Aortenklappeninsuffizienz/stenose (AI/AS)

Aortenklappeninsuffizienz ist eine Undichtigkeit der Aortenklappe mit konsekutiver Erweiterung des Aortenanulus und des linken Ventrikels.
Aortenstenose ist eine Enge im Bereich der Aortenklappe.

Indikation:
Kritische Aortenstenose: Ductusabhängige Systemzirkulation.
Ballondilatation: Bei schlechter LV Funktion
Operation: Bei guter LV Funktion
-> Valvotomie bei normal großem Anulus
-> Ross/ Konno: bei hypoplastischem Anulus, Endokardfibroelastose (EFE)
 
Kindesalter:

  • Aortenstenose: Symptome (selten Dyspnoe, Synkope, Angina pect.), LV Hypertrophie, mittlerer Echogradient >40mmHg in Ruhe (ohne Symptome)
  • Aorteninsuffizienz: Symptome, AI>= moderat, LVEDD >= 2 Z-Score

Erwachsenenalter:

  • Aortenstenose: Symptome, mittlerer Echogradient >40mmHg in Ruhe, KÖF < 0.6cm²/m²
  • Aorteninsuffizienz: Symptome, eingeschränkte LVEF, LVEDD>75mm, LVESD>55mm.

 
Diagnostik:
Echokardiographie
Lokalisation und Morphologie des Aortenvitiums, Gradienten, Reflux des Blutes im Aortenbogen und Aorta desc (> moderate Insuffizienz). LV Funktion, Hypertrophiezeichen.
Herzkatheter
Bei besonderen Fragestellungen, älter als 40 J -> Ausschluss Koronarstenosen

Operation:
Über eine mediane Sternotomie wird nach Angehen an die Herzlungenmaschine und bei kardioplegisch stillgestelltem Herz die Aorta ascendens hockeyschlägerförmig eröffnet.
 
Kritische Aortenstenose:
Kommissurotomie, Ausdünnen der Taschenklappen, Entfernen myxömatöser Knötchen

Kindes/ Erwachsenenalter - Stenose/Insuffizienz:
Ausdünnen, Trikuspidalisierung mit Perikardpatch, Augmentation der Taschenklappen, Erweiterung des Aortenannulus (nur mit Klappenersatz):

  • Nicks: Inzision in den nonkoronaren Sinus, Perikardpatcherweiterung und schräge Implantation.
  • Manugian: Inzision durch links/nonkoronare Kommissur bis in Mitralklappe und linkes Atrium und Perikardpatchplastik
  • Konno: Inzision in Ventrikelseptum durch rechts/linkskoronare Kommissur

Ross Operation:

Ersatz der Aortenklappe nach Entnahme der autologen Pulmonalklappe
Mögliche Komplikationen im Langzeitverlauf
 
Die Prognose des Kindes ist bei dem zugrunde liegenden Herzfehler kurz- und mittelfristig gut.

Die Aortenklappenrekonstruktion hat in unseren Händen mittelfristig eine gute Prognose. Die Antikoagulation besteht aus  ASS (2mg/kgKG) für 3 Monate, wenn ein Perikardflicken verwendet wurde.
Beim mechanischen Klappenersatz besteht eine unbegrenzte Haltbarkeit, aber aufgrund der notwendigen dauerhaften Antikoagulation, ein geringes aber über die Jahre nicht zu unterschätzendes Risiko einer Blutung oder Thrombembolie.

Beim bioprothetischen Ersatz ist eine Antikoagulation (mit Cumarin) bei normaler Kammerfunktion und Sinusrhythmus nur für 3 Monate erforderlich. Junge Patienten degenerieren diese Klappen jedoch relativ rasch, was einen erneuten Ersatz erforderlich macht.
Nach Ross Operation ist keine Antikoagulation erforderlich. Mittelfristig sind die Erfahrungen bei Erwachsenen gut. Im Langzeitverlauf kann es aber gerade bei primär erweitertem Aortenklappenanulus erneut zur Aortenklappeninsuffizienz (Autograft) kommen. Die Freiheit von ReOp für das Homograft im rechten Ausflusstrakt wird mit 90% nach 10 Jahren beschrieben.

Empfehlung in der Weiterbehandlung
 
Die mittelfristige Prognose der Patienten nach Aortenklappenrekonstruktion oder - ersatz ist gut. Die Funktion der Aortenklappe und des Homografts (bei Ross OP) muss regelmäßig kontrolliert werden, da langfristig Verkalkung und Dysfunktion (bei Rekonstruktion) und Thrombose (bei Ersatz) möglich sind, die eine Re- Intervention erforderlich machen können.
Bei mechanischem Klappenersatz ist die regelmäßige Einnahme von Marcumar/Warfarin unter INR- Kontrolle mittels Homemonitoring eigenständig durchzuführen. Zudem bietet ein ThromboCheck Gerät® die Möglichkeit, akustische Signale der künstlichen Herzklappe zu analysieren. So können etwaige Probleme, wie Klappenthrombosen noch im asymptomatischen Stadium detektiert werden.
Eine Endokarditisprophylaxe zu den bekannten Indikationen ist indiziert, wenn residuelle Defekte bestehen, oder wenn bei der Korrektur eine Klappenprothese, Konduit verwandt wurde.
Aortenstenose: Enge im Bereich der Aortenklappe. Aortenklappeninsuffizienz: Undichtigkeit der Aortenklappe mit konsekutiver Erweiterung des Aortenanulus und des linken Ventrikels.

 

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