Enge des Spinalkanals an der Hals- und Lendenwirbelsäule

Wirbelkanalverengungen (Spinalkanalstenosen) finden sich insbesondere bei älteren Menschen. Es kommt hierbei zu einer langsamen Einengung (Stenose) des Kanals, in dem die Nerven durch die Wirbelsäule laufen, dem sogenannten Spinalkanal. Dies passiert häufiger an der Lendenwirbelsäule als an der Halswirbelsäule. An der Halswirbelsäule hat jedoch eine auftretende Enge größere Konsequenzen, da sich hier noch das komplette Rückenmark befindet. Es kann dabei zu Veränderungen des Rückenmarks kommen (Myelopathie). Die Betroffenen klagen vor allem über Probleme beim Gehen – die Gehstrecke, die ohne Schmerzen in den Beinen zurückgelegt werden kann, beträgt nur wenige hundert Meter. Nach einer Sitz-Pause ist das Weiterlaufen möglich. Oftmals besteht auch ein Unsicherheitsgefühl, das eine Instabilität und Stürze zur Folge haben kann. Längeres Fahrradfahren hingegen ist meistens ohne Probleme möglich. Die Spezialisten unserer Abteilung kennen sich mit der Behandlung dieses Krankheitsbildes bestens aus. Mit modernen Behandlungsmethoden sorgen wir dafür, dass Sie sich bald wieder möglichst schmerzfrei bewegen können.

Wir helfen Ihnen bei

  • Enge des Spinalkanals der Halswirbelsäule
  • Enge des Spinalkanals der Lendenwirbelsäule

Der erste Schritt: die richtige Diagnostik

Enge (Stenose) des Spinalkanals bei L4/5

Erst eine genaue Diagnose ermöglicht die richtige Behandlungsentscheidung. Um für Sie die optimale Therapie zu finden, nutzen wir folgende klinische und bildgebende Verfahren:

Zunächst führen wir mit Ihnen ein ausführliches Gespräch, um die Art, die Dauer und die Intensität des Schmerzes einschätzen zu können. Es folgt eine zielorientierte klinische Untersuchung. Anhand der Ergebnisse dieser Untersuchung entscheiden wir über die weitere Therapie.

Die Magnetresonanztomografie (Bildgebungsverfahren mithilfe eines Magnetfeldes, das auch „Kernspintomografie“ genannt wird) ist die wichtigste Untersuchung an der Wirbelsäule. Für die Beurteilung der Achsen und einer möglichen Instabilität benötigen wir weiterhin Röntgenuntersuchungen. Für die Beurteilung der meist knöchernen Engen ist auch eine Computertomografie (CT: computergestützte Röntgenuntersuchung) ausreichend.

Ganz auf Sie abgestimmt: unser Behandlungsangebot

Konservative Behandlung

Gemeinsam mit Ihnen entscheiden wir über das weitere Therapiekonzept. Zuerst werden nichtoperative Therapien angewendet, um die Muskulatur zum Balancieren der Wirbelsäule zu kräftigen und das Gangbild zu verbessern. Hier steht die aktive Krankengymnastik im Vordergrund.

Das Einbringen von Kortison in den Spinalkanal als sogenannte Intrathekale Injektion (IT) hat sich in unserer Klinik seit vielen Jahren bei diesem Krankheitsbild bewährt. Dadurch können wir die Beschwerden unserer Patienten für mehrere Monate bis zu einem Jahr reduzieren. Die Einnahme von Schmerztabletten oder -pflastern ist vorübergehend oder auch länger andauernd eine mögliche Therapieform. Sie hat unseren Erfahrungen nach bei der Enge des Spinalkanals jedoch nicht den gleichen Erfolg wie bei anderen Rückenerkrankungen.

Operative Behandlung

Wenn die nichtoperativen Therapieansätze keine Linderung bringen, wenn die Schmerzen und die Einschränkung der Gehstrecke Ihre Lebensqualität stark beeinträchtigen oder Unsicherheiten beim Laufen zu Stürzen führen, kommen operative Verfahren zur Anwendung. Zum Beispiel bieten wir an:

Entlastung der Nervenwurzeln durch eine Dekompression von hinten an der Lendenwirbelsäule
Entlastung der Nervenwurzeln durch eine Dekompression und ein Versteifen des Segmentes von vorne an der Halswirbelsäule
Entlastung der Nervenwurzeln durch eine Dekompression und zusätzliche Versteifung von hinten an der Lendenwirbelsäule

Die Art der Operation besprechen wir individuell mit Ihnen und stimmen sie exakt auf Ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten ab.

Nach der Operation stehen Sie am nächsten Tag in Begleitung des Physiotherapeuten auf. Die Schmerzmedikation wird während und nach der Operation ständig angepasst, um Ihre Wundschmerzen in Grenzen zu halten.

Eine Entlassung ist drei bis vier Tage nach der Operation möglich, sofern eine alleinige Dekompression vorgenommen wurde, und sechs bis acht Tage, sofern eine Dekompression mit zusätzlicher Versteifung erfolgt ist.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung

Während der täglichen Visiten besprechen wir mit Ihnen den aktuellen Stand Ihrer körperlichen Fähigkeiten und den weiteren Behandlungsverlauf.

In einigen Fällen ist eine weiterführende stationäre oder ambulante Rehabilitationsmaßnahme (AHB: Anschlussheilbehandlung) sinnvoll, die wir gerne für Sie beantragen.

In der Regel werden unsere Patienten jedoch zunächst nach Hause entlassen. Die Rehabilitation beginnt einige Tage oder manchmal auch einige Wochen später.

Sie erhalten von uns bei der Entlassung einen Brief für Ihren weiterbehandelnden Arzt, in dem die weiteren Empfehlungen bezüglich der Schmerzmedikation, der weiteren Belastung und des Zeitpunkts der Entfernung des Fadenmaterials festgehalten werden.

In den ersten sechs Wochen nach der Operation sollten Patienten das Heben und das Tragen schwerer Lasten, Drehbewegungen und ein übermäßiges Beugen des entsprechenden Wirbelsäulenabschnittes vermeiden.

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