Dick- und Dünndarm- Chirurgie

Kolon- und Rektumcarcinom

Tumore des Dick- und Mastdarms

Karzinome des Dick- und Mastdarms gehören zu den häufigsten Krebsarten und treten vorwiegend ab dem 70. Lebensjahr auf. Die Gründe für die Erkrankung sind vielfältig: Sie kann durch genetische Faktoren, Erbkrankheiten, Rektumpolypen (durch den After vortretende Geschwülste), die Ernährungsweise, chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder weitere Tumore ausgelöst werden. Die Heilungschancen steigen, je früher der Tumor entdeckt und entfernt wird.

Die richtige Diagnostik

Wir empfehlen jedem Patienten ab dem 50. Lebensjahr regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, dank derer die Zahl der Neuerkrankungen stetig zurückgeht. Sonst bleiben Karzinome des Dick- und Mastdarms häufig für lange Zeit unerkannt. Hinweise auf die Erkrankung können beispielsweise Stuhlveränderungen, bluthaltiger oder bleistiftförmiger Stuhl, Verstopfungen, Durchfall, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust sein. Falls es bei Ihnen Hinweise auf eine Erkrankung gibt, begleiten wir Sie durch alle Phasen der Diagnose: In der Koloskopie (Darmspiegelung) erkennen wir kleinste Veränderungen der Darmschleimhaut, wir entnehmen Proben und lassen diese vom Pathologen untersuchen. Bewahrheitet sich die Diagnose, können wir mit einem inneren Ultraschall die Eindringtiefe des Tumors bestimmen. Weitere Verfahren wie die Computertomografie und die Kernspintomografie schließen die erste Diagnostik ab.

Unser Behandlungsangebot

Wir stimmen Ihre Therapie individuell auf Ihr Krankheitsbild ab. Sie richtet sich unter anderem nach der Höhe des Tumors, nach dessen Größe und Eindringtiefe sowie nach dem Vorhandensein von Metastasen.

Sofern es gerechtfertigt ist, greifen wir auf minimalinvasive Operationsverfahren zurück. Für die Festlegung komplexer Therapien halten wir eine wöchentliche Konferenz, ein sogenanntes Tumorboard, ab.

Die Therapie besteht in einer kompletten Entfernung durch eine Operation. In fortgeschrittenen Stadien führen wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern ggf. zusätzlich eine Strahlentherapie und eine Chemotherapie durch.

Beim höher gelegenen Karzinom wird ohne vorherige Chemotherapie ein Teil des Dickdarms mitsamt der Lymphknoten entfernt. Die Prognose des kolorektalen (auf den Dick- und Mastdarm bezogenen) Karzinoms ist sehr individuell. Sie ist deutlich besser, wenn der Tumor auf die Darmwand beschränkt ist. Bei allen nötigen Behandlungsschritten stehen wir Ihnen als kompetenter Partner zur Seite. Die Eingriffe werden – soweit möglich – schonend minimalinvasiv durchgeführt.

Wir protokollieren unsere Behandlungsergebnisse in einer umfangreichen Qualitätssicherung. Unsere Experten gewährleisten eine lückenlose Betreuung und sind jederzeit für Sie da. Wenn Sie es wünschen, erhalten Sie zudem eine psychoonkologische Betreuung.
Bitte sprechen Sie uns an.

Divertikulitis

Allgemeines und Symptome
Ab circa dem 70. Lebensjahr entstehen bei nahezu jedem zweiten Menschen sogenannte Divertikel, meistens im Übergangsbereich vom Übergang vom Dick- zum Enddarm. Man spricht bei dieser Erkrankung von einer Divertikulose. Die Divertikel sind kleine, sackförmige Ausstülpungen der Darmwand, die sich nicht von selbst zurückbilden. Eigentlich sind sie harmlos und verursachen keine Beschwerden. Oftmals werden sie nur rein zufällig während einer Darmspiegelung bemerkt.

Beschwerden entstehen, wenn sich die Divertikel entzünden. Dann spricht man von einer Divertikulitis. Meist treten mehr oder weniger starke Bauchschmerzen, vor allem linken Unterbauch auf. Weitere Anzeichen können Fieber, Verstopfung und ein Anstieg der weißen Blutkörperchen im Blut sein. Das Ausmaß der Entzündung spiegelt sich jedoch nicht immer in der Schwere der Bauchschmerzen wider.

Die Divertikulitis ist unbehandelt eine gefährliche Erkrankung. Sie kann zu einer Darmblutung und zu einem Darmdurchbruch mit Bildung eines Abszesses bis hin zum Austreten von Stuhl und Luft in den Bauchraum kommen. Dann entsteht eine lebensbedrohliche Blutvergiftung mit einer Bauchfellentzündung. Meist bleibt es nicht bei einem einzelnen Schub der Erkrankung. Tritt eine Divertikulis wiederholt auf, kann es zu einer Verengung des Darmes bis hin zum Darmverschluss kommen.

Eine Vorbeugung dieser Erkrankung ist nicht gesichert. Faser- und ballaststoffreiche, nicht blähende Nahrung und ausreichendes Trinken ist jedoch sicher sinnvoll, um den Stuhl zu erweichen und dadurch den Druck auf die Darmwand zu reduzieren.

Therapie
Liegt nur eine Divertikulose ohne Beschwerden vor, erfolgt keine Behandlung. Treten Bauchschmerzen, Darmbluten oder zuvor unbekannte Verstopfungen auf, sollten Sie sich bei Ihrem Arzt oder im Krankenhaus mit einer chirurgischen Abteilung vorstellen.

Die akute unkomplizierte Divertikulitis wird stationär mittels Antibiotika- und Schmerzmittelgabe gabe über einen Tropf behandelt. Diagnostiziert wird sie durch eine Sonographie oder Computertomographie. Nach erfolgreicher Ausheilung sollte eine Darmspiegelung erfolgen, um einschätzen zu können ob bereits eine Darmverengung vorliegt und wie die Ausdehnung der Divertikel im Darm ist. Zudem ist die Darmspiegelung wichtig im Hinblick auf ein gleichzeitiges Vorliegen bösartiger Veränderungen.

Tritt eine Divertikulitis wiederholt auf, treten schleichend Darmveränderungen oder Komplikationen auf, sollte eine Operation erfolgen. Bei sehr jungen und immungeschwächten Patienten sollte die Operation ggf. schon nach dem ersten Schub erfolgen. Bei der Operation wird der Teil des Darms, in dem die Divertikel liegen, entfernt. Die Operation erfolgt meist im beschwerdefreien Intervall, also ohne die Risiken und Beeinträchtigungen der akuten Erkrankung. Wenn bereits ein Abszess oder ein Darmdurchbruch besteht, erfolgt meist eine sofortige Notfalloperation.

Operative Therapie
Bei der Operation entfernen wir den Abschnitt des Dickdarms, in dem sich die Divertikel befinden mit einem Wiederanschluss der Darmenden aneinander. Dies ist meist die S-förmige Darmschleife am Übergang vom Dick-zum Enddarm (Sigma). Unser Team aus Fachärzten blickt auf eine langjährige Erfahrung in der minimalinvasiven Darmchirurgie zurück.

Die geplante Operation wird regelhaft minimal-invasiv (laparoskopisch) durchgeführt Hierzu steht uns ein ultramoderner Operationssaal mit 4K-Technik zur Verfügung, durch die selbst kleinste Strukturen (wie zum Beispiel Nerven) klar und deutlich sichtbar sind. Ein künstlicher Darmausgang ist fast nie erforderlich´, der Krankenhausaufenthalt dauert meist nicht mehr als eine Woche auf unseren schönen, neuen und modern eingerichteten Stationen.

