Alterstraumatologie

Der demographische Wandel unserer Bevölkerung mit steigender Lebenserwartung und gleichzeitig sinkender Geburtenrate bedingt eine deutliche Veränderung der Alterspyramide. Um diesem Umstand gerecht zu werden, ist es von entscheidender Bedeutung, auch den „betagten“ Menschen eine hochwertige und altersgerechte Medizin anzubieten.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Patientensicherheit durch Aufklärung

Aufgrund einer erhöhten Sturzgefährdung im Alter in Kombination mit einer Knochendichteminderung oder Osteoporose, treten knöcherne Verletzungen auch nach Bagatellunfällen und z. T. ohne stattgehabten Sturz sehr häufig auf. Dies sind insbesondere Brüche des Handgelenkes, des Oberarmkopfes, des Hüftgelenkes und der Wirbelsäule.

Durch die enge Zusammenarbeit mit den anderen Fachdisziplinen im Hause, insbesondere durch die Kooperation mit der Abteilung für Geriatrie, ist es möglich, unsere Patienten frühzeitig zu rehabilitieren, um ihnen eine schnelle Genesung mit Wiedererlangung ihrer Selbständigkeit und nach Möglichkeit die Rückkehr ins eigene Heim zu ermöglichen.

Wir bieten schonende OP-Verfahren an und verwenden modernste Materialien und Implantate, die hierfür Grundvoraussetzung sind.

Unsere ärztlichen Mitarbeiter verfügen auf dem Gebiet der operativen Knochenbruchbehandlung eine langjährige Expertise, insbesondere bei komplexen Brüchen und Verletzungen.

Viele Verletzungen können auch nicht- operativ behandelt werden, erfordern dennoch eine Zeit der intensiven Rehabilitation.

In jedem Fall ist die enge Betreuung durch speziell geschultes Personal wie Physiotherapeuten, Sozialarbeiter, Logopäden und Psychologen von entscheidender Bedeutung.

Unser Ziel ist es, die verletzte oder operierte Region so schnell wie möglich wieder beweglich zu machen und den Patienten so früh wie möglich in sein gewohntes Umfeld zurückzuführen.

Unsere Schwerpunkte

Hüftgelenksnahe Frakturen/Schenkelhalsfrakturen

Hüftgelenksnahe Frakturen/Schenkelhalsfrakturen

Jährlich ereignen sich ca. 150.000 Schenkelhalsbrüche in Deutschland. Neben dem Alter ist die Knochendichteminderung und die Osteoporose eine der Hauptrisikofaktoren für Frakturen dieser Art.

In jungen Jahren sind es eher sogenannte Hochrasanzunfälle z. B. durch Sturz aus großer Höhe oder Verkehrsunfälle, wohingegen im Alter der Sturz aus dem Stand bereits genügt, um einen Bruch im Bereich des Schenkelhalses oder dem gelenknahen Oberschenkelknochen herbeizuführen. In Abhängigkeit von der Knochenqualität, dem Alter und der Leistungsfähigkeit des Menschen vor dem Unfall kommen verschiedene operative Verfahren zum Einsatz.

Um den Hüftkopf zu erhalten, werden spezielle Hüftschraubensysteme oder einzelne Schrauben verwendet.

Bei Hochbetagten mit minderwertiger Knochenstruktur oder begleitender Arthrose des Hüftgelenkes werden zementierte Teilprothesen (sogenannte Duokopfprothesen ohne Ersatz der Hüftpfanne) oder bevorzugt zementfreie oder zementierte Totalendoprothesen implantiert.

Im Anschluss an den etwa 1-wöchigen stationären Aufenthalt werden unsere Patienten entweder geriatrisch im eigenen Haus oder in einer anderen Rehabilitationseinrichtung in der Umgebung stationär weiterbehandelt.

Sie werden bereits ab dem 1. Tag nach der Operation mit Unterstützung unseres Pflegepersonals und der physiotherapeutischen Abteilung mobilisiert und lernen mit dem „neuen“ Gelenk zu laufen.

