Regionalanästhesie

Die Schmerzbehandlung während Operationen ist neben der Ausschaltung des Bewusstseins ein wesentlicher Bestandteil der Anästhesiologie.
Gerade von der Kardioanästhesie weiss man seit langem, dass eine effektive Schmerztherapie zu einer weitgehenden Unterdrückung messbarer "Stresshormone" (Adrenalin, Kortisol u.a.) führt. Wenn immer es sinnvoll ist, setzen wir örtliche Betäubungsverfahren (Regionalanästhesie) zusätzlich zu einer Vollnarkose oder als alleiniges Narkoseverfahren ein.

Bitte sprechen Sie mit uns, damit wir mit Ihnen gemeinsam die optimale Behandlungstrategie für Ihr Kind festlegen können.

Die häufigsten in unserer Abteilung angewendeten Verfahren sind:

Thorakale Periduralanästhesie mit Katheter (tPDK)

Dieses Regionalanästhesieverfahren wird als Kombinationsnarkose mit einer Vollnarkose bei größeren Bauchoperationen oder bei Operationen im Brustbereich (z.B. bei Trichterbrustkorrekturen) eingesetzt. Ziel ist die Verringerung der Narkosemedikamente während der Operation und ggf. eine individuelle Möglichkeit der Schmerztherapie nach der Narkose (durch den Periduralkatheter).
Je nach Alter Ihres Kindes wird der Periduralraum entweder vor Narkoseeinleitung in sitzender Position (Hierfür wird der Einstichort zuvor örtlich betäubt.) oder nachdem Ihr Kind schläft in Seitenlage mit einer dünnen Spezialkanüle aufgesucht und der Katheter dorthin vorgeschoben. Nach Entfernung der Nadel wird der Periduralkatheter sofort sicher fixiert. Zunächst wird eine Testdosis Lokalanästhetika gespritzt und somit die korrekte Lage kontrolliert.
Danach kann die vollständige Dosis injiziert werden. Nach 10 - 15 Minuten tritt die erste Wirkung ein.

Lumbale Periduralanästhesie mit und ohne Katheter (lPDK)

Dieses Regionalanästhesieverfahren wird als Kombinationsnarkose mit
einer Vollnarkose bei größeren Bauchoperationen oder orthopädischen Operationen (z.B. an der Hüfte) eingesetzt. Ziel ist die Verringerung der Narkosemedikamente während der Operation und ggf. eine individuelle Möglichkeit der Schmerztherapie nach der Narkose (durch den Periduralkatheter).
Nachdem Ihr Kind schläft, wird in Seitenlage der Periduralraum mit einer dünnen Spezialkanüle aufgesucht und der Katheter dorthin vorgeschoben. Nach Entfernung der Nadel wird der Periduralkatheter sofort sicher fixiert. Zunächst wird eine Testdosis Lokalanästhetika gespritzt und somit die korrekte Lage kontrolliert.
Danach kann die vollständige Dosis injiziert werden. Nach 10 - 15 Minuten tritt die erste Wirkung ein.
Die Periduralanästhesie bieten wir natürlich  auch bei geplanten     Kaiserschnittentbindungen an. Hierbei wird der Periduralkatheter bei der werdenden Mutter in sitzender Position gelegt. Der vorgesehene Einstichort wird vorher örtlich betäubt.

Caudalanästhesie mit und ohne Katheter

Die audalanästhesie ist das weltweit am häufigsten angewandte Verfahren bei Kindern mit Eingriffen unterhalb des Bauchnabels (z.B. Inguinalhernie,Hypospadiekorrektur, Orchidopexie, Klumpfußkorrektur). Komplikationen sind hierbei extrem selten.
Durchgeführt wird diese örtliche Betäubung in Kombination mit einer Vollnarkose. Nachdem Ihr Kind schläft, wird in Seiten- oder Bauchlagerung mit einer speziellen Kanüle ein Lokalanästhetikum im Periduralraum des Steißbeinbereiches injiziert.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, bei größeren Operationen einen dünnen Katheter in diesen Bereich einzubringen (Kaudalkatheter) und damit eine länger andauernde Schmerztherapie durchführen zu können.

Spinalanästhesie

Die Spinalanästhesie wird im Sitzen oder in Seitenlage angelegt. Nach Desinfektion und Lokalanästhesie der Haut wird mit einer dünnen Nadel im Lendenbereich zwischen zwei Dornfortsätzen der Wirbelsäule punktiert. Wenn sich über die Nadel klare Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) abziehen lässt, wird das Lokalanästhetikum injiziert. Die Wirkung setzt meist unmittelbar ein und fängt mit einem Wärmegefühl der Beine oder des Gesäßes an. Durch Lagerung des Patienten lässt sich die Ausbreitung des betäubten Gebietes steuern. Nach einer bestimmten Zeit, der Fixierungszeit, ist die Ausbreitung des Lokalanästhetikums   abgeschlossen und der Eingriff kann durchgeführt werden.

Auch dieses Verfahren bieten wir bevorzugt zu Kaiserschnittentbindungen an.

Interkostalkatheter

Diese Katheter werden nur bei Eingriffen im Bereich des Brustkorbs von uns angewendet. Häufigste Operation, bei der wir Interkostalkatheter verwenden, ist die Operation der angeborenen Verengung der Hauptschlagader (Aortenisthmusstenose).
Der Katheter wird zusätzlich zur Vollnarkose von den Kollegen der Chirurgie direkt unter Sicht an die richtige Stelle gelegt. Anschließend können wir dann ganz gezielt Schmerzmittel direkt an die entsprechenden Nervenregionen geben.

