Unsere Operationsmethoden

Das Deutsche Kinderherzzentrum zählt schon seit Jahren durch hohe Qualität und ein breites Leistungsspektrum der im Hause durchgeführten diagnostischen Untersuchungen und Operationen in der Behandlung von Patienten mit angeborenen Herzfehlern zu den leistungsstärksten in Europa (> 500 Operationen/Jahr).

Hybrid Operationen

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Bei bestimmten Herzfehlern wie z.B. muskulären, d.h. tiefsitzenden Ventrikelseptumdefekten (VSDs) kann es für den Chirurgen schwierig sein am stillgestellten Herzen den Defekt zwischen den vielen Muskelbündeln in der rechten Herzkammer zu finden und effektiv zu verschliessen. In solchen Fällen kann ein sog. Hybrideingriff sinnvoll sein. Dabei wird in Zusammenarbeit mit den Kinderkardiologen unseres Hauses der VSD nach Brustkorberöffnung am schlagenden Herzen unter Echokontrolle mit einem Schirmchen verschlossen. Durch den direkten Zugang über die Wand der Herzkammer ist dies auch bei kleineren Patienten möglich, bei denen sich ein Zugang über die Leistengefässe aufgrund der geringen Körpergrösse verbietet.

Klappenerhaltende Eingriffe z.B. bei Aortenklappenstenose und -insuffizienz

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Am Deutschen Kinderherzzentrum besteht eine große Erfahrung (vermutlich die größte in Deutschland) mit der Rekonstruktion (Reparatur) von Aortenklappen bei Kindern. Bei klappenerhaltenden Verfahren ist eine langfristige Blutverdünnung mit Warfarin (Marcumar und ähnlichen Medikamente) nicht notwendig. Durch belassenes eigenes Gewebe kann die Klappe wachsen, dies ist besonders bei jungen Patienten wichtig. Während der Rekonstruktion werden verschmolzene Aortenklappentaschen voneinander gelöst (sog. Kommissurotomie) und verdickte Klappentaschen ausgedünnt, um eine bessere Beweglichkeit der Klappe zu erzielen. Bei unterentwickelten Klappentaschen können einzelne Klappentaschen durch eigenes Herzbeutelgewebe (oder Fremdgewebe) ersetzt werden. Auf diese Weise kann aus einer Klappe mit nur zwei Taschen (bikuspide Aortenklappe) eine Aortenklappe mit drei Taschen (trikuspide Klappe= normal) gemacht werden.Der Erfolg der Klappenrekonstruktion wird direkt während der Operation in Narkose mittels Schluckechokardiographie überprüft.

In den relativ seltenen Fällen, wenn eine Rekonstruktion nicht möglich ist, kommt u.a. ein Aortenklappenersatz durch die eigene -von der Lungenschlagader entnommene- Klappe, die sogenannte Ross-Operation in Frage.

Korrekturoperationen mit und ohne HLM

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In der herzchirurgischen Abteilung ist es das Ziel angeborene Herzfehler, wenn möglich zeitnah zu korrigieren, um Schäden am Herzen und den Lungen sowie anderen Organen (wie z.B. das Gehirn) durch Sauerstoffminderversorgung oder Lungenüberdurchblutung zu vermeiden.

Bei Vorliegen von mehreren Herzfehlern (z.B. Ventrikelseptumdefekt und Aortenbogenverengung) werden in der Regel alle Läsionen in einer Operation (einzeitiges Vorgehen) korrigiert anstatt zwei Operationen durchzuführen. Aus diesem Grund werden bei uns z.B. bei Patienten mit Fallotscher Tetralogie keine Operationen zur alleinigen Verbesserung der Sauerstoffwerte durch eine künstliche Verbindung zwischen Hauptschlagader und Lungenschlagader (Shunt-OP) durchgeführt. Stattdessen wird dieser Herzfehler am DKHZ primär in einer Operation korrigiert.

Operationen mit kosmetisch vorteilhaftem Zugang (ASD)

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Bei bestimmten Herzoperationen (bei denen nur der rechte Vorhof zur Korrektur des Herzfehlers eröffnet werden) muss, kommt neben dem Standardzugang von vorne (durch das Brustbein) ein seitlicher kosmetisch vorteilhafterer Zugang (sog. laterale Thorakotomie) in Frage, wenn dies erwünscht ist. Dabei erfolgt auf der rechten Seite des Brustkorbes ein kurzer Hautschnitt unterhalb des Schulterblattes. Dieser optisch weniger auffällige Zugang wird am DKHZ regelmäßig z. B. zum operativen Verschluss von Vorhofseptumdefekten (ASDs) angewandt. Die Komplikationsrate ist dabei ähnlich niedrig wie bei dem Standardzugang zum Herzen von vorne.

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