Ein Zeichen für die Hoffnung: Asklepios Fachklinik Hohwald unterstützt erneut humanitären Hilfstransport in die Ukraine
Vier Transporter, mehrere Tonnen medizinischer Hilfsgüter und eine Strecke von fast 3 000 Kilometern: Wenn sich Jan Czarnetzki und seine Mitstreiter am 20. Juni erneut auf den Weg Richtung Ukraine machen, tun sie das aus voller Überzeugung. Für den Dresdner Helfer ist es inzwischen die 25. Reise in ein Land, das ihn seit vielen Jahren bewegt – und dessen Menschen ihn bis heute nicht loslassen.
Bereits seit 2010 engagiert sich die Asklepios Fachklinik Hohwald für verschiedene Ukraine-Hilfsprojekte. Auch diesmal beteiligt sich die orthopädische Fachklinik erneut mit dringend benötigten medizinischen Materialien – darunter Patientenmonitore, Defibrillatoren, kompakte Beatmungsgeräte, einen medizinischen Kühlschrank, Physiotherapieliegen sowie Verbands- und Verbrauchsmaterialien, Medikamente und Krankenhaus-Textilien.
Medizinische Hilfe für Kliniken und Reha-Einrichtungen
„Gerade medizinische Ausrüstung rettet dort Leben oder verbessert es zumindest deutlich“, sagt Jan Czarnetzki. „Viele Menschen kommen schwer verletzt aus dem Krieg zurück. Alles, was Rehabilitation ermöglicht oder Schmerzen lindert, wird dringend gebraucht.“
Organisiert wird der Transport gemeinsam mit dem Verein Athletes for Ukraine e. V., dessen Vorstand Jens Steinigen seit 2022 umfangreiche humanitäre Hilfe für die Ukraine koordiniert. Allein im vergangenen Jahr organisierte das Netzwerk elf Hilfstransporte in Regionen wie Charkiw, Odessa, Cherson oder Kyiv. Hinter den Fahrten stehen ausschließlich ehrenamtliche Mitstreiterinnen und Mitstreiter.
Mit diesem Hilfstransport, der am 20. Juni starten soll, werden medizinische Hilfsgüter aus der Asklepios Fachklinik Hohwald unter anderem an Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen und Kinderheime in Kyiv und Charkiw gebracht. Zudem hoffen die Organisatoren, einen behindertengerechten Transporter mit Rollstuhlrampe in die Ukraine überführen zu können, der künftig in einer Rehabilitationseinrichtung in Kyiv eingesetzt werden soll.
Begegnungen, die bleiben
Was als spontane Hilfe kurz nach Kriegsbeginn begann, wurde für Czarnetzki zu einer dauerhaften Aufgabe. „Kurz nach dem Angriff bin ich mit meinem Wohnmobil an die Grenze gefahren und habe Menschen evakuiert – vor allem Schwangere und Kinder“, erzählt er. „Es war Winter. Viele Frauen standen plötzlich allein da, weil ihre Männer eingezogen wurden. Die erste Nacht vor Ort bin ich aufgewacht und habe einfach nur geweint.“
Besonders geprägt habe ihn die Begegnung mit einem älteren Ehepaar. „Sie saßen vor ihrem kleinen Holzhaus auf einer Bank, in ihrer besten Sonntagskleidung, neben sich alte Koffer“, erinnert er sich. „Es sah aus, als wollten sie verreisen. Aber ihre Blicke waren leer. Ich habe mich gefragt: Was geht gerade in diesen Menschen vor?“
Unterstützt wird Czarnetzki von einem großen ehrenamtlichen Netzwerk – darunter Ines und Martin Eckstein, die Hilfsgüter sammeln, Transporte organisieren, finanzielle Unterstützung koordinieren und Spenden sortieren und verpacken. Nach eigenen Angaben wurden inzwischen zehntausende Pakete gepackt und weitergeleitet.
„Ohne dieses Netzwerk wäre das alles nicht möglich“, sagt Czarnetzki. „Viele helfen im Hintergrund – und genau darauf kommt es an.“
Hilfe, die nicht an Grenzen endet
Auch die Transporte selbst bleiben herausfordernd. Die Fahrten dauern mehrere Tage, führen über teils stark beschädigte Straßen und kosten Kraft – körperlich, organisatorisch und emotional. „Drei Transporter sind uns inzwischen kaputtgegangen und dort unten greift keine Versicherung“, erzählt Czarnetzki. „Aber aufgeben ist keine Option. Helfen ist für mich Bürgerpflicht.“
Für die Asklepios Fachklinik Hohwald ist die Unterstützung deshalb mehr als eine reine Sachspende. „Medizinische Hilfe endet nicht an Landesgrenzen“, sagt Jan Hänse, Geschäftsführer der Asklepios Fachklinik Hohwald. „Viele der Geräte können vor Ort unmittelbar eingesetzt werden – und genau das macht diese Hilfe so wertvoll.“