhle zurück gedrückt, anschließend wird die Bruchlücke durch Nähte verschlossen. Vorteilhaft ist, dass bei dieser Operation kein künstliches Netzimplantat eingesetzt wird.

Für wen ist die Operation nach Shouldice geeignet?

Wir führen diese Operation bei jungen Menschen, Frauen und Patienten mit einem  kleinen Leistenbruch durch.

2. Operation nach Lichetenstein

2. Operation nach Lichtenstein

Die Operation verläuft ähnlich wie die Operation nach Shouldice – zusätzlich erfolgt jedoch die Einnähung eines Kunststoffnetzes über der Bruchpforte. Die Operation kann entweder in einer Vollnarkose oder in einer Rückenmarksnarkose (Periduralanästhesie) erfolgen.

Für wen ist die Operation nach Lichtenstein geeignet?

Wir führen diese Operation bei größeren Leistenbrüchen und wenn es sich um einen wiederholten Leistenbruch handelt durch. Auch wenn der Betroffene aus beruflichen Gründen frühzeitig wieder körperlich arbeiten muss, ist diese OP-Methode sinnvoll. Die Operation kann entweder in einer Vollnarkose oder in einer Rückenmarksnarkose (Periduralanästhesie) erfolgen.

3. Minimal-invasive Methoden (TEEP- oder TAPP-Operation)

3. Minimal-invasive Methoden (TEEP- oder TAPP-Operation)

Bei beiden minimal invasiven Operationen erfolgt die Leistenbruchoperation über 3 kleine (ca. 1cm) Hautschnitte. Sowohl bei der TEEP (total extraperitoneale endoskopische Hernioplastik) als auch bei der TAPP (transabdominelle präperitoneale Hernioplastik)-Methode werden über die Schlüssellochmethode eine Minikamera und die beiden OP-Instrumente eingeführt. Beide Operationsmethoden finden in Vollnarkose statt.

TEEP:  Die minimal invasive TEEP erfolgt in der Bauchdecke zwischen Haut und Bauchfell. Zur Vergrößerung des Raumes zwischen Haut und Bauchfell wird Kohlendioxid in die Bauchdecke eingebracht, welches nach der Operation wieder abgelassen wird.  Bei der TEPP wird der Bruchsack freipräpariert und in die Bauchhöhle zurück verlegt. Über der Bruchpforte wird ein Kunststoffnetz angebracht, welches nicht durch Nähte oder Klammern fixiert werden muss.

TAPP´:  Ebenso  wie das TEEP erfolgt das  TAPP-Verfahren über 3 kleine Hautschnitte – die Operation findet im Gegensatz zur TAPP im Bauchraum statt. Hierfür wird in die Bauchhöhle Kohlendioxid eingebracht, um den Raum für die Operation zu vergrößern. Der Bruchsack des Leistenbruchs wird freipräpariert und in die Bauchhöhle zurückverlegt. Anschließend wird ein Kunststoffnetz über der Bruchpforte des Leistenbruches im Rahmen der Bauchspiegelung (Laparoskopie) mit Klammernähten fixiert.

Vorteile der minimal invasiven Operationen

Ein wesentlicher Vorteil dieser beiden minimal invasiven Operationen ist, dass minimal invasive Operationen ein geringeres Traum hervorrufen als offene Operationsverfahren. Hierdurch treten noch geringere postoperative Schmerzen auf und der Patient ist nach der Operation wieder schneller belastbar und mobil ist.

Narbenhernien (Narbenbrüche)

Narbenhernien treten in der Regel als Folge einer offenen Bauchoperation auf, bei der ein Schnitt in Längsrichtung (mediane Laparotomie) in der Mitte der Bauchwand erfolgt ist. Unter einer Narbenhernie versteht man einen Bruch der Bauchwand im Bereich der Operationsnarbe. Ursache ist eine verminderte Stabilität und Elastizität der Bauchwand und der Bauchwandnarbe nach einer Bauchoperation im Vergleich zu gesundem Gewebe. Die Bauchwand ist hierbei nicht fest genug, um dem Druck des Bauchraumes standzuhalten, wodurch Schwachstellen im Bereich der Bauchwand auftreten. An diesen Schwachstellen kommt es zum Bruch der Bauchwand, so dass sich Baucheingeweide in einem Bruchsack (Sack des Bauchfells) nach außen vorwölben. Zu einer Narbenhernie gehören Bruchpforte, Bruchsack und Bruchinhalt.

