Instabilitäten an der Hals- und Lendenwirbelsäule

Instabilitäten treten an der Lendenwirbelsäule im jüngeren Erwachsenalter durch anatomische Varianten auf. Dies ist das sogenannte Wirbelgleiten (Spondylolisthese) in den unteren beiden Segmenten der Lendenwirbelsäule. Durch einen Verschleiß der Bandscheiben und der kleinen Wirbelgelenke bedingte Instabilitäten können an der Hals- und Lendenwirbelsäule auftreten. Diese werden als „degenerative Instabilität“ (auch „degenerative Olisthese“) bezeichnet. Rücken- und Beinschmerzen sowie eine Schwäche in den Beinen können die Folge sein.

Wir helfen Ihnen bei

  • Instabilitäten der mittleren und unteren Halswirbelsäule
  • Instabilitäten der Lendenwirbelsäule bei jungen und älteren Patienten

Der erste Schritt: die richtige Diagnostik

Links: Instabilität der Segmente C3-5 der Halswirbelsäule durch altersbedingten Verschleiß. Rechts: Wirbelgleiten im untersten Segment der Lendenwirbelsäule (L5/S1) bei einem jungen Erwachsenen.

Erst eine genaue Diagnose ermöglicht die richtige Behandlungsentscheidung. Wir nutzen folgende klinische und bildgebende Verfahren:

Wir beginnen mit einem Gespräch, um die Art, die Dauer und die Intensität des Schmerzes einschätzen zu können. Es folgt eine zielorientierte klinische Untersuchung, um Befunde zu erheben, welche uns die weitere Therapie anzeigen.

Die Magnetresonanztomografie (MRT: Bildgebungsverfahren mithilfe eines Magnetfeldes, das auch „Kernspintomografie“ genannt wird) ist die wichtigste Untersuchung an der Wirbelsäule. Für die Beurteilung der Achsen und des Ausmaßes der Instabilität benötigen wir insbesondere Röntgenuntersuchungen der Wirbelsäule im Stand. Die Computertomografie (CT: computergestützte Röntgenuntersuchung) stellt bei fehlender Durchführbarkeit einer MRT eine alternative Untersuchungsmöglichkeit dar.

Ganz auf Sie abgestimmt: unser Behandlungsangebot

Konservative Behandlung

Gemeinsam mit Ihnen legen wir das weitere Therapiekonzept fest. Zuerst kommen nichtoperative Therapien zum Einsatz, um die Muskulatur zum Balancieren der Wirbelsäule zu kräftigen. Hier steht die aktive Krankengymnastik im Vordergrund, die über einen längeren Zeitraum von einigen Monaten angewendet werden muss.

Der Einsatz lokaler Betäubungsmittel mit Kortisonzusatz (Infiltrationsbehandlung) durch den Orthopäden oder Radiologen kann helfen, akute Schmerzphasen zu überwinden. Auch die Einnahme von Schmerztabletten oder -pflastern ist vorübergehend oder auch über einen längeren Zeitraum möglich.

Operative Behandlung

Bei manchen Patienten bringen nichtoperative Therapieansätze keine Linderung. Sofern dies bei Ihnen der Fall ist und die Schmerzen Ihre Lebensqualität stark minimieren oder eine Schwäche in den Beinen oder Armen auftritt, können wir Ihnen mit einer Operation helfen. Folgende Verfahren führen wir durch:

  • Entlastung der Nervenwurzeln durch eine Dekompression und ein Versteifen des Segmentes von vorne an der Halswirbelsäule
  • Entlastung der Nervenwurzeln durch eine Dekompression und zusätzliche Versteifung von hinten an der Lendenwirbelsäule
  • bei starkem Wirbelgleiten bei jungen Erwachsenen ist gegebenenfalls eine kombinierte Versteifung und Korrektur des Gleitens von vorne über den Bauchraum und hinten an der Lendenwirbelsäule notwendig

Die Art der Operation wird mit Ihnen individuell besprochen und auf Ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten abgestimmt.

Nach einer Operation stehen Sie am nächsten Tag in Begleitung des Physiotherapeuten auf. Die Schmerzmedikation passen unsere Spezialisten während und nach der Operation ständig an, um Ihre Wundschmerzen so gering wie möglich zu halten.

Eine Entlassung ist sechs bis acht Tage nach der Operation möglich.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung

Wir führen tägliche Visiten durch, in denen wir mit unseren Patienten den aktuellen Stand und den weiteren Behandlungsverlauf besprechen.

In einigen Fällen ist eine weiterführende stationäre oder ambulante Rehabilitationsmaßnahme (AHB: Anschlussheilbehandlung) sinnvoll. Diese wird von uns beantragt.

In der Regel entlassen wir unsere Patienten zunächst jedoch nach Hause. Die Rehabilitation beginnt einige Tage oder manchmal auch einige Wochen später.

Sie erhalten von uns bei der Entlassung einen Brief für Ihren weiterbehandelnden Arzt, in dem die weiteren Empfehlungen bezüglich der Schmerzmedikation, der Belastung und des Zeitpunkts der Entfernung des Fadenmaterials festgehalten werden.

In den ersten drei bis vier Monaten nach der Operation sollten Sie das Heben und das Tragen schwerer Lasten, Drehbewegungen und ein übermäßiges Beugen des entsprechenden Wirbelsäulenabschnittes vermeiden.

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