Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit

In Deutschland leiden nach aktuellen Schätzungen ca. 1,8 Millionen Menschen an einer Alkohol- und 2,3 Millionen an einer Medikamentenabhängigkeit, hinzukommen ca. 2,6 Millionen Betroffene, die Alkohol missbräuchlich verwenden. Bei einem Missbrauch führt der Suchtmittelkonsum bereits zu psychischen, körperlichen oder sozialen Negativfolgen, ohne dass der Betroffene bereits seelisch oder körperlich von Alkohol oder Medikamenten abhängig ist. Wir verfügen über langjährige Erfahrungswerte und fundiertes Fachwissen in der Diagnostik und Therapie von Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit. Individuell gestalten wir für jeden unserer Patienten die bestmögliche Therapie.

Ursachen, Symptome, Diagnostik

Bei aktuellem Konsum empfehlen wir immer eine stationäre Therapie als ersten Behandlungsschritt. Für eine erfolgreiche Behandlung greift dabei ein eindimensionales Krankheitskonzept wesentlich zu kurz. Neben der psychischen, biologischen und sozialen Ebene der Suchtkrankheit sind beispielsweise körperliche Folgeerkrankungen durch den Suchtmittelkonsum und das mögliche Vorliegen weiterer psychischer Störungen (sogenannte psychiatrische Comorbidität) zu beachten. Ausschließlich eine ganzheitliche, bio-psycho-soziale Betrachtungsweise eröffnet die Möglichkeit zur erfolgreichen Therapie. Unsere Behandlungskonzepte sind dabei auch anhand jahrzehntelanger Erfahrungen auf das Therapieziel „Abstinenz“ ausgerichtet.

 

Die Dauer einer psychiatrischen Regelbehandlung beträgt bei Alkoholabhängigkeit 21 Tage, bei Medikamentenabhängigkeit 28 Tage. Verlängerte Therapien können beispielsweise bei schweren körperlichen Folge- und Nebenerkrankungen oder bei Behandlungsnotwendigkeit einer begleitenden psychischen Störung erforderlich sein. Selbstverständlich bieten wir auch Kriseninterventionen bei drohendem Rezidiv oder nach kurzzeitigem Rückfallgeschehen an. Für die verschiedenen Patientengruppen stehen spezifische Therapieprogramme zur Verfügung.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Therapieangebot

  • körperliche Entgiftung vom Suchtmittel mit indikationsgerechter medikamentöser Behandlung
  • umfassende somatische und psychische Diagnostik mit körperlicher Befunderhebung, psychometrischer Diagnostik und apparativen Untersuchungen
  • therapeutische Einzel- und Gruppengespräche
  • Informations- und Seminarprogramm zu Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit
  • Kurzzeitpsychotherapie für Abhängigkeitskranke
  • Frauengruppe
  • computergestütztes Hirnleistungstraining
  • Kognitionstraining
  • Soziotherapie
  • Ergotherapie und Training alltagspraktischer Fertigkeiten
  • Rückfallbearbeitung in spezifischer Gruppe
  • Kontakte zur ambulanten Suchthilfe (in der Klinik)
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Physiotherapie
  • Vorbereitung auf die Weiterbehandlung
  • Angehörigenarbeit

Durch die Therapie ermöglichen wir unseren Patienten, sich neue Erfahrungen, Erkenntnisse und Handlungsmöglichkeiten für ein zukünftig suchtmittelfreies Leben zu erarbeiten.

Zur Verlaufsbeurteilung und zur Sicherheit für unsere Patienten führen wir eine umfassende Therapieprozesskontrolle durch. Diese erfolgt unter anderem durch regelmäßige fachärztliche Visiten, Teambesprechungen sowie psychometrische Verlaufs- und Effektkontrollen. Unser gemeinsames Ziel ist Ihre bestmögliche Behandlung.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge

In der Vorbereitung auf die Weiterbehandlung erhalten Sie von uns umfangreiche Unterstützung, zum Beispiel bei der Beantragung einer Entwöhnungsbehandlung oder der Vermittlung eines Therapieplatzes in der Tagesklinik oder in unserer Psychiatrischen Institutionsambulanz (PIA). Außerdem helfen wir Ihnen bei der Vereinbarung einer weiterführenden Psychotherapie oder der Integration in ambulante Suchthilfen. Welche Form der Weiterbehandlung für Sie optimal geeignet ist, prüfen unsere Experten mit Ihnen. Bei all diesen Aktivitäten ist auch das Engagement unserer Patienten gefragt.

Tagesklinische Behandlung

Ambulante Behandlung

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