Asklepios PJ Plus Programm
Früher Verantwortung übernehmen und Teil des Teams werden – mit Struktur, Mentoring und Orientierung
Für Medizinstudierende markiert das Praktische Jahr (PJ) den Übergang vom Studium in den Klinikalltag. Nach Jahren der Theorie geht es nun darum, medizinisches Wissen anzuwenden, Abläufe zu verstehen und schrittweise Verantwortung zu übernehmen.
Gleichzeitig ist das PJ für viele eine Phase der Unsicherheit: Wie viel darf ich schon machen? Wer ist ansprechbar? Und wie gelingt der Einstieg in den ärztlichen Berufsalltag? Genau hier setzt das Asklepios PJ Plus Programm an: Es bietet klare Strukturen, persönliche Begleitung und einen Ausbildungsansatz, der Studierende aktiv einbindet.
„Das Besondere am PJ Plus Programm ist, dass wir deutlich früher die Möglichkeit hatten, eigene Patientinnen und Patienten zu betreuen“, berichtet dr. med. Fabian von Oertzen, der 2025 sein Praktisches Jahr im Rahmen des PJ Plus Programms an der Asklepios Klinik Wandsbek in der Inneren Medizin absolvierte. „Normalerweise beginnt das oft erst als Assistenzarzt. Beim PJ Plus bekommt man jedoch schon im Praktischen Jahr einzelne Patientinnen und Patienten zugeteilt, die man unter ärztlicher Aufsicht betreut.“
Von Oertzen studierte Humanmedizin am Asklepios Campus Hamburg und spricht heute aus Erfahrung, denn inzwischen arbeitet er als Assistenzarzt. Viele der Abläufe und Routinen, die heute für ihn selbstverständlich sind, lernte er bereits im PJ Plus kennen.
Das PJ als Lernphase – Theorie trifft Verantwortung
Grundsätzlich dient das PJ dazu, Studierende auf die ärztliche Tätigkeit vorzubereiten. Sie werden Teil des Stationsteams, begleiten Visiten, lernen diagnostische und therapeutische Entscheidungen kennen und gewinnen Einblicke in unterschiedliche Fachbereiche. Das PJ Plus Programm ergänzt diesen Abschnitt gezielt: durch ein strukturiertes Ausbildungssetting, feste Ansprechpartner:innen und definierte Lernziele, die sich am späteren Berufsalltag orientieren.
„Man hatte einen zentralen Ansprechpartner und wurde aktiv in den klinischen Alltag eingebunden“, erinnert sich von Oertzen. „Ich hatte nicht das Gefühl, nur dabei zu sein, sondern wirklich Teil des Teams.“
Praktische Fähigkeiten und klinischer Alltag
Ein wesentlicher Bestandteil des Programms ist die praktische Ausbildung. „Ich durfte Aszites punktieren, habe viel Ultraschall gemacht und unter ärztlicher Aufsicht eine Thoraxdrainage gelegt“, so von Oertzen. Ebenso gehörten Blutabnahmen, Zugänge, Visiten und die Betreuung eigener Patient:innen dazu.
Besonders prägend seien aber auch die zwischenmenschlichen Erfahrungen gewesen: „Ein Fall einer jungen Patientin mit schwerer Lungenentzündung, die zeitweise auf der Intensivstation lag, ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Zu sehen, dass sich ihr Zustand verbessert hat, war sehr motivierend.“
Onboarding: Ankommen statt ins kalte Wasser springen
Damit Studierende früh Verantwortung übernehmen können, ist ein strukturierter Einstieg entscheidend. Und damit dieser Einstieg gelingt, spielt das Onboarding im PJ Plus eine zentrale Rolle.
„Onboarding bedeutet für uns, dass Studierende vom ersten Tag an Orientierung bekommen“, erklärt Prof. Dr. Axel Stang, Senior Advisor Oncology an der Asklepios Klinik Barmbek. „Zunächst klären wir ganz praktische Fragen: von Stationen über EDV-Zugänge bis zur Dienstkleidung. Danach geht es darum, Erwartungen zu klären und zu vermitteln, wie das Programm aufgebaut ist.“
Dazu gehört auch, das Haus kennenzulernen: Notaufnahme, Intensivstationen, OPs und Radiologie werden vorgestellt – verbunden mit einer Führung. „So entsteht früh ein Verständnis für Abläufe, Strukturen und Zuständigkeiten.“, so Dr. Stang.
Mentoring und ärztliche Kernaufgaben
Ein zentrales Element des PJ Plus Programms ist das persönliche Mentoring. „Wir wollen, dass Studierende nicht nur zuschauen, sondern typische ärztliche Aufgaben erlernen“, betont Dr. Stang. Dazu zählen unter anderem das Erheben von Anamnesen, das Schreiben von Arztbriefen oder die strukturierte Übergabe von Patient:innen. „Das sind Tätigkeiten, die später sitzen müssen.“
Der entscheidende Rahmen dabei: „Diese Aufgaben werden unter ärztlicher Aufsicht ausgeführt, ohne dass die Studierenden die rechtliche Verantwortung tragen“, so Dr. Stang. Mentoring biete hier einen geschützten Raum, um Sicherheit zu gewinnen, Fragen zu stellen und Routinen aufzubauen.
Was PJ Plus auszeichnet
Das PJ Plus Programm ergänzt das klassische PJ bei Asklepios um zusätzliche Struktur und individuelle Förderung. Dazu gehören neben dem Onboarding und Mentoring durch erfahrene Chef- und Fachärzt:innen, eine digitale Weiterbildungsplattform, eine zentrale Anlaufstelle für organisatorische Fragen sowie eine monatliche Aufwandsentschädigung von 400 Euro brutto. Das Programm startete im November 2024 als Pilotprojekt und wird schrittweise ausgebaut.
Bewerbung & weitere Informationen
Das PJ Plus Programm richtet sich an Medizinstudierende im Praktischen Jahr, die ihren Einstieg in den ärztlichen Beruf aktiv gestalten möchten – Studierende aller Hochschulen sind herzlich willkommen. Die Vergabe der Plätze erfolgt zentral über das PJ-Portal.
Informationen zu teilnehmenden Kliniken, Bewerbungsfristen und dem Ablauf der Bewerbung finden sich auf der Webseite des Asklepios Campus Hamburg.
Weitere Berichte und Bilder auf www.asklepios.com/ach sowie auf Instagram und LinkedIn.