Axilläre Plexusanästhesie

Die Plexusanästhesie ist für Operationen an der Hand, am Unterarm und an Teilen des Oberarms geeignet. Dieses in der Erwachsenen-Anästhesie häufig angewendete Verfahren kommt bei uns nur bei älteren und kooperativen Kindern zum Einsatz. Bei dieser örtlichen Betäubung wird mit einer speziellen Kanüle und einem Gerät zum Auffinden des Nervs das     Nervenbündel in der Achselhöhle aufgesucht. Danach wird über die Spezialkanüle dasLokalanästhetikum in der Nähe des Nervengeflechts eingespritzt.
Nach ca. 20 - 30 Minuten tritt die Anästhesiewirkung ein. Die Operation kann ohne weitere zusätzliche Narkosemedikamente durchgeführt werden. Zur Ablenkung vor und während der Operation kann auf Wunsch Musik gehört, ein Film auf DVD gesehen, oder ein leichtes Schlafmittel verabreicht werden.

Interskalenäre Plexusanästhesie

Die Plexusanästhesie ist für Operationen an der Hand, am Unterarm und an Teilen des Oberarms geeignet. Dieses in der Erwachsenen-Anästhesie häufig angewendete Verfahren kommt bei uns nur bei älteren und kooperativen Kindern zum Einsatz. Bei dieser örtlichen Betäubung wird mit einer speziellen Kanüle und einem Gerät zum Auffinden des Nervs das Nervenbündel in der Achselhöhle aufgesucht. Danach wird über die Spezialkanüle das Lokalanästhetikum in der Nähe des Nervengeflechts eingespritzt.
Nach ca. 20 - 30 Minuten tritt die Anästhesiewirkung ein. Die Operation kann ohne weitere zusätzliche Narkosemedikamente durchgeführt werden. Zur Ablenkung vor und während der Operation kann auf  Wunsch Musik gehört, ein Film auf DVD gesehen, oder ein leichtes Schlafmittel verabreicht werden.

N. femoralis Blockade mit und ohne Katheter

Dieses Regionalanästhesieverfahren wird in Kombination mit einer Vollnarkose angeboten. Eingesetzt wird diese Methode bei Operationen am Fuß, am Unterschenkel oder an Teilen des Oberschenkels. Nachdem Ihr Kind schläft, wird mit einer speziellen Kanüle und einem Gerät zum Auffinden des Nervs der Nervenstrang aufgesucht. Danach wird über die Spezialkanüle das Lokalanästhetikum in der Nähe des Nervs eingespritzt, um eine Schmerzfreiheit nach Ende der Operation zu erlangen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, bei größeren Operationen einen dünnen Katheter in diesen Bereich einzubringen, um damit eine länger andauernde Schmerztherapie durchführen zu können.

N. ischiadicus Blockade mit und ohne Katheter (transgluteal, lateral, distal)

Dieses Regionalanästhesieverfahren wird in Kombination mit einer Vollnarkose angeboten. Eingesetzt wird diese Methode bei Operationen am Fuß, am Unterschenkel oder an Teilen des Oberschenkels. Nachdem Ihr Kind schläft, wird mit einer speziellen Kanüle und einem Gerät zum Auffinden des Nervs der Nervenstrang aufgesucht. Danach wird über die Spezialkanüle das Lokalanästhetikum in der Nähe des Nervs eingespritzt, um eine Schmerzfreiheit nach Ende der Operation zu erlangen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, bei größeren Operationen einen dünnen Katheter in diesen Bereich einzubringen, um damit eine länger andauernde Schmerztherapie durchführen zu können.

Peniswurzelanästhesie

Die Peniswurzelanästhesie ist ein schnelles und unkompliziertes Betäubungsverfahren und wird in Kombination mit einer Vollnarkose durchgeführt.
Eingesetzt wird dieses Verfahren bei Phimosen, Abtragungen, Ringbeschneidung (Plastibell) und Vorhautschürze.
Nachdem Ihr Kind schläft, wird mit einer dünnen Nadel ein Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in die Peniswurzel (an den Nervus dorsalis penis) gespritzt.

Das Ziel dieser Methode ist Schmerzfreiheit, die auch Stunden nach der Operation noch anhält.

Ilioinguinalisblock

Dieses Regionalanästhesieverfahren wird in Kombination mit einer Vollnarkose angeboten. Eingesetzt wird diese Methode z.B. bei Orchidopexie (Fixation eines oder beider Hoden am Hodensack) und Hernienoperationen (z.B.: Leistenbruch).
Nachdem Ihr Kind schläft, wird mit einer dünnen Nadel Betäubungsmittel ins Leistenband (Blockierung des Ilioinguinalis / Iliohypogastrikus Nerv) gespritzt und somit auch nach der Narkose für mehrere Stunden Schmerzfreiheit erzielt.

Infiltrationen

Infiltrieren bedeutet, dass ein Medikament gezielt in eine zu betäubende Region eingebracht wird. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird dies auch als "Betäubungsspritze" bezeichnet. Mit einer Spritze wird der erkrankte Bereich gezielt aufgesucht und Betäubungsmittel unter leichtem Druck in die Gewebsspalten eingesickert. Die Menge an Wirkstoff, die benötigt wird, ist recht gering. Die Mittel zur örtlichen Betäubung werden an Ort und Stelle vom Körper abgebaut, entfalten also praktisch keine Wirkung auf den Rest des Körpers.

Diese Methode ist allerdings nur bei "kleinen" Wunden oder Verletzungen/Operationen anwendbar.

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