Gutartige Prostatavergrößerung

Bei jedem Mann kommt es im Laufe des Lebens zu einer Größenzunahme der Prostata. Hierdurch können Beschwerden beim Wasserlassen auftreten, die unter dem Oberbegriff LUTS (lower urinary tract symptoms) zusammengefasst werden.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Kennzeichnend sind sowohl irritative Beschwerden (häufiges, dringendes und nächtliches Wasserlassen) als auch obstruktive Beschwerden (abgeschwächter Harnstrahl, unvollständige Entleerung der Harnblase). Das Ausmaß dieser Beschwerden können wir durch einen Fragebogen erfassen.

In den meisten Fällen werden die durch die gutartige Vergrößerung der Prostata ausgelösten Beschwerden zunächst medikamentös behandelt. Zur weiteren Abklärung ist die sonografische (durch einen Ultraschall erfolgende) Bestimmung des Restharns (Urinvolumen, das nach dem Wasserlassen in der Blase zurückbleibt) und des Prostatavolumens erforderlich. Die Messung des Harnstrahls (Uroflow) und in einigen Fällen eine Blasendruckmessung (Urodynamik) komplettieren zusammen mit einer Blut- und Urinuntersuchung die Diagnostik.

Wird während der Abklärung der Beschwerden festgestellt, dass eine medikamentöse Therapie nicht mehr ausreichend ist, weil durch diese beispielsweise keine ausreichende Linderung der Symptome erreicht werden kann oder aber die Restharnmenge zu hoch ist, wird häufig eine operative Therapie erforderlich.

Wir bieten jedem unserer Patienten ein individuelles, nebenwirkungsarmes Therapieverfahren an. Das Prinzip aller Vorgehensweisen ist die Entfernung des gutartig vergrößerten Prostataanteils (Adenomgewebe) durch die Harnröhre. Dies kann durch unsere Experten mit verschiedenen Laserverfahren oder Hochfrequenzstrom geschehen – moderne Verfahren für Ihre bestmögliche Behandlung.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Greenlight-Laser

Wir bieten in unserer Abteilung als besonders schonendes Verfahren zur endoskopischen Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung die Greenlight-Laser-Vaporisation an. Unsere Abteilung ist mit der neuesten Lasergeneration (180 W XPS Laser) ausgestattet. Wir führen ca. 160 Greenlight-Laser-Prozeduren jährlich durch und sind damit eine der führenden Abteilungen in Deutschland mit entsprechend erfahrenen Spezialisten.

Mit einem speziell für diesen Eingriff konzipierten Laser wird das überschüssige Prostatagewebe verdampft oder reseziert. Hierzu führen wir über ein Endoskop (optisches Instrument) die Laserfaser an das Adenomgewebe (gutartig vergrößerter Prostataanteil) heran. Unter Sicht tragen wir es dann mit dem Laser ab. Die Blutstillung ist bei diesem Verfahren ausgesprochen gut, sodass der Eingriff auch unter der Einnahme von Antikoagulantien (Aspirin, Heparin oder Marcumar) durchführbar ist. Daher ist es besonders für Patienten mit Gefäßstents (Gefäßstützen) oder anderen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems geeignet. Die Effektivität des Eingriffs ist vergleichbar mit der klassischen Elektroresektion (TUR-P). Nebenwirkungen wie Blutungen oder Elektrolytverschiebungen treten aber wesentlich seltener auf als bei diesen Verfahren.

Durch die Weiterentwicklung der Operationstechnik können wir im Rahmen des Eingriffs auch Gewebe für eine mikroskopische Untersuchung gewinnen. Durch die Enukleationstechnik können auch große Prostataadenome suffizient (mit Erfolg) behandelt werden.

Den Eingriff führen wir in Allgemein- oder Regionalanästhesie durch. Im Anschluss versorgen wir Sie über ca. 3 Tage auf unserer Station.

