Koronare Herzerkrankung und Herzinfarkt

Unter der Koronaren Herzerkrankung versteht man die Verengung der Herzkranzgefäße, die auch „Koronarien“ genannt werden (aus dem Lateinischen „Corona“ für „Kranz“). Die häufigste Ursache dieser Verengung sind Verkalkungen (Arteriosklerose) der Kranzgefäße. In Abhängigkeit vom Lebensalter und Geschlecht liegt in Europa die Häufigkeit einer Koronaren Herzerkrankung zwischen dem 45. und 85. Lebensjahr zwischen 5 und 15 Prozent.

Risikofaktoren

Die wichtigsten Risikofaktoren sind:

  • Fettstoffwechselstörungen (besonders im Hinblick auf Cholesterin)

  • Rauchen

  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie, Hypertonus)

  • erhöhtes Körpergewicht und unzureichende Bewegung

Formen der koronaren Herzkrankheit

Neben den stabilen Formen der Koronaren Herzkrankheit gibt es die akuten Krankheitsbilder des Herzinfarktes und des plötzlichen Herztodes. Der akute Herzinfarkt ist die mit Abstand häufigste Todesursache. Drei bis vier Menschen je 1.000 Einwohner erleiden jährlich einen Herzinfarkt, ein sogenanntes akutes Koronarsyndrom. Auch dann helfen wir unseren Patienten mit der geschilderten Herzkathetertechnik, um Verengungen oder Verschlüsse an den Herzkranzgefäßen zu beseitigen.

Wichtig ist beim akuten Herzinfarkt der Faktor Zeit. Je eher ein Gefäß wieder geöffnet wird, desto weniger Herzmuskel stirbt ab. Aus diesem Grund gibt es bei uns einen Bereitschaftsdienst, der an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für die Therapie akuter Herzinfarkte und für die Reanimationen (Wiederbelebungen) von Patienten mit kardiologischem Versagen zur Verfügung steht.

Der erste Schritt: Die Herzkatheterdiagnostik

Die Diagnostik findet in unserem hauseigenen Herzkatheterlabor statt.

Hier erfolgt eine genaue Beurteilung der Herzkranzgefäße durch einen ca. 2 mm starken Katheter (Schlauch), der durch eine Arterie am Arm oder Bein zum Herzen vorgebracht wird. Durch diesen Katheter wird Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße injiziert, die wir mittels Röntgenstrahlen sichtbar machen können.

Auf diese Weise können der Blutfluss durch die herzversorgenden Gefäße beurteilt und verengte Gefäße identifiziert werden.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Durch diese Katheter können wir in unserem Herzkatheterlabor zusätzlich zur Diagnostik auch unmittelbar therapeutische Eingriffe vornehmen.

Die Instrumente besitzen Hohlräume, durch die unsere Spezialisten feine Drähte, Ballons oder Gefäßstützen, sogenannte Stents, in die Kranzgefäße einführen können, mit denen sich dann die Engstelle beseitigen lässt.

Eine Stentbehandlung verlangt im Anschluss an den stationären Aufenthalt eine doppelte blutverdünnende Medikation über mindestens einen Monat bis hin zu einem Jahr.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge

Je nach Schweregrad des Herzinfarktes erfolgt eine Nachbehandlung auf unserer Intensivstation oder auf der kardiologischen Wachstation, um zum Beispiel bedrohliche Herzrhythmusstörungen zu erkennen.

In der Regel schließt daran eine Anschlussheilbehandlung in einer Reha-Klinik an.

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