Kardiale Rhythmusimplantate

Ereignisrecorder / Eventrecorder

Werden Herzrhythmusstörungen als Ursache Ihrer Beschwerden vermutet, lassen sich aber mit der konventionellen Diagnostik nicht entdecken, kommt möglicherweise die Implantation eines Ereignisrecorders in Betracht. Der Ereignisrecorder ist ein kleines technisches Gerät, nicht größer als ein USB-Stick, das sich in einem kleinen Eingriff in örtlicher Betäubung unter die Haut pflanzen lässt. Die Lebensdauer des Eventrecorders beträgt etwa 3 Jahre. Während dieser Zeit kann das Gerät die Herzströme aufzeichnen und mit Hilfe eines speziellen Programmiergerätes jederzeit ausgelesen werden. Auf diesem Wege werden selten auftretende Herzrhythmusstörungen häufig doch noch ausfindig gemacht.

Herzschrittmacher

Bei einem Herzschrittmacher handelt es sich streng genommen um ein System aus einem Impulsgeber (dem eigentlichen Schrittmacher) sowie einer oder mehrerer Sonden.

Ablauf einer Herzschrittmacheroperation

Der Eingriff ist im Vergleich zu anderen Operationen am Herzen überschaubar und kann prinzipiell in lokaler Betäubung durchgeführt werden. Um Ihnen den Eingriff so angenehm wie möglich zu gestalten, versetzen wir Sie zusätzlich in einen Dämmerschlaf. Eine Vollnarkose ist in aller Regel nicht erforderlich.

Zur Implantation des Herzschrittmachers wird ein etwa 4-5 cm langer Hautschnitt zwischen dem Brustmuskel und der Schulter gesetzt. Das Gerät wird dann entweder unter die Haut oder – bei sehr dünner Haut – unter den Brustmuskel gepflanzt. Um die Impulse des Schrittmachers auf das Herz übertragen zu können, müssen zusätzlich 1-2 Sonden direkt in das Herz eingebracht und dort verschraubt werden. Dies geschieht vorzugsweise über eine Zugangsvene, die zu diesem Zwecke freipräpariert werden muss (die so genannte V. cephalica). Alternativ ist auch eine Punktion der Schlüsselbeinvene möglich. Für den Eingriff ist die Verwendung von Röntgenstrahlen erforderlich.

Nach der Herzschrittmacheroperation

Haben Sie den Eingriff gut überstanden, ist eine Entlassung zumeist am Folgetag möglich. Die OP-Wunde sollten Sie etwa 10 Tage trocken halten, um das Eindringen von Keimen zu vermeiden. Wir verwenden ganz überwiegend resorbierbares Nahtmaterial, die Fäden müssen also nicht gezogen werden. Um eine ungestörte Einheilung des implantierten Systems zu gewährleisten, sollten Sie den Arm der OP-Seite etwa 4 Wochen schonen, d. h. schweres Heben, ruckartige Bewegungen oder ein zu starkes Anheben des Armes über die Horizontale hinaus sollten vermieden werden. Der Herzschrittmacher ist ein technisches Gerät, das „gewartet“ werden muss. Mit Hilfe eines speziellen Programmiergerätes wird das Gerät in regelmäßigen Zeitabständen abgefragt. Auf diesem Wege werden Fehlfunktionen erkannt und können im Idealfall sogleich behoben werden. Die Herzschrittmacherkontrolle ist schmerzlos und wird entweder bei uns oder bei Ihrem niedergelassenen Kardiologen durchgeführt.

Ist die Indikation zur Herzschrittmacherimplantation einmal gestellt, tauchen in der Regel viele weitere Fragen auf, beispielsweise ob der Lieblingssport weiterhin ausgeübt werden kann oder ob das Führen von Kraftfahrzeugen beeinträchtigt ist.

In allen Fragen rund um den Herzschrittmacher stehen wir Ihnen als Ansprechpartner selbstverständlich gern zur Verfügung.

