Für Kinder

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Hallo und herzlich Willkommen auf den Kinderseiten des Deutschen Kinderherzzentrums Sankt Augustin.

Hier erzählen wir euch etwas über das Herz, was ein Echo und eine Narkose ist und was bei einer Herzkatheteruntersuchung oder bei einer Operation passiert. Vielleicht habt ihr ja selbst einen Herzfehler oder wollt euch informieren, was das ist und was man machen kann, um einen Herzfehler zu reparieren. Oft kann man ein krankes Herz wieder ganz gesund machen.

Wir wollen, dass ihr euch bei uns wohl fühlt. Mama und Papa können bei einer Behandlung in unserer Klinik fast immer dabei sein.

Wenn ihr Fragen habt, dann ruft am besten mit euren Eltern zusammen an. Wo? Das steht auf den Seiten für eure Eltern.

Viel Spaß beim Lesen und Weiterklicken!

Herzfehler und Schirmchen

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Eriks Herz pochert ganz schnell und der kleine Erik kann oft nicht so schnell laufen oder springen wie die anderen Kinder im Kindergarten. Darüber ist er oft sehr traurig. Also sagt Mama: “Erik, wir gehen heute zum Doktor und der hat ein Ultraschallgerät, mit dem er sich dein Herz einmal ganz genau anschauen kann!“

Beim Arzt muss Erik sich auf eine Liege legen und der Arzt schaut sich mit einem großen Gerät sein Herzchen an. Erik bekommt eine kalte, gliebbrige Masse auf die Brust und der Doktor kann auf einem großen Fernseher genau sehen, was mit dem Herz nicht in Ordnung ist. Erik muss dabei ganz still halten. Es ist zwar ein bisschen kalt, aber tut überhaupt nicht weh.

Der Doktor sagt:“In deinem Herz ist ein kleines Loch und damit du wieder richtig mit deinen Freunden spielen kannst, musst du mit der Mama in ein Krankenhaus, um es zu flicken.“

Erik hört dem Doktor genau zu und lässt sich erklären, was da im Krankenhaus mit ihm gemacht wird.

Erstmal dürfen sie wieder Heim.

Zu Hause packt Mama direkt ein paar Sachen ein und Erik fragt: “Was tust du da? Und was passiert jetzt?“ Mama erklärt es noch mal genauer: “Wir packen jetzt ein paar Sachen…Hausschuhe, Schlafanzug, Zahnbürste, deine und meine, denn wir müssen im Krankenhaus schlafen. Du und ich! Da bin ich dann den ganzen Tag mit dir zusammen, wie wenn wir zur Oma fahren und dort schlafen.

Im Krankenhaus wird ein Doktor dich noch einmal untersuchen. Die Krankenschwester  misst deine Größe und dein Gewicht und der Doktor  nimmt dir etwas Blut ab  um zu schauen, ob damit alles in Ordnung ist. 

Ein anderer Doktor möchte dann dein Herz wieder gesund machen. Das kann er aber nur, wenn du ganz tief und fest schläfst. Deshalb bekommst du von der Krankenschwester ein lustiges weißes Nachthemd an  und einen „träumsüß Saft“, der lecker nach Himbeere richt. Davon wirst du dann ganz müde.

Mama bleibt natürlich die ganze Zeit bei dir. Du wirst dann mit deinem Bett in einen anderen Raum gefahren und auch dahin kommt  Mama mit und wartet bis du tief schläfst. Dann kommt der Doktor und geht mit einem langen Schlauch von deinem Bein durch eine Blutbahn bis zu deinem Herz.  Dort macht er dein Loch mit einem kleinen Schirmchen...wie ein ganz kleiner Regenschirm… zu!

Du bekommst davon gar nichts mit, weil du im Schlummerland bist und was Schönes träumst.

Wenn du wieder wach bist, dann ist alles vorbei und Mama sitzt wieder neben deinem Bett. Dann  bringt uns eine Schwester,  du bleibst dabei in deinem Bett, wieder auf die Station.  Um zu schauen, ob alles in Ordnung ist, kommst du an einen Monitor. Aber auch das ist nicht schlimm und tut überhaupt nicht weh.

Du bekommst kleine Kleberchen auf die Brust und einen Ring der leuchtet an den Finger. Du darfst an diesem Tag nicht aufstehen und die Schwester bringt dir alles ans Bett. Ich  bin bei dir  und kann dir etwas vorlesen. Die Schwester hört an dem Tag ein paar Mal auf dein Herz und muss Blutdruck messen.  An deinem Bein hast du einen Verband auf den die Schwester schauen muss. Der kann aber schon nach ein paar Stunden wieder abgemacht werden.

Am nächsten Tag darfst du wieder aufstehen und auf dem Flur mit den anderen Kindern spielen. Dann müssen wir noch zwei bis drei Mal schlafen und  gehen wieder nach Hause.“

Erik hat jetzt gar keine Angst mehr vor dem Krankenhaus

Und tatsächlich, es ist dort alles so, wie die Mama gesagt hat und nach  fünf Tagen  ist Erik wieder zu Hause.  Die  Freunde im Kindergarten finden Eriks Geschichte ganz spannend.  Zur Belohnung, weil  Erik so tapfer war, bekommt  er von Mama am Nachmittag ein großes Erdbeereis.

Was passiert auf der Intensivstation

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Hallo und herzlich willkommen auf der Kinderintensivstation.

Damit du dich auf deine Herzoperation vorbereiten kannst, erklären wir dir hier, was du bei uns erleben wirst.

Die Aufnahme:

Wenn du nach deiner Herz-Operation zu uns auf die Station kommst, erwarten dich dort eine Krankenschwester oder ein Krankenpfleger und ein Arzt, die deine weitere Behandlung überwachen. Deine Eltern sind auch bei dir.

Zu diesem Zeitpunkt schläfst du noch.

Da du noch nicht selber atmen kannst, hast du einen Schlauch in der Luftröhre, der durch deinen Mund oder deine Nase führt. Ein Beatmungsgerät hilft dir, ein und aus zu atmen.

Du bist an einen Überwachungsmonitor angeschlossen, damit wir jederzeit deinen Herzschlag und deinen Blutdruck sehen können.

Infusionen und Schläuche

Du wirst mit verschiedenen Infusionen über dünne Schläuche versorgt:

Einer davon ist der so genannte ZVK, ein dünner, weicher Schlauch, der wie eine Spagetti aussieht und sich in deinem Hals befindet. Er ist mit Pflaster fest geklebt und wir geben dir darüber deine wichtigen Medikamente direkt ins Blut.

Ein weiterer Schlauch ist an deinem rechten Arm festgeklebt und mit einer Schiene stabilisiert. Deshalb kannst du diesen Arm nicht so gut bewegen. Dieser Schlauch ist ganz wichtig, wir messen darüber deinen Blutdruck und können dir jederzeit Blut abnehmen, ohne dich dafür stechen zu müssen.

Aus deinem Bauch kommt ein etwas dickerer Gummischlauch, eine so genannte Drainage.
Darüber kann das Wundwasser, welches sich bei jeder Operation bildet, aus dem Operationsgebiet ablaufen.
Das ist ganz wichtig, damit es sich nicht in deinem Körper sammelt.

Da du die ersten Tage noch im Bett liegen musst und nicht zur Toilette gehen kannst, befindet sich ein Katheter in deiner Blase, worüber automatisch dein Pipi abläuft. Unter deinem Bett hängt ein Plastikgefäß in dem der Pipi dann gesammelt wird.

Der weitere Verlauf

Wenn du deine Narkose ausgeschlafen hast, wirst du langsam wieder wach.

Zu dieser Zeit ist der Beatmungsschlauch immer noch in deiner Luftröhre und es kann sich für dich unangenehm anfühlen.

Jetzt musst du uns gut zuhören, denn wir wollen dir helfen, den Beatmungsschlauch los zu werden. Du musst anfangen, wieder selber ein und auszuatmen.

Wenn du regelmäßig atmest, können wir den Beatmungsschlauch aus deiner Luftröhre entfernen und das Beatmungsgerät ausschalten. Dann atmest du wieder ganz alleine.

Eltern, Essen und Trinken

Manchmal kommt es vor, dass du etwas Halsschmerzen und viel Durst hast.
Zunächst darfst du nur kleine Schlucke Wasser oder Tee trinken, damit dein Magen sich wieder an Nahrung gewöhnt. Auch die Halsschmerzen werden dann besser.

Wenn du den Tee oder das Wasser gut vertragen hast und dir nicht schlecht geworden ist, darfst du wieder mehr trinken und anfangen zu essen.

Da wir dein Herz gut beobachten müssen, werden täglich Untersuchungen durchgeführt.
Hierzu werden Bilder von deinem Herzen gemacht. Unsere „Röntgengiraffe“ fotografiert dein Herz.

Mit dem Ultraschallgerät schauen unsere Ärzte, ob dein Herz gut schlägt und es sich von der Operation erholt hat. Dies kannst du auf einem kleinen Fernseher mitverfolgen.

Deine Eltern sind die meiste Zeit bei dir. Nachts schlafen sie nebenan im Elternwohnheim und ihr könnt jederzeit telefonieren.

Sicherlich hast du ein besonders wichtiges Kuscheltier, das nie fehlen darf und welches du natürlich auch bei uns immer bei dir haben darfst.
Eine Krankenschwester oder ein Krankenpfleger, die dich versorgen, kannst du übrigens alles fragen, was du wissen möchtest

Zurück auf die Normalstation

In den nächsten Tagen werden immer mehr von deinen Schläuchen entfernt.
Du kannst mehr essen und trinken und fühlst dich wieder besser. Dann kommst du wieder auf die Normalstation. Hier warst du ja schon vor deiner Operation.

Die anderen Kinder und die Schwestern freuen sich schon auf dich und deine Eltern können dort auch wieder mit dir spielen.

 

lisa herzkrankes kind
lisa herzkrankes kind © Dipl. Ing Martina Staffelstein

Lisa in der Kinderklinik Sankt Augustin

Hier lernt ihr Lisa kennen. Lisa hat ein krankes Herz und kommt mit ihrere Familie zu uns ins Kinderherzzentrum Sankt Augustin.

Deine Ärzte

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