Transurethrale Laser-Enukleation der Prostata mit dem Holmium:YAG-Laser (HoLEP)

Als zweites Laserverfahren zur Behandlung der symptomatischen gutartigen Prostatavergrößerung bieten wir in unserer Abteilung die Holmium-Laser-Enukleation an. Bei diesem Verfahren wird das Gewebe mit dem Holmium-Laser aus der Prostatakapsel ausgeschält. Im Anschluss wird das Gewebe mit einem sogenannten Morcellator zerkleinert und entfernt.

Dieses Verfahren bietet einen sehr hohen Gewebeabtrag unabhängig vom Prostatavolumen und ist daher auch für große Prostataadenome gut geeignet, bei denen eine konventionelle Elektroresektion (Entfernung) nicht mehr ohne eine erhöhte Komplikationsrate möglich ist. Das Verfahren ist seit vielen Jahren im Einsatz. Diese Behandlungstechnik wurde in zahlreichen Studien untersucht und die langfristige Wirksamkeit nachgewiesen. Die blutstillenden Eigenschaften des Holmium-Lasers reichen nicht an die des Greenlight-Lasers heran. Aus diesem Grund setzten wir den Holmium-Laser bevorzugt bei Patienten ein, die nicht auf die dauerhafte Einnahme blutverdünnender Medikamente (ASS, Clopidogrel, Marcumar, Heparin) angewiesen sind.

Elektroresektion

Die transurethrale Elektroresektion (TUR-P) gilt nach wie vor als Standardverfahren zur operativen Behandlung der symptomatischen gutartigen Prostatavergrößerung. Das Verfahren ist seit Jahrzehnten bekannt und entsprechend ausgereift. Bei Patienten ohne schwerwiegende Begleiterkrankungen mit kleinen und mittelgroßen Prostatadrüsen kann es sicher angewendet werden. In den meisten Fällen tritt der gewünschte therapeutische Effekt (Verbesserung des Harnstrahls, Zunahme der Speicherkapazität der Harnblase, Reduzierung des nächtlichen Wasserlassens) rasch nach der Operation ein. Der gute Langzeiteffekt dieses Verfahrens ist sehr gut untersucht. In unserer Abteilung bieten wir sowohl die monopolare als auch die bipolare Resektion mit Kochsalzlösung an. Durch das letztere Verfahren können Elektrolytverschiebungen (TUR-Syndrom) sicher verhindert werden.

Urolift

Bei diesem Verfahren werden endoskopisch durch die Harnröhre mehrere Gewebsanker in die Prostata eingebracht. Hierdurch wird die durch die prostatische Harnröhre aufgespannt, so dass der Harnstahl kräftiger wird und die Beschwerden durch die Blasenentleerungsstörung  nachlassen.

Dieses Verfahren belastet den Patienten nur sehr geringfügig. Der Eingriff ist in Lokalanästhesie möglich. Nebenwirkungen treten selten auf. Insbesondere wird die Sexualfunktion nicht relevant beeinträchtigt. Die Zeugungsfähigkeit bleibt in aller Regel erhalten, da eine retrograde Ejakulation (trockener Samenerguss) nur sehr selten auftritt. Da die Methode erst seit wenigen Jahren angewandt wird gibt es keine Langzeitergebnisse. Falls die Prostatasymptomatik einige Zeit nach der Implantation der Urolift Anker wieder auftritt können alle anderen endoskopischen Verfahren (GreenLight, HoLEP, TUR-P) problemlos angewandt werden. Nicht jeder Patient kann mit dem Urolift Verfahren erfolgreich behandelt werden. Die Prostata muss relativ klein sein, ein sogenannter Mittellappen darf nicht vorliegen. Insbesondere Patienten mit relevanten Vorerkrankungen und einem dadurch erhöhten OP Risiko und Männer die sich den kompletten Erhalt ihrer Sexualfunktion wünschen, profitieren von der Urolift Methode.

Die Vor- und Nachteile der einzelnen Operations-Techniken besprechen wir mit Ihnen im Rahmen der Therapieplanung.

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