Welche Faktoren begünstigen eine Narbenhernie?

 

  • Wundinfektionen
  • Wundheilungsstörungen nach der Operation
  • Reduzierter Allgemein- und Ernährungszustand des Patienten
  • Mehrfache Operationen (Relaparotomien) über den gleichen Operationszugang
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Rauchen
  • Medikamentöse Kortison-Behandlung
  • Bauchfellentzündung (Peritonitis
  • Diabetes mellitus („Zucker“)
  • Erhöhter Druck im Bauchraum durch z.B. Obstipation, COPD, Asthma bronchiale

Mögliche Symtome

  • Sichtbare und tastbare Vorwölbung im Bereich der Operationsnarbe der Bauchwand
  • Die Vorwölbung kann sich im Verlauf der Zeit vergrößern
  • Die Vorwölbung lässt sich in der Regel in den Bauchraum zurückdrücken.
  • Schmerzen der Narbe
  • Obstipation (Verstopfung)
  • Darmverschluss (Ileus): Hierbei kommt es zu einer Einklemmung von Anteilen des Darmes in der Bruchpforte der Narbenhernie. Es kommt zu einer Unterbrechung der Durchblutung und der Passage des Darmes. Dieser Zustand ist lebensgefährlich. Es treten starke Schmerzen auf und der Bruch kann nicht mehr in die Bauchhöhle zurück gedrückt werden.

Diagnostik bei Narbenbrüchen

Eine Narbenhernie lässt sich durch die klinische Beobachtung der Symptome und eine körperliche Untersuchung meist sehr schnell diagnostizieren. Hierzu befragt der behandelnde Arzt den Patienten zunächst zu seinen Beschwerden und anschließend tastet er die Narbe mit der Hand ab. Kann er beim Abtasten der Narbe eine Bruchpforte bzw. einen Bruchsack ertasten, ist die Diagnose eines Narbenbruchs in der Regel schon gesichert. Um die Narbenhernie weiter zu beurteilen, prüft der Arzt zudem noch, ob und wie leicht der Bruchsack durch die Bruchpforte zurück in die Bauchhöhle gedrückt werden kann.

In seltenen Fällen können auch noch weitere Untersuchungen zur sicheren Diagnose einer Narbenhernie erforderlich werden. Hierzu gehören beispielsweise die Ultraschalluntersuchung (Sonographie), die Computertomographie (CT), die Röntgenuntersuchung sowie Darmuntersuchungen wie die Darmspiegelung. Diese Untersuchungsverfahren kommen unter anderem bei übergewichtigen Patienten oder sehr kleinen Narbenbrüchen zum Einsatz und dienen der sicheren Bestätigung der Diagnose Narbenhernie. Zudem können zusätzliche Untersuchungen wie die Ultraschalluntersuchung weitere Hinweise über die Größe der Bruchpforte, den Bruchinhalt, die Gefahr einer Einklemmung von Baucheingeweiden oder eine bereits bestehende Einklemmung geben.

Therapie bei Narbenbrüchen

Ein Narbenbruch sollte stets operativ behandelt werden, da er sich niemals von selbst zurückbilden wird, sondern vielmehr mit der Zeit größer wird. Außerdem besteht die Gefahr, dass es zu einer gefährlichen Einklemmung von Eingeweideteilen in der Bruchpforte kommt. Auch wenn eine Narbenhernie keine Beschwerden verursacht, ist eine Operation daher in jedem Fall angeraten.

In der Regel sollte die Primäroperation, die den Narbenbruch verursacht hat, mindestens 3 bis 6 Monate zurückliegen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Narbenbruch-Operation ist nämlich, dass die ursprüngliche Operationsnarbe ausgeheilt ist und saubere und stabile Wundränder und nahtfähige Strukturen vorliegen. Eine sofortige chirurgische Behandlung ist nur dann notwendig, wenn sich der Bruchsack nicht in den Bauchraum zurückdrücken lässt und es zu einer Einklemmung von Eingeweideteilen gekommen ist.

Während der Operation wird die Narbenhernie zunächst freigelegt und der Bruchsack wieder in die Bauchhöhle zurück verlagert. Anschließend wird die Bruchpforte des Narbenbruchs dauerhaft wieder verschlossen. Hierfür stehen mit der Nahttechnik und dem Einsetzen eines Kunststoffnetzes prinzipiell zwei verschiedene Operationsverfahren zur Auswahl, die sowohl im Rahmen einer offenen Operation – durch das Wiederöffnen der Narbe über den alten Operationsschnitt – als auch laparoskopisch bzw. endoskopisch, sprich mittels Schlüssellochchirurgie, erfolgen können. Welches Operationsverfahren bei einem Narbenbruch letztlich zum Einsatz kommt, hängt zum einen von der Größe und Beschaffenheit der Narbenhernie und zum anderen von der körperlichen Verfassung des Patienten ab.

Kleinere Narbenhernien, die einen Durchmesser von unter 4 Zentimetern haben, können mittels Nahttechnik operiert werden. Dabei wird die Bruchpforte, also das Loch in der Bauchwand, durch eine direkte Naht verschlossen. Werden größere Narbenbrüche mittels direkter Naht verschlossen, so liegt die Rückfallquote bei bis zu 50 Prozent. Bei größeren Narbenbrüchen wird deshalb in der Regel ein nicht auflösbares Kunststoffnetz über der Bruchpforte eingesetzt, um die Bauchdecke zu verstärken. Die Rückfallquote kann so gesenkt werden.

Zwerchfellhernien (Zwerchfellbrüche) mit Refluxerkrankung (Sodbrennen)

Beim Essen gelangt die Nahrung durch die Speiseröhre in den Magen. Um den Rückfluss (Reflux) vom Mageninhalt (u.a. Salzsäure zur Verdauung) zurück in die Speiseröhre zu verhindern, ist die untere Speiseröhre mit einem Verschlussmechanismus (sogenannter unterer Ösophagussphinkter) ausgestattet.

Bei einem Zwerchfellbruch mit einer Refluxerkrankung ist der Verschlussmechanismus der Speiseröhre gestört, so dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Dies kann zu einer Entzündung der Speiseröhre führen (Refluxösophagitis). Risikofaktoren hierfür sind z. B. Übergewicht, bestimmte Medikamente oder den Konsum von Alkohol und Nikotin.

Bei Zwerchfellbrüchen tritt häufig eine sog. Hiatushernie auf, bei der ein Anteil des Magens durch das Zwerchfell in die Brusthöhle verlagert ist. Dies kann eine Refluxerkrankung auslösen – hierdurch verspürt der Patient dann Sodbrennen in Form starker Schmerzen hinter dem Brustbein.

Bei langem Bestehen der Refluxerkrankung kann die Speiseröhre dauerhaft geschädigt werden, so dass es auch zu bösartigen Erkrankungen kommen kann.

Typische Beschwerden bei einem Zwerchfellbruch:

  • Oberbauchschmerzen.
  • Brennende oder stechende Schmerzen hinter dem Brustbein, besonders im Liegen und bei körperlicher Anstrengung und nach bestimmten Speisen.
  • Sodbrennen, saures Aufstoßen.
  • Schluckbeschwerden.
  • Reizhusten und Heiserkeit (meist durch nächtliches Einatmen von Magensäurerückfluss).

Diagnostik bei Zwerchfellbrüchen

  • Ösophago-Gastroskopie (Spiegelung von Speiseröhre und Magen)
  • 24h-PH-Metrie (Bestimmung des Refluxausmaßes durch eine 24 Stunden-Säuremessung in der Speiseröhre
  • Röntgen-Breischluck-Untersuchung (Röntgenbreischluck)

Therapie bei Zwerchfellbrüchen

Die Therapie der Refluxkrankheit erfolgt zunächst medikamentöse durch sog. „Säureblocker“, welche die Magensäureproduktion hemmen. Hierunter sind die Entzündung der Speiseröhre und die Beschwerden rückläufig.

Bei vielen Patienten treten die Beschwerden jedoch nach Absetzen der Medikamente wieder auf, so dass die Medikamenteneinnahme häufig lebenslang notwendig ist.

Eine Operation ist dann sinnvoll und notwendig, wenn der Patient trotz medikamentöser Behandlung noch über Beschwerden klagt.

Durch die Operation wird der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre verhindert – die Operation wird in Schlüssellochtechnik durchgeführt. Hierbei wird der Zwerchfellbruch behoben und zusätzlich eine Magenmanschette (Fundoplicatio) angelegt.

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