Grenzüberschreitende Versorgung im Fokus: Delegation aus Tschechien besucht Asklepios Klinik Sebnitz

Wie medizinische Versorgung über Ländergrenzen hinweg funktionieren kann, darüber haben sich am Montag Besucher aus Tschechien in der Asklepios Klinik Sebnitz informiert.

Bild: Delegation aus Tschechien besucht Asklepios Klinik Sebnitz
Foto: Asklepios Klinik Sebnitz

Vertreter eines Seniorenrates aus der Region Ústí nad Labem sowie Bürgermeister Robert Holec aus Dolní Poustevna besichtigten mehrere Fachbereiche der Klinik und tauschten sich mit Ärzten und Verantwortlichen über Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit auf dem Gebiet der medizinischen Versorgung im Grenzraum aus. Klar wurde dabei aber auch: Für eine unkomplizierte Behandlung tschechischer Patienten gibt es noch immer rechtliche und bürokratische Hürden.
 

Neugierig blicken die Besucher in die Behandlungsräume. Dr. med. David Alheit, Chefarzt für Innere Medizin, nimmt sich Zeit für sie und erläutert die Arbeit seiner Abteilung. Bei der Führung durch die Klinik bleibt die gut 20-köpfige Delegation immer wieder stehen und fragt nach Abläufen, Behandlungsmöglichkeiten und der Versorgung älterer Patienten. Oberarzt Sami Alali erklärt, wie in Sebnitz Patienten nach Unfällen behandelt und künstliche Gelenke eingesetzt werden.

Er freue sich über das große Interesse der Gäste an den medizinischen Angeboten in Sebnitz, sagt Dr. Alheit. „Gerade für ältere Menschen sind kurze Wege und eine gute Erreichbarkeit medizinischer Angebote besonders wichtig.“

Kostenübernahme bleibt größtes Hindernis

Die Asklepios Klinik Sebnitz behandelt bereits heute Patienten aus dem Nachbarland, vor allem in Notfällen. Auch planbare Eingriffe sind eigentlich möglich. Dafür hat das tschechische Parlament Ende vergangenen Jahres die gesetzlichen Grundlagen gelegt. Zurzeit arbeiten viele Menschen auf beiden Seiten der Grenze daran, die neuen gesetzlichen Bestimmungen der tschechischen Republik so umzusetzen, dass insbesondere die Einwohner des Schluckenauer Zipfels möglichst unkompliziert medizinische Leistungen auf dieser Seite der Grenze in Anspruch nehmen können, ohne Angst haben zu müssen, dass die Patienten aus Tschechien die Kosten aus eigener Tasche zahlen müssen.

„Gerade in einer Grenzregion müssen medizinische Angebote möglichst unkompliziert erreichbar sein“, sagt Asklepios-Regionalgeschäftsführer Patrick Hilbrenner. „Unabhängig davon, auf welcher Seite der Grenze die Menschen leben.“ Die Klinik in Sebnitz stehe tschechischen Patienten grundsätzlich offen. „Wir wollen die Zusammenarbeit deshalb weiter ausbauen und gemeinsam nach praktikablen Lösungen suchen. Hierzu stehen wir mit vielen Akteuren auf beiden Seiten der Grenze aktuell in engem Austausch.“

Grenzregion setzt auf engere Zusammenarbeit

Vor diesem Hintergrund wollen die tschechischen Partner und die Asklepios Klinik Sebnitz die Gespräche über engere Kooperationen weiter fortsetzen und intensivieren.
Auch Robert Holec, Bürgermeister von Dolní Poustevna, sieht darin großes Potenzial. „Viele Menschen in unserer Region orientieren sich im Alltag längst grenzüberschreitend“, sagt er aus Erfahrung. „Deshalb sollte das auch für die medizinische Versorgung stärker möglich werden.“ Er wolle sich nun auch mit dem tschechischen Sozialministerium über weitere Schritte abstimmen, die dafür notwendig sind.

Dass für sie auch eine Behandlung in Sebnitz infrage kommt, daran ließen die Besucherinnen und Besucher am Montag keine Zweifel. Die Gäste gehörten zum Seniorenrat der Region Ústí nad Labem, der sich für ältere Menschen in Nordböhmen engagiert. Ziel der Exkursion war es, erfolgreiche Projekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit kennenzulernen, insbesondere in den Bereichen Betreuung, Pflege und Gesundheitsversorgung. Viele der Teilnehmer äußerten dabei die Hoffnung, dass medizinische Angebote in Sebnitz künftig einfacher und ohne große bürokratische Hürden genutzt werden können. Die Sebnitzer Klinik ist darauf längst eingestellt. Bereits mit der Absichtserklärung über die „Zusammenarbeit im Bereich der grenzüberschreitenden Gesundheitspflege“ von Tschechien und Sachsen 2019 hatte das Krankenhaus sein Gesundheitsangebot dreisprachig ausgeschildert.

Seite teilen: