Kapselendoskopie

Grundlage für die Kapselendoskopie ist eine, in einer Kapsel befindliche Minikamera, die der Patient nach einer Darmreinigung schluckt, und die durch den Verdauungstrakt bis in den Dickdarm transportiert wird. Die Kapsel ist eine Einmalprodukt und wird in der Regel nach 4-12 Stunden auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden, ohne dass sie geborgen werden muss.

Wir sind für Sie da!

Bild:aerztin-sr-gespraech

Die wichtigste Indikation für die Kapselendoskopie ist der Verdacht auf eine Blutungsquelle im Dünndarm. Die häufigsten Ursachen hierfür sind kleine Gefäßveränderungen, sogenannte Angiodysplasien. Eine weitere Indikation stellt der Verdacht auf eine entzündliche oder tumoröse Erkrankung des Darms dar.

Ein Schonendes Verfahren - So gehen wir vor:

Bevor wir bei obskuren Blutungen die Kapselendoskopie einsetzen, führen wir zuvor eine obere und untere Endoskopie durch. Ist der Befund dieser Untersuchungen negativ, statten wir unsere Patienten mit Antenne und Datenrekorder für die Kapselendoskopie aus. Erst danach schlucken sie die Kapsel in der Größe einer Vitamintablette von ca. 25 Millimetern. Die Kapsel wiederum enthält eine Minikamera die mit einem ultrakompaktem Objektiv und automatischer Helligkeitsregelung für hochauflösende Bilder ausgestattet ist. Diese Kamera nimmt ca. 2 Bilder pro Sekunde auf. Bei ihrer 8-10 stündigen Reise durch den Dünndarm entstehen bis zu 70.000 Bilder, die sich automatisch auf einem externen Datenträger speichern, so dass wir sie am PC auswerten können. Eine Kapselendoskopie kann unter gewissen Umständen von Ihrer Krankenkasse Leistung übernommen werden.

Ganz auf Sie abgestimmt: Die Behandlungsmöglichkeiten

Eine Kapselendoskopie ist immer dann angezeigt, wenn eine

  • Darmspiegelung kontraindiziert ist, oder nicht vollständig durchgeführt werden konnte
  • Darmspiegelung zu riskant ist, da z.B. Perforationen oder Blutungen drohen
  • Darmspiegelung aufgrund der notwendigen Sedierung zu riskant ist, z.B. bei Einnahme bestimmter Medikamente bei COPD Patienten
  • Eine Darmspiegelung abgelehnt wird.

 

Allerdings kann diese Untersuchungsmethode nicht angewendet werden, wenn Verengungen des Darms vorliegen, die die Passage der Kapsel behindern könnten. Eine Überprüfung der Passage kann entweder mit Hilfe von MRT, CT oder mit einer Pilotkapsel erfolgen, die sich im Falle eines Steckenbleibens auflöst.

Die Vorteile der Kapselendoskopie liegen auf der Hand, denn zum einen können die Patienten während der Untersuchung zumeist ihrer Tagesroutine ohne Einschränkungen nachgehen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und eine Sedierung unnötig, so dass auch die Verkehrstüchtigkeit und Geschäftsfähigkeit erhalten bleibt.

Die Kapselendoskopie ist durch die Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Gastrointestinale Endoskopie (ESGE) als risikoarm, sicher, akkurat und gut durchführbar anerkannt.

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