Bandscheibenvorfall an der Hals- und Lendenwirbelsäule

Von einem „Bandscheibenvorfall“ (auch „Prolaps“ oder „NPP“ genannt) sprechen wir, wenn es zu einer stärkeren Vorwölbung einer Bandscheibe an der Lenden- oder Halswirbelsäule kommt. Die Betroffenen spüren Schmerzen – entweder direkt im Rücken oder von dort ausstrahlendend im Arm oder Bein. Charakteristisch ist, dass die Schmerzen meist nur auf einer Seite auftreten, dabei jedoch häufig mit einem Taubheitsgefühl und einem Kraftverlust im Arm- beziehungsweise Beinbereich einhergehen. In seltenen Fällen kann ein Bandscheibenvorfall einen Kontrollverlust über die Blasenfunktion oder den Stuhlgang mit sich bringen. Sollte bei Ihnen ein Bandscheibenvorfall bestehen, helfen wir Ihnen schnell und kompetent.

Wir helfen Ihnen bei

  • Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule
  • Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Bandscheibenvorfall im Segment L4/5 an der Lendenwirbelsäule im MRT

Erst eine genaue Diagnose ermöglicht die richtige Behandlungsentscheidung. Wir nutzen folgende klinische und bildgebende Verfahren:

Wir beginnen mit einem ausführlichen Gespräch, um die Art, die Dauer und die Intensität Ihres Schmerzes einschätzen zu können. Anschließend führen wir eine zielorientierte klinische Untersuchung durch, um Befunde zu erheben, anhand derer wir die weitere Therapie festlegen.

Die Magnetresonanztomografie (MRT: Bildgebungsverfahren mithilfe eines Magnetfeldes, das auch „Kernspintomografie“ genannt wird) stellt die wichtigste Untersuchung an der Wirbelsäule dar. Für die Beurteilung der Achsen und einer möglichen Instabilität benötigen wir auch weiterhin Röntgenuntersuchungen. In einigen Fällen ist auch eine Computertomografie (CT: computergestützte Röntgenuntersuchung) ausreichend.

Ganz auf Sie abgestimmt: unser Behandlungsangebot

Konservative Behandlung

Gemeinsam mit Ihnen legen wir das weitere Therapiekonzept fest. Zuerst kommen nichtoperative Therapien zum Einsatz, um die Muskulatur zum Balancieren der Wirbelsäule zu kräftigen, beziehungsweise schmerzhafte Verspannungen zu lösen. Zudem werden häufig physikalische Verfahren, wie zum Beispiel Wärme- und Stromanwendungen, durchgeführt.

Der Einsatz lokaler Betäubungsmittel (Infiltrationsbehandlung) durch den Orthopäden oder Radiologen kann zudem helfen, akute Schmerzphasen zu überwinden. Auch die Einnahme von Schmerztabletten ist vorübergehend beziehungsweise über einen längeren Zeitraum eine mögliche Therapieform.

Operative Behandlung

Wenn die nichtoperativen Therapieansätze keine Linderung bringen und wenn die Schmerzen beziehungsweise die Bewegungseinschränkung Ihre Lebensqualität stark mindern oder Lähmungen auftreten, können wir Ihnen mit einer Operation helfen. Folgende Verfahren bieten wir an:

  • mikrochirurgische Entfernung des Bandscheibenvorfalls an der Lendenwirbelsäule von hinten über einen ca. 3 bis 4 cm langen Schnitt
  • mikrochirurgische Entfernung des Bandscheibenvorfalls an der Halswirbelsäule von vorne seitlich und Einsetzen einer Bandscheibenprothese, alternativ eine Versteifung dieses Segmentes

Unsere Ärzte besprechen die Operation im Vorfeld ausführlich mit Ihnen und stimmen den Eingriff individuell auf Ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten ab. Dabei beantworten sie auch gerne und ausführlich Ihre Fragen.

Am Tag nach der Operation stehen Sie in Begleitung des Physiotherapeuten auf. Die Schmerzmedikation wird während und nach der Operation ständig angepasst, um Ihre Wundschmerzen in Grenzen zu halten. Eine Entlassung ist drei bis vier Tage nach dem Eingriff möglich.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung

Während der täglichen Visiten besprechen wir mit Ihnen den aktuellen Stand Ihrer körperlichen Fähigkeiten und den weiteren Behandlungsverlauf.

In einigen Fällen ist eine weiterführende stationäre oder ambulante Rehabilitationsmaßnahme (AHB: Anschlussheilbehandlung) sinnvoll. Diese beantragen wir gerne für Sie.

In der Regel halten sich unsere Patienten jedoch nach der Entlassung zunächst zu Hause auf. Die Rehabilitation beginnt einige Tage oder manchmal auch einige Wochen später.

Bei der Entlassung geben wir Ihnen einen Brief für Ihren weiterbehandelnden Arzt mit, in dem die weiteren Empfehlungen bezüglich der Schmerzmedikation, der Belastung und des Zeitpunkts der Entfernung des Fadenmaterials festgehalten werden.

In den ersten sechs Wochen nach der Operation empfehlen wir Ihnen, das Heben und das Tragen schwerer Lasten, Drehbewegungen und das übermäßige Beugen des entsprechenden Wirbelsäulenabschnittes zu vermeiden.

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