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Operative Therapien

In unserer Arbeit konzentrieren wir uns nicht nur auf urogynäkologische Krankheitsbilder, wie Genital-Senkungen oder die Therapie einer Inkontinenz, sondern behandeln alle Probleme und Krankheiten, die das Becken bei Frauen und Männer betreffen. Hierzu gehören auch komplexe Eingriffe mit Harnableitungen und Rekonstruktionen.

Operationen bei Inkontinenz

Operationen bei Belastungsinkontinenz

Wenn eine physiotherapeutische Behandlung nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, kann eine Operation eine Belastungsinkontinenz bessern oder auch heilen. Es stehen dafür zahlreiche verschiedene Operationsmöglichkeiten zur Verfügung. Welche Verfahren hierbei in Frage kommen und welche Operation für Sie persönlich die richtige ist, kann erst nach einer gründlichen Untersuchung entschieden werden.

Paraurethrale Injektionen

Bei weniger ausgeprägten Formen des Urinverlustes unter körperlicher Belastung können gezielte Injektionen zur Unterpolsterung der Schließmuskelregion zu einer Verbesserung bzw. zur Aufhebung der Beschwerden führen. Diese Injektionstherapie ist eine minimalinvasive Behandlung. Das verwendete Material ist biokompatibel, nicht resorbierbar und nicht allergie-auslösend. Es wird nicht vom Körper in andere Gewebe verteilt.

Die Erfolgsrate liegt mit ca. 70% etwas niedriger als die der Bandoperation. Dennoch ist der Eingriff gerade für Patienten interessant, die:

• nicht für eine andere chirurgische Maßnahme nicht in Frage kommen
• ein bestehendes Kontinenz-Problem nach chirurgischem Eingriff behalten haben
• über eine Mischinkontinenz (Drang – und Belastungsinkontinenz) klagen, bei der die Drangkomponente stärker ausgeprägt ist
• noch einen Kinderwunsch haben
• einen solchen Eingriff aus persönlichen Gründen vorziehen

Bandoperationen

Diese minimal invasive Operationstechnik wird häufig bei einer Belastungsinkontinenz angewendet. Über einen kleinen Schnitt in der Scheide unter der Harnröhre wird ein Bändchen entweder zur Oberschenkelinnenseite (TOT-Band) oder hinter dem Schambeinbogen (TVT-Band) ausgeleitet. Die Operationsdauer beträgt in der Regel 15-20 Minuten. Vor Entlassung aus der Behandlung erfolgt eine Ultraschalluntersuchung zur Kontrolle der Blasenentleerung. Mit den Bändern erreicht man eine Stabilisierung und anatomisch gerechte, elastische Verankerung der Harnröhre. Die Erfolgswahrscheinlichkeit für diese Operationen beträgt 80-90% Besserung bzw. Heilung.

Kolposuspension nach Burch

In bestimmten Situationen, in denen man auf die Implantation eines Bandes verzichten sollte oder muss, ist eine Kolposuspension das geeignete Operationsverfahren. Dabei wird die Scheide durch seitliche Nähte angehoben und die Fäden hinter dem Schambeinbogen fixiert. Hierdurch wird der Blasenhals stabilisiert. Diese Operation erfolgt in der Regel in Vollnarkose und dauert ca. 45 Minuten. Diese Methode ist DAS klassische Verfahren zur Behandlung einer Belastungsinkontinenz und seit vielen Jahren etabliert und bewährt. Moderne Bandverfahren, die diese Operationsmethode verdrängt haben, mussten sich an deren gutem Behandlungserfolg messen.

Botulinumtoxininjektion

Die Therapie mit Botulinumtoxin wird mit gutem Erfolg bei Drangbeschwerden der Blase und bei Dranginkontinenz angewendet. Das Botulinumtoxin wird dabei direkt in die Blasenwand injiziert. Zunächst kommen allerdings Verhaltenstraining, Medikamenten mit anticholinerger Wirkung oder eine (Elektro)Stimulationsbehandlung zum Einsatz. Falls diese Maßnahmen keinen oder keinen ausreichenden Erfolg zeigen oder das Medikament schlecht vertragen wird, kann Botulinumtoxin bei bestimmten Voraussetzungen zum Einsatz kommen. Ob eine Botulinumtoxininjektion in Ihrem Fall sinnvoll ist, kann erst nach einer Voruntersuchung entschieden werden.
Botulinumtoxin ist ein Nervengift, das die Übertragung von Nervenimpulsen zur Muskulatur hemmt. Das Präparat wird direkt in die Harnblasenmuskulatur injiziert. Diese Behandlung ist auch bei einer neurogenen Blasenentleerungsstörung, z.B. infolge einer Querschnittslähmung oder bei einer Erkrankung an Multipler Sklerose anwendbar.
Die Wirkdauer des Medikaments beträgt 5-9 Monate, anschließend kann die Injektion in diesem Intervall erneut durchgeführt werden.

Operationen bei Senkungszuständen des Beckenbodens

Eine Senkung der Scheide (Descensus vaginae) kann in diversen Ausprägungen bestehen und verschiedene Anteile der Scheide in unterschiedlichem Ausmaß betreffen. Bei einem kompletten Scheidenvorfall spricht man von einem Prolaps vaginae.
In Abhängigkeit vom bestehenden Defekt kommen unterschiedliche operative Verfahren zur Anwendung:

Operationsverfahren:

Vordere Kolporrhaphie

Eine Hebung der vorderen Scheidenwand ist ein chirurgischer Eingriff, um die Bindegewebsschicht zwischen der Blase und der Vagina zu korrigieren bzw. zu verstärken. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass nur eine der beiden Senkungsformenformen (zentraler Defekt oder Pulsationszystozele) der vorderen Vaginalwand (Zystozele) in dieser Weise korrigiert werden kann. Der seitliche Defekt (Traktionszystozele) erfordert ein anderes Operationsverfahren, bei dem die defekte seitliche Aufhängung durch Naht fixiert wird (siehe Lateral repair nach Richardsen) oder in ausgesuchten Fällen, bzw. im Rezidivfall, durch ein Netzimplantat teilweise oder ganz ersetzt werden kann.