 

Defibrillatoren (ICD)

Im Rahmen vieler Herzerkrankungen wird das Herz strukturell schwer geschädigt, beispielsweise wenn sich als Folge eines Herzinfarktes eine große Narbe im Herzmuskel gebildet hat. In diesem Fall kann die Herzleistung derart in Mitleidenschaft gezogen werden, dass nicht nur die Lebensqualität stark beeinträchtigt wird, sondern auch das Risiko potentiell tödlicher (maligner) Herzrhythmusstörungen steigt. Mit Hilfe der modernen medikamentösen Herzinsuffizienztherapie kann das Risiko eines plötzlichen Herztodes deutlich abgesenkt werden. Sind aber die Möglichkeiten der konservativen Therapie ausgeschöpft, würden wir mit Ihnen oder Ihrem/Ihrer Angehörigen über die Indikation zur Implantation eines Defibrillators (ICD) sprechen.

In Anlehnung an den herkömmlichen Herzschrittmacher handelt es sich auch beim implantierbaren Defibrillator um ein System aus Aggregat und einer oder mehrerer Sonden. Über die Sonden kann prinzipiell eine Herzschrittmacherstimulation erfolgen und damit ein langsamer Herzrhythmus ausgeglichen werden. Hauptaufgabe des Defibrillators ist jedoch, eine maligne Rhythmusstörung mittels eines hochenergetischen Stimulus, dem so genannten Schock, zu beenden. Die Implantation eines Defibrillators ist der eines Schrittmachers sehr ähnlich, siehe oben. Auch die Nachsorge gestaltet sich sehr ähnlich. Als Besonderheit wäre zu nennen, dass Defibrillatoraggregate immer etwas größer dimensioniert sind, da zusätzliche Bauteile im Gehäuse untergebracht werden müssen. Daher implantieren wir einen ICD nahezu ausschließlich unter den Brustmuskel.

Unser Team wird Sie durch den ganzen Prozess, von der Indikationsstellung über den Eingriff bis hin zur Nachsorge, begleiten.

Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT)

Kommt es im Rahmen von Herzerkrankungen zu Umbauprozessen, ist häufig auch die Erregungsleitung innerhalb des Herzens gestört. Liegt ein so genannter Linksschenkelblock vor, werden einige Teile des Herzens später erregt als andere. Im Ergebnis wird die Kontraktion des Herzmuskels ungleichmäßig (asynchron) und ineffektiv. Die medikamentöse Herzinsuffizienztherapie kann der Verschlechterung der Herzleistung entgegenwirken und das Risiko für den plötzlichen Herztod deutlich verringern. Bleibt die Herzleistung dennoch eingeschränkt und bestehen weiterhin Herzinsuffizienzsymptome wie Wassereinlagerungen und Luftnot, würden wir mit Ihnen und/oder Ihren Angehörigen über die Implantation eines Gerätes zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) sprechen.

Bei der kardialen Resynchronisationstherapie handelt es sich um einen spezialisierten Herzschrittmacher, bei dem zusätzlich zu den herkömmlichen Herzschrittmachersonden eine weitere, spezielle Sonde implantiert wird. Diese Sonde wird ganz nah an die linke Herzkammer herangeführt. Um das zu erreichen, wird mittels spezieller Katheter das Venensystem des Herzens, der so genannte Koronarsinus, aufgesucht. Ist eine geeignete Zielvene gefunden, wird die Sonde unter Röntgendurchleuchtung in das Gefäß eingebracht. Über diesen Weg kann das Herz dann gleichmäßig stimuliert und damit „resynchronisiert“ werden.

Auch dieser Eingriff ähnelt dem einer Schrittmacherimplantation, ist aber weitaus aufwendiger und dauert im Schnitt etwa 90-120 Minuten. Hinsichtlich der Nachsorge gelten ähnliche Empfehlungen wie nach einer Herzschrittmacherimplantation.

Sprechen Sie uns gerne an. Unser Team ist geschult, Ihnen weitere Fragen zu diesem Thema zu beantworten!

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