Magen-Darm-Beschwerden

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Der akut aufgetretene Bauchschmerz lässt sich im Allgemeinen nach klaren Kriterien sehr rasch einem bestimmten Organ oder einer bestimmten Ursache zuordnen. Schwieriger wird es, wenn unbestimmte und uncharakteristische  Beschwerden keine eindeutige Diagnose zulassen. Oft bestehen diese Beschwerden dann über einen längeren Zeitraum oder treten wiederkehrend auf. Man spricht dann von chronischen Beschwerden.

Chronische Bauchbeschwerden wie Schmerzen, Blähungen oder Verstopfung kommen häufig vor. Ungefähr ein Drittel unserer Bevölkerung ist regelmäßig von diesen Symptomen betroffen.

Ihr Arzt kann meist relativ einfach herausfinden, ob ein Passagehindernis im Magen-Darmtrakt, eine Darmträgheit oder eine Störung der Darmentleerung ursächlich für Ihre Beschwerden ist. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen lässt sich jedoch auch bei einer gründlichen Untersuchung durch den Gastroenterologen keine Veränderung im Verdauungs-Trakt nachweisen, die die Symptome hinreichend erklären könnte. Man spricht dann von „funktionellen Störungen“.

Die am häufigsten geäußerten Beschwerden sind dabei Verstopfungserscheinungen mit oder ohne Schmerzen.  Je nach Schmerzangabe wird zwischen einer chronischen Obstipation (Verstopfung) und einem Reizdarmsyndrom vom Verstopfungstyp (RDS-O beziehungsweise englisch IBS-C) unterschieden. Definiert sind beide Formen als organische Störungen, bei denen eine veränderte Darmbeweglichkeit, eine gesteigerte Empfindlichkeit des Magen-Darm-Traktes sowie psychosoziale Faktoren die Ausprägung der Symptome beeinflussen. Dabei ist auffällig, dass bei über der Hälfte der Betroffenen zusätzlich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit nachweisbar sein kann. Diese liegt sonst nur bei knapp einem Viertel der westlichen Bevölkerung vor. Faktoren wie unzureichende Flüssigkeitsaufnahme, Ballaststoffmangel oder ein überlanger Darm spielen – entgegen aller Vermutung - fast gar keine Rolle.

Wichtig für die Behandlung ist die Unterscheidung zwischen einer Darmträgheit und einer Enddarmentleerungsstörung, wobei eine länger bestehende Darmträgheit, durch die dabei Vielen erforderlich scheinenden Pressmanöver, eine Entleerungsstörung verursachen kann.

Die Behandlungsschritte sollten im Allgemeinen gesicherten Regeln folgen. Die therapeutischen Maßnahmen reichen von einer Nahrungsumstellung über konservative medikamentöse Maßnahmen bis hin zu chirurgischen Eingriffen. Schwerpunkt der chirurgischen Behandlung ist dabei das sogenannte obstruktive Defäkations-Syndrom (ODS), das als mechanisch bedingte Enddarmentleerungsstörung definiert ist und häufig durch einen inneren Enddarmvorfall ausgelöst wird. Diesen können wir fast immer in minimalinvasiver Technik beheben.

Es ist allerdings wichtig zu beachten, dass bei den sogenannten funktionellen Störungen allgemein ein Zuviel an Diagnostik und Therapie vermieden werden sollte. Die Behandlung erfordert von allen Beteiligten Geduld und häufig sind es nur kleine Schritte, die auf dem Weg zu einer weitgehenden Beschwerdebesserung erreicht werden können.

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