Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer noch Todesursache Nr. 1 – was zu tun

In der Behandlung von Krankheiten des Herzens hat sich in den vergangenen Jahren viel getan: Bei einer frühzeitigen Therapie sind Infarkte nur noch selten tödlich, Techniken zur Behebung von Herzklappenveränderungen werden immer besser und auch den Patienten, bei denen das Operationsrisiko zu hoch wäre, kann oft mittels neuer Kathetertechniken geholfen werden. Kardiologen und Herzchirurgen diskutieren bei jedem Patienten individuell, ob bei Verengungen der Herzkranzgefäße – jenen Adern, mit denen sich das Herz selbst mit Nährstoffen versorgt – ein Bypass („Umgehungsgefäß“) oder ein Stent („Gefäßstütze“, die es offen hält) die bessere Behandlung ist. Auch bei Rhythmusstörungen gibt es Fortschritte und Herzschrittmacher werden immer kleiner.

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Trotzdem bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland. Zwar hat die Sterblichkeit in den letzten Jahren abgenommen, weil die kardiologische Versorgung insgesamt sehr gut ist. Aber weil der Anteil älterer Menschen zunimmt, wird dieser Fortschritt von der demografischen Entwicklung wieder zunichte gemacht. Daher bleiben Herzkrankheiten aktuell. Viele Asklepios Kliniken informieren im Rahmen der Herzwochen über die Erkrankungen, wie sie behandelt und vor allem auch, wie sie verhindert werden können.

Dass Rauchen zu den gefährlichsten – und theoretisch am leichtesten zu ändernden – Risikofaktoren gehört, ist inzwischen Allgemeingut. Aber auch hoher Blutdruck, Übergewicht, zu hoher Cholesterinspiegel und Diabetes mellitus erhöhen das Risiko für Herzerkrankungen. In den letzten Jahren diskutieren Experten auch Bewegungsmangel als eigenständigen Risikofaktor. Dass Sport und Bewegung gut für das Herz sind, weiß man schon lange. Auch dass beides die Risikofaktoren Cholesterin und Blutdruck sowie sogar den Diabetes positiv beeinflussen, ist nichts Neues. Jetzt vermuten einige Fachleute, dass Bewegung darüber hinaus noch Wirkungen hat, die das Herz schützen.

Dabei muss man für eine gesundheitliche Wirkung keinen Marathon laufen. Der ist sogar eine extreme Belastung für das Herz, während das Training für einen Langlauf durchaus gesund ist. Aber nicht, wenn man beispielsweise unter einem akuten Infekt leidet, denn der kann selbst bei jungen Menschen auf das Herz übergreifen. Ebenfalls gefährlich sind in jedem Alter Rhythmusstörungen. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich vor Aufnahme eines neuen Trainings, sich zunächst untersuchen zu lassen. Aber statt ein Leistungstraining zu absolvieren, ist es schon ein Fortschritt, mehr Bewegung ins normale Leben einzubauen, statt der alltäglichen Bequemlichkeit nachzugeben. So hilft es schon, öfter mal die Treppe zu nehmen, statt sich von Rolltreppen und Fahrstühlen bewegen zu lassen, oder etwas weiter weg zu parken und einen kleinen Spaziergang zu machen. Auch ein bewegungsfreudiger Hund kann für die eigene Gesundheit hilfreich sein.

Von allen Herzerkrankungen ist der Infarkt wahrscheinlich die dramatischste. Hier hängt der Behandlungserfolg auch davon ab, wie schnell die Therapie eingeleitet wird – und das wiederum davon, wie schnell der Patient die Klinik erreicht. Ob man in der Stadt wohnt, wo der Rettungsdienst binnen Minuten vor der Tür steht, oder auf dem Land, kann man nicht beeinflussen. Aber man sollte die typischen Symptome kennen – wie Schwäche, Atemnot, Angstgefühl, Enge-Empfindung im Brustkorb und vor allem starke Schmerzen in der Brust. Sie können aber auch über die Schulter bis in den linken Arm oder sogar in den Unterkiefer ausstrahlen. Dabei gilt zu beachten: Gerade bei Frauen fehlt manchmal der charakteristische Schmerz, und wenn sie Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen in Bauch und Rücken verspüren, denkt man oft nicht automatisch an eine Erkrankung des Herzens.

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