Hintere Kolporrhaphie

Die hintere Scheiden-Damm-Plastik verfolgt die Funktion, eine weitere Vorwölbung des Mastdarms in Richtung Scheide zu verhindern. Weiterhin ist dieser plastische Eingriff darauf ausgerichtet, die Muskulatur des Dammbereichs sowie des Beckenbodens zu straffen.

Vaginaefixatio sacrospinalis

Die Scheidenstumpffixation (Vaginaefixatio sacrospinalis nach Amreich-Richter) ist ein vaginales Operationsverfahren, welches eine Fixation des oberen Scheidenpols an die Bandstrukturen des kleinen Beckens herstellt. Hierdurch wird eine zusätzliche Stabilisierung und Streckung des hinteren Scheidenwandanteils erreicht.
Diese Operationstechnik wird vorwiegend bei Patientinnen eingesetzt, bei denen die Gebärmutter bereits entfernt wurde. Es lässt sich jedoch ebenso unter Uteruserhalt durchführen. Der operative Aufwand und das Operationsrisiko für die Patientin bezüglich entstehender Nachblutungen sind geringfügig erhöht.

Sakrokolpopexie

Das Verfahren korrigiert einen Vorfall des Scheidenendes nach Gebärmutterentfernung, es kann aber auch bei einer Senkung mit noch erhaltenem Uterus angewendet werden. Die Operation soll die ursprüngliche Position der Scheide bzw. der Gebärmutter im kleinen Becken wiederherstellen und somit auch deren Funktion.
Die Sakrokolpopexie kann entweder als offen operatives Verfahren über einen Bauchschnitt oder per Bauchspiegelung durchgeführt werden. Zuerst werden Blase und Enddarm von der Scheide abgelöst. Danach wird ein nichtauflösbarer Netzstreifen an den Scheidenstumpf genäht. Das Netz wird mit dem anderen Ende spannungsfrei am Kreuzbein verankert.

Operationsverfahren mit dem ”CESA/VASA-System”

Diese Operationsmethode stellt ein modifiziertes Verfahren der Sakrokolpopexie (mit Netzinterposition) dar, bei dem die uterosakralen Ligamente (USL) nicht mittig, sondern beidseitig durch das Implantat verstärkt bzw. ersetzt werden.
Die Mobilität der rekonstruierten uterosakralen Ligamente wird hierbei ebenso wie bei dem Verfahren der Sakrokolpopexie gewährleistet. Eine begleitende Drangharninkontinenz kann hierdurch gleichzeitig erfolgreich behandelt werden, wenn diese als Folge der Beckenbodensenkung entstanden ist.
Dabei kann in Abhängigkeit von den anatomischen Voraussetzungen zwischen zwei unterschiedlichen Ausführungen unterschieden werden: Die Fixation des Vaginalstumpfes nach Hysterektomie oder die der Zervix nach zervixerhaltender Entfernung des Uterus.
CESA: (CErvico-SAkropexie) und VASA: (VAgino-SAkropexie)

Bei beiden Verfahren ist mit einem Krankenhausaufenthalt von etwa 3-5 Tagen zu rechnen. Während der ersten 6 Wochen nach der Operation sollten das Heben von schweren Dingen und schwere körperliche Arbeit vermieden werden. Spaziergänge hingegen sind empfehlenswert und können in ihrer Ausdehnung allmählich gesteigert werden. Vermeiden sollte man auch jegliche Art von Krafttraining, Aerobic, Pilates und Yoga sowie Schwimmen und Geschlechtsverkehr für mindestens 6 Wochen.

Über Risiken und Komplikationen der einzelnen Verfahren werden Sie in einem Vorgespräch ausführlich informiert.

Sakralnervenmodulation

Die Sakralnervenmodulation ist eine Therapie, die sowohl bei Funktionsstörungen der Blase als auch des Enddarmes eingesetzt werden kann. Diese treten nicht selten in Kombination auf. So findet sie Anwendung bei bestimmten Formen des Urinverlustes und Störungen der Blasenentleerung als auch bei Darmschwäche oder analer Schließmuskelschwäche sowie bei chronischer, funktioneller Verstopfung (Obstipation).
Durch die Neuromodulation (schwache elektronische Impulse) der sakralen Spinalnerven können die natürliche Funktionalität der Blase und auch des (End-) Darmes wiederhergestellt werden.

Die Therapie besteht aus zwei Schritten:

1. Testphase
Als Erstes wird ein diagnostischer Test durchgeführt, um zu überprüfen, ob die relevanten Nervenbahnen im Beckenbodenbereich intakt sind. Darüber hinaus kann mit dieser diagnostischen Testsimulation beurteilt werden, welche Verbesserungen sich im individuellen Fall erzielen lassen. Je nach Krankheitsbild kann die Testphase mehrere Tage bis hin zu 4-5 Wochen dauern, die entweder mit einer temporären Elektrode, die nach dem Test wieder entfernt wird, oder schon mit der endgültigen Elektrode, die im Körper verbleibt, durchgeführt werden kann.

2. Implantation
In der zweiten Phase kann dann ein Impulsgenerator, der vergleichbar mit einem Herzschrittmacher ist, implantiert werden. Dieser Eingriff ist minimal-invasiv und wird im Rahmen eines kurzen Krankenhausaufenthaltes durchgeführt.

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