Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Was Sie über die krankhafte Form der Selbstliebe wissen sollten

Wenn ein Mensch über ein gehöriges Maß Selbstliebe und Selbstbewusstsein verfügt, ist das erst einmal nichts Negatives. Doch Selbstverliebtheit und Ich-Bezogenheit können krankhafte Ausmaße annehmen. Dann ist von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung beziehungsweise von einem dysfunktionalen narzisstischen Muster die Rede. Dabei handelt es sich um eine tiefgreifende psychische Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Verhalten der Betroffenen stark beeinflusst. Sie äußert sich durch ein übertriebenes Bedürfnis nach Bewunderung, gepaart mit einem instabilen Selbstwertgefühl. Personen mit einer solchen Persönlichkeitsstörung wirken oft selbstsicher oder überlegen und können anderen Menschen gegenüber  Schwierigkeiten mit Empathie haben.

Über Narzissmus wird aktuell viel geredet, ob in den Sozialen Medien, auf Ratgeberseiten oder in Illustrierten. Das birgt die Gefahr, dass der „normale“ Narzissmus gleichgesetzt wird mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Die krankhafte Form ist allerdings deutlich weniger verbreitet, je nach Studie sind 0,4 bis 5 Prozent der Menschen betroffen. Kennzeichnend für die Persönlichkeitsstörung ist der Leidensdruck, der auf den Betroffenen lastet. Expert:innen von Asklepios haben nachfolgend für Sie Informationen darüber zusammengestellt, welche Symptome für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung charakteristisch sind, wie sich diese Erkrankung diagnostizieren lässt, und welche Ansätze sich in der Behandlung bewährt haben.

Wenn Sie bei sich oder bei jemandem in Ihrem Umfeld Anzeichen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung bemerken, scheuen Sie sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen. In unseren Einrichtungen stehen Ihnen erfahrene und empathische Fachkräfte gerne unterstützend zur Seite.

Wie äußert sich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung?

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung zeigt sich durch eine Vielzahl von Symptomen, die Betroffene und ihr Umfeld stark beeinflussen können. Im Folgenden erläutern wir die häufigsten Anzeichen. Bitte beachten Sie, dass diese Symptome oft in Kombination auftreten und je nach Person unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

Übertriebenes Gefühl der eigenen Wichtigkeit

Dass Betroffene ein übersteigertes Selbstbild haben, ist ein zentrales Merkmal der narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Sie überschätzen oft ihre Fähigkeiten und Erfolge und erwarten – ohne entsprechende Leistungen –, von anderen als überlegen anerkannt zu werden. Häufig dient dieses Verhalten dazu, ein geringes Selbstwertgefühl unbewusst zu kompensieren

Starkes Bedürfnis nach Bewunderung

Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung haben einen großen Wunsch nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Sie benötigen ständige Bewunderung von anderen, um ihr Selbstwertgefühl aufrechtzuerhalten. Ohne diese Bestätigung fühlen sie sich schnell wertlos.

Eingeschränkte Empathiefähigkeit

Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung können sich nur wenig oder gar nicht in andere hineinversetzen. Sie nehmen die Gefühle, Perspektiven und Bedürfnisse ihrer Mitmenschen entweder nicht wahr oder ignorieren sie sogar bewusst, da sie ihre eigenen Interessen über alles andere stellen.

Anspruchshaltung

Betroffene zeigen oft ein übersteigertes Anspruchsdenken. Sie erwarten, bevorzugt behandelt zu werden, und gehen davon aus, dass ihre Wünsche und Erwartungen automatisch erfüllt werden. Diese Haltung führt häufig zu Konflikten in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Neigung zur Ausbeutung

Ein weiterer häufiger Aspekt ist das ausbeuterische Verhalten in Beziehungen. Betroffene nutzen andere Menschen rücksichtslos aus, um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Die Beziehungen, die sie eingehen, sind oft von Manipulation und Kontrolle geprägt.

Überempfindlichkeit gegenüber Kritik

Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung reagieren sehr empfindlich auf Kritik oder Ablehnung. Selbst konstruktive Kritik kann Gefühle von Scham, Wut oder Demütigung auslösen. Um sich zu schützen, reagieren Betroffene häufig, indem sie die kritisierende Person abwerten oder sich von ihr zurückziehen.

Häufige Neidgefühle

Betroffene sind oftmals extrem neidisch auf Menschen, die etwas besitzen oder erreicht haben, was sie selbst nicht haben. Gleichzeitig sind sie überzeugt, dass alle anderen neidisch auf sie sind. Dieses Denken kann zu weiteren Konflikten im sozialen Umfeld führen.

Die aufgeführten Symptome gehören zu den häufigsten Anzeichen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Wenn Sie bei sich selbst oder bei Menschen in Ihrer Umgebung mehrere dieser Merkmale beobachten, kann dies ein Hinweis auf die Erkrankung sein. Eine professionelle Diagnose ist dann der erste Schritt, um mit dieser komplexen Persönlichkeitsstörung umzugehen. In den medizinischen Einrichtungen von Asklepios finden Sie Hilfe bei erfahrenen Spezialist:innen.

Wie wird eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert?

Die Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung darf nicht leichtfertig gestellt werden, da Narzissmus in Anteilen Teil einer normalen Persönlichkeit ist. Erst wenn die Verhaltensweisen zu erheblichen Problemen im Alltag, in Beziehungen oder im Berufsleben führen, spricht man von einer Persönlichkeitsstörung. Daher sollte die Diagnose durch geschulte Fachkräfte wie Psychiater:innen oder Psychotherapeut:innen erfolgen.

Eine besondere Herausforderung bei der Diagnose ist der Umstand, dass den Betroffenen zumeist die Einsicht fehlt, von einer solchen Persönlichkeitsstörung betroffen zu sein. Sie suchen zum Beispiel psychologische Hilfe, weil sie unter Folgeerkrankungen wie Depressionen oder Ängsten leiden.

Unsere psychologischen Expert:innen analysieren zunächst in einem ausführlichen Gespräch die Symptome und Verhaltensmuster der betroffenen Person. Dabei orientieren sie sich an den Kriterien des Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen (DSM-5) oder der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10). Nach DSM-5 müssen mindestens fünf der folgenden Merkmale auf die Betroffenen zutreffen: ein übertriebenes Gefühl der eigenen Wichtigkeit, ein großes Bedürfnis nach Bewunderung, ein mangelndes Einfühlungsvermögen, übersteigerte Ansprüche, ausbeuterisches Verhalten, Neidgefühle oder der Glaube, andere seien neidisch auf sie selbst, sowie arrogantes und überhebliches Verhalten.

Zur Diagnosestellung gehört oft auch, die Persönlichkeitsstörung von anderen psychischen Erkrankungen abzugrenzen, die ähnliche Symptome hervorrufen. Dazu gehören etwa Depressionen, Borderline-Störungen (emotional instabile Persönlichkeitsstörungen) oder bipolare Störungen, bei der die Betroffenen stark zwischen Episoden von „himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“ schwanken. In einigen Fällen werden die Fachkräfte, für weitere Sichtweisen auf das Verhalten der betroffenen Person, auch Angehörige in den diagnostischen Prozess einbeziehen.

Wird tatsächlich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung festgestellt, kann diese Diagnose für die Betroffenen zunächst belastend sein. Doch sie bietet auch die Chance, die eigenen Herausforderungen besser zu verstehen und anzugehen. In unseren medizinischen Einrichtungen entwickeln die empathischen und erfahrenen Fachkräfte gemeinsam mit ihren Patient:innen einen individuellen Behandlungsplan. Ziel ist es, Strategien zu erarbeiten, die den Alltag erleichtern, bessere zwischenmenschliche Beziehungen ermöglichen und insgesamt die Lebensqualität verbessern.

Unsere Termine

Jetzt Terminangebot auswählen und buchen.

Wie wird eine narzisstische Persönlichkeitsstörung behandelt?

Die Behandlung der narzisstischen Persönlichkeitsstörung erfordert ein umfassendes Konzept, das auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt ist. Unsere Fachkräfte bieten verschiedene psychotherapeutische Ansätze und unterstützende Maßnahmen an, um ihre Patient:innen auf dem Weg zur Stabilisierung und Verbesserung ihrer Lebensqualität zu begleiten. Bei gleichzeitig bestehenden