Im Fall einer Notfalloperation kann eine klassische offene Operation über einen Bauchschnitt erforderlich werden, bei der auch die vorübergehende Anlage eines künstlichen Darmausganges notwendig werden kann.

Deswegen ist die frühzeitige Behandlung der Divertikulitis so wichtig!

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Morbus Crohn
Der Morbus Crohn ist eine chronische entzündliche Darmerkrankungen, die zwar den gesamten Magen-Darm-Trakt, am häufigsten aber den unteren Dünndarm (terminales Ileum) befallen kann. Daher spricht man oft auch von Ileitis terminalis. Beim Morbus Crohn sind Darmschleimhautabschnitte segmental verändert, zwischen erkrankten können sich auch gesunde Abschnitte befinden. Die Erkrankung betrifft vorwiegend junge Erwachsene sowie ältere Menschen ab dem 60. Lebensjahr. Die Ursache des M. Crohn ist zu großen Teilen unklar. Als wahrscheinlich wird eine Autoimmunerkrankung der Darmschleimhaut angesehen, durch die Antikörper die eigene Darmschleimhaut angreifen. Genetische sowie psychosoziale Faktoren und das Rauchen scheinen ebenfalls eine Rolle zu spielen.

Symptome
Patienten mit einem Morbus Crohn leiden oft unter heftigen Durchfällen mit Blut- und Schleimabgängen, sowie Bauchschmerzen, häufig auftretendem Fieber und Gewichtsverlust. Die Krankheit kann vielfältige Komplikationen, wie zum Beispiel einen Darmverschluss, Fisteln und Abszesse hervorrufen. Hochgefährlich ist das sogenannte toxisches Megakolon, bei der sich der Dickdarms plötzlich abnorm aufbläht. Ein Morbus Crohn kann bösartig entarten und durch Veränderungen des Stoffwechsels zu einer Osteoporose und Gallensteinen führen.

Diagnostik und Therapie
Zur Diagnostik gehören neben einer Ultraschalluntersuchung verschiedene Bluttests, sowie Röntgen- oder Kernspinuntersuchungen des Dünndarms. Obligatorisch ist auch die Darmspiegelung.

Die Behandlung erfolgt so lange wie möglich ohne Operation medikamentös durch unsere Kollegen aus der Gastroenterologie. Vielfältige Medikamente, wie Kortisonpräparate, 5-Aminosalicylsäure, TNF-Blocker und Immunsuppresiva stehen – je nach Schweregrad und Ausprägung der Erkrankung – zur Verfügung. Hierzu ist eine persönliche und individuelle Diagnostik zwingend  erforderlich.

Eine Operation erfolgt bei auftretenden Komplikationen oder wenn die „konservative“ Therapie nicht mehr hilft. Da auch die Operation die Erkrankung nicht „heilt“, werden nur erkrankte Darmabschnitte extrem darmschonend entfernt. Hierzu ist eine ausgeprägte chirurgische Erfahrung erforderlich. Wenn möglich, werden alle Eingriffe minimal invasiv durchgeführt.

Colitis ulcerosa
Bei der Colitis ulcerosa können ähnliche Symptome wie beim M. Crohn auftreten, dennoch sind die beiden Krankheiten unterschiedlich. Die Colitis ulcerosa bereitet sich im Gegensatz zum M. Crohn kontinuierlich, nicht segmental vom Ende des Dickdarms aus. Fast immer ist der Enddarm betroffen, oft das letzte Drittel des Dickdarms, gelegentlich der ganze Dickdarm. Der Dünndarm ist nahezu nie erkrankt. Auch erkrankt im Gegensatz zum Morbus Crohn, bei dem alle Wandschichten des Darmes befallen sind, bei der Colitis ulcerosa nur die Schleimhaut, wodurch beim M. Crohn eher Fisteln oder Abszesse auftreten. Dennoch ist in einigen Fällen die exakte Zuordnung zu einer der beiden Erkrankungen unmöglich.

