Asklepios Westklinikum Hamburg

Operative Adipositastherapie

Operative Adipositastherapie

Adipositaschirurgie

In diesem Video erläutert Chefarzt Dr. Mansfeld knapp die Adipositaschirurgie. Wichtig zu wissen ist, dass Adipositas eine chronische Erkrankung ist und sich nicht herausoperieren lässt. Trotz Operation bedarf Adipositas einer lebenslangen Behandlung: Die Therapie kann nur erfolgreich sein, wenn die Patient:innen ihre Gewohnheiten auch nach der Operation dauerhaft umstellen und insofern lebenslang daran arbeiten.  © Asklepios

Wann ist ein chirurgischer Eingriff sinnvoll?

Aus unserer Sicht ist ein chirurgischer Eingriff angezeigt, wenn

  • Patient:innen unter einer langjährigen Adipositas leiden,
  • alle konservativen Therapien wie Ernährungs- und Bewegungstherapien ausgeschöpft sind,
  • der Body-Mass-Index bei über 40 (oder im Falle relevanter Begleiterkrankungen bei über 35) liegt,
  • hormonelle Ursachen, psychische Erkrankungen oder Suchterkrankungen ausgeschlossen sind.

In vertrauensvollen Gesprächen und ausführlichen Untersuchungen analysieren unsere Expert:innen im Adipositaszentrum zunächst die persönliche Situation und ziehen bei bestimmten Fragestellungen weitere Experten hinzu.

Wir legen Wert auf schonende Operationsmethoden

Wir führen im Adipositaszentrum alle Operationen minimalinvasiv mit der sogenannten Schlüssellochtechnik durch. Unsere Klinik verfügt über eine moderne Ausstattung, unter anderem mit 4K-/HD-Technologie.

Für unsere Patient:innen bedeutet das einen deutlich verkürzten Krankenhausaufenthalt, ein besseres kosmetisches Ergebnis und deutlich geringere Schmerzen nach der Operation.

Welche operativen Leistungen bieten wir an?

Schlauchmagen (Sleeve-Gastrectomy)

Bei diesem Verfahren wird der größte Teil des Magens (ca. 80 %) entfernt. Übrig bleibt ein schlauchförmiger Restmagen, der dann nur noch geringe Nahrungsmengen aufnehmen kann. Das Sättigungsgefühl tritt schneller ein. Gleichzeitig wird der Teil des Magens entfernt, in dem das Hungerhormon Ghrelin gebildet wird. Dadurch haben die Patienten zumindest in der ersten Zeit nach der Operation ein geringes Hungergefühl und seltener Heißhungerattacken.

Vorteile:

  • Der Verdauungstrakt bzw. der normale Nahrungsweg bleibt erhalten
  • Mangelerscheinungen treten tendenziell seltener auf – dennoch ist eine zusätzliche Vitamin- und Mineralstoffeinnahme wichtig!
  • Eine Magenspiegelung ist weiterhin möglich

Nachteile:

  • Für einen stabilen Gewichtsverlauf ist hohe Disziplin des Patienten gefragt: Der Schlauchmagen kann sich bei zu großen Portionen wieder ausweiten
  • Die Wirkung des verkleinerten Magens bleibt bei weichen hochkalorischen Nahrungsmitteln oder Flüssigkeiten aus
  • Nicht geeignet für Patienten mit starkem Sodbrennen – es kann sich verstärken oder auch neu auftreten

Omega-Loop-Magenbypass (Mini-Gastric-Bypass)

Ein Bypass-Verfahren, bei dem eine neue Nahrungspassage gebildet wird, eignet sich besonders für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und Refluxösophagitis.

Der Magen wird in einen schmalen, verkürzten Schlauchmagen und einen Restmagen, der im Körper verbleibt und weiterhin Verdauungssäfte produziert, aufgeteilt. Der neue kleinere Magen wird dann mit einer rund zwei Meter weiter unten liegenden Dünndarmschlinge seitlich verbunden. Die Nahrung durchquert somit nur noch den neu gebildeten Magen sowie einen Teil des Darms. Der andere Teil des Darms sowie der Restmagen werden somit umgangen und kommen mit der Nahrung nicht mehr in Kontakt.

Sowohl die Nahrungsmenge, die pro Mahlzeit eingenommen werden kann, als auch die Verwertung der Nahrung verringern sich. Es kann eine mittlere Gewichtsabnahme von ca. 60–80 % des Übergewichts erreicht werden.

Vorteile:

  • ausgeprägter und über Jahre stabiler Gewichtsverlust
  • geeignet für Patienten mit Sodbrennen
  • gute Langzeitergebnisse und Wirkung auf die Verbesserung oder den Rückgang von Diabetes mellitus Typ 2

Nachteile:

  • Es können nicht mehr alle Vitamine und Nährstoffe aufgenommen werden und müssen lebenslang als Nahrungsergänzung eingenommen werden
  • Eine Spiegelung des großen ausgeschalteten restlichen Magens ist nicht mehr möglich
  • Resorption bestimmter Medikamente ist möglicherweise nicht mehr gewährleistet (Antidepressiva, Verhütungsmittel)

Roux-en-Y-Magenbypass

Bei diesem Magenbypass wird der Magen in zwei Teile getrennt: eine kleine Magentasche, an die der Dünndarm direkt angenäht wird, und den Restmagen. Die neue Magentasche kann nur wenig Nahrung aufnehmen, bis sie gefüllt ist, was auch die Resorption bestimmter Medikamente wie Antidepressiva und Verhütungsmittel einschränkt. Außerdem wird der Dünndarm so umgeleitet, dass die Verdauungssäfte erst auf die Nahrung treffen, wenn sie bereits einen Teil des Dünndarms passiert haben. Ein Teil der Nährstoffe und der Kalorien wird somit nicht verdaut, sondern verlässt den Körper wieder mit dem Stuhl.

Vorteile:

  • sehr hoher und über Jahre stabiler Gewichtsverlust
  • Sodbrennen wird meist beseitigt
  • gute Langzeitergebnisse und Wirkung auf die Verbesserung oder den Rückgang von Diabetes mellitus Typ 2

Nachteile:

  • Erhöhte Gefahr von Mangelerscheinungen – eine lebenslange Einnahme von Vitamin- und Mineralpräparaten ist unumgänglich
  • Eine Spiegelung des großen ausgeschalteten restlichen Magens ist nicht mehr möglich

Magenband-Einstellung oder -Explantation

In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass die Versorgung mit einem Magenband unverhältnismäßig oft zu schlechten Ergebnissen führt. Europaweit gehen die Implantationszahlen daher deutlich zurück und auch unser Adipositaszentrum verzichtet aus diesem Grund gänzlich auf Magenbandimplantationen.

Patienten, die mit einem Magenband versorgt wurden, können sich aber bei Komplikationen jederzeit an unser Zentrum wenden. Wir werden Sie über die Alternativen ausführlich beraten und gegebenenfalls eine Explantation vornehmen. Der Eingriff erfolgt in der Regel mit minimalinvasiver Technik.

Mögliche Komplikationen:

  • Magenpouch-Vergrößerung
  • Erweiterung der Speiseröhre
  • Gewichtszunahme trotz Magenband. In diesem Fall kann unter Umständen eine Umwandlungsoperation in einen Magenbypass oder Schlauchmagen erfolgen.

Nachsorge

Wir sind mit einer lebenslangen Nachsorge für Sie da, wobei uns folgende Aspekte besonders wichtig sind:

  • Aufklärung und Hinweise zur Ernährungsumstellung nach der Operation
  • Erstellen eines individuellen Ernährungsplans unter Berücksichtigung der Lebensrealität des Patienten
  • Beratung und Aufklärung zu ergänzenden kosmetischen Operationsmöglichkeiten, beispielsweise bei Hautüberschuss
  • Feststellung und Therapie von eventuell auftretenden Mangelerscheinungen (Vitamine und Mineralstoffe)

Darüber hinaus können sich Patient:innen bei auftretenden Fragen und Komplikationen jederzeit an unser Team des Adipositaszentrums wenden.

Anja Recker

Anmeldung

Erreichbarkeit

Montag:

08.00-15.00

Dienstag:

08.00-15.00

Mittwoch:

08.00-15.00

Donnerstag:

08.00-15.00

Freitag:

08.00-15.00