Unser Ziel ist es, Sie auf Ihr Zuhause vorzubereiten und Ihnen die Rückkehr in Ihre vertraute Umgebung zu ermöglichen.

Wirbelkörperbrüche - Kyphoplastie

Wirbelkörperbrüche - Kyphoplastie

Auch ohne Sturz, kommt es insbesondere bei Vorliegen einer Osteoporose, zu spontanen Wirbelkörperbrüchen. Häufig bemerkt der Patient diesen spontanen Wirbelkörpereinbruch nicht, so dass Brüche zunächst unerkannt bleiben oder als Zufallsbefund im Rahmen einer Röntgenuntersuchung auffallen.

Uncharakteristische Rückenschmerzen oder aber auch stärkste, einschießende Schmerzen mit Ausstrahlung in die Beine, führen dennoch häufig zum Arztbesuch. Schätzungen zufolge kommt es in  Deutschland zu ca. 3 Millionen Wirbelkörperbrüchen jährlich.

In Abhängigkeit von Art und Lokalisation können wir viele Brüche sehr gut konservativ durch vorübergehende Schonung und eine Korsettbehandlung therapieren.

Kommt es nach konservativer Behandlung jedoch nicht zum gewünschten Therapieerfolg oder eignet sich der Bruch nicht zur konservativen Behandlung, so können wir durch einen kleinen operativen Eingriff den betroffenen Wirbelkörper mit einem Ballon wieder aufrichten und den Hohlraum im Wirbelkörper schonend mit Knochenzement auffüllen.
Der etwa 30 Minuten dauernde Eingriff wird in Allgemeinanästhesie durchgeführt. Über zwei ca. 1 cm lange Hautschnitte am Rücken werden spezielle Arbeitskanülen in den Wirbelkörper eingeführt und der zähflüssige Zement unter ständiger Röntgen- Kontrolle eingebracht und gewartet bis dieser vollständig aushärtet.

Diese sogenannte Ballonkyphoplastie ist eine sehr erfolgreiche Behandlungsmethode, bei der wir Sie bereits am 1. postoperativen Tag mit Unterstützung der Physiotherapeuten mobilisieren können.

Über 90% unserer Patienten sind bereits direkt nach der Operation vollständig schmerzfrei.

Oberarmkopfbrüche (Humeruskopffraktur)

Oberarmkopfbrüche (Humeruskopffraktur)

Bei einem Oberarmkopfbruch handelt es sich um knöcherne Verletzung, bei der es entweder zum knöchernen Ausreißen von Sehnenansatzstellen oder zur vollständigen Zerstörung des Oberarmkopfes kommt.

Wie beim Sturz auf die Hüfte aus dem Stand heraus, reichen auch hier niedrige Energien aus, um den Knochen des Oberarmkopfes zu verletzen. Diese Verletzung zählt zu den häufigen, alters- und osteoporoseassoziierten Brüchen. Frauen sind hierbei etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Symptome des Oberarmkopfbruches sind starke bewegungsabhängige Schmerzen mit Blutergussbildung und Schwellung, z. T. bis zum Ellenbogen.

Die Therapie reicht von der konservativen Behandlung des Schultergelenkes durch vorübergehende Ruhigstellung im Verband bis zur operativen Therapie. Hierbei ist es in Abhängigkeit vom Bruchtyp und der Bruchlokalisation möglich, den Oberarmkopf durch spezielle, sog. winkelstabile Platten und Schrauben wieder anatomisch einzurichten und den Bruch zu stabilisieren.

Bei irreparabler Zerstörung des Oberarmkopfes (Trümmerbruch) muss das Gelenk durch eine Kopfprothese oder eine Spezialprothese („inverse Prothese“) ersetzt werden.

Nach kurzzeitiger Schonung kann dann durch physiotherapeutische Unterstützung eine zufriedenstellende und schmerzfreie Schulterfunktion wiedererlangt werden.

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