Therapie
Die Behandlung der Colitis ulcerosa ähnelt bezüglich der verordneten Medikamente grundsätzlich der des M. Crohn, allerdings nach anderen Prinzipien und Dosierungen. Eine exakte Diagnostik und Anpassung der Therapie ist daher erforderlich. Regelmäßige Dickdarmspiegelungen sind zur frühzeitigen Erkennung eines Überganges in einen Darmkrebs wichtig, da die Veränderungen rechtzeitig am Übergang zum bösartigen Stadium bzw. in sehr frühen Krebsstadien erkannt werden. Eine Operation wird bei verdächtigen, auf einen Darmkrebs oder dessen Vorläufer hinweisende Veränderungen notwendig. Auch bei nachlassender Wirkung der medikamentösen Therapie oder starken Nebenwirkungen muss eine operative Therapie erwogen werden.

Bei beiden Erkrankungen – Morbus Crohn und Colitis ulcerosa – muss eine intensive Zusammenarbeit zweischen Chirurgen, Gastroenterologen, Endoskopikern, und Röntgenärzten erfolgen. Ernährungstherapie und psychosomatike Betreuung kann ebenso eine Rolle spielen. Hierzu stehen wir mit einem eingespielten Team zur Verfügung.

Darmverschluss

Ein Darmverschluss (Ileus) ist lebensbedrohliche Erkrankung, die eine sofortige Notfallbehandlung in einem Krankenhaus erfordert und in den meisten Fällen nur durch eine Operation behandelt werden kann.

Die möglichen Ursachen eines Darmverschlusses sind vielfältig. Er kann aufgrund einer Einschränkung der Darmbeweglichkeit und damit des Flüssigkeitstransports entstehen. Dann spricht man von einem paralytischen Ileus, der oftmals noch ohne Operation durch intensivmedizinische Maßnahmen wir Infusionen oder medikamentöse Darmanregung behandelt werden kann.

Der Darm und damit dessen Funktion kann aber auch mechanisch behindert werden, zum Beispiel durch Verwachsungen nach Voroperationen, Tumoren, entzündliche Engstellen oder durch Fremdkörper. Dieses Krankheitsbild nennt man mechanischen Ileus und bedarf einer zeitnahen Operation, um die Engstelle beseitigen zu können.

Treten starke Bauchschmerzen, Koliken, Erbrechen oder länger andauernde Verstopfung auf, stellen Sie sich bitte umgehend in unserer Notaufnahme vor. Es besteht einer 24 stündige kompetente chirurgische Facharztbereitschaft an 365 Tagen im Jahr. Diagnostisch wichtig ist neben der kompletten Erfassung der Krankheitsgeschichte (zum Beispiel Voroperationen) und der körperlichen  Befunderhebung die Diagnostik des Blutes und des Urins, eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums sowie eine Röntgenaufnahme oder eine Computertomographie des Bauches. Sämtliche Untersuchungstechniken  werden rund um die Uhr angeboten.

Die Therapie richtet sich nach der Ursache des Darmverschlusses. Das Spektrum reicht von der einfachen Durchtrennung einer kleinen Verwachsung bis hin zu ausgedehnten Darmteilentfernungen oder der Anlage eines künstlichen Darmausganges. Gegebenenfalls kann die erforderliche Operation minimalinvasiv (laparoskopisch) durchgeführt werden, allerdings sind der Methode beim Darmverschluss Grenzen gesetzt.

Das wichtigste ist eine rasche Vorstellung in der Klinik, um schlimmere Verläufe zu vermeiden. Nicht umsonst gibt es in der Chirurgie das Sprichwort, dass „über einem Darmverschluss die Sonne nicht auf- oder untergehen sollte“!

Informationen zum künstlichen Darmausgang

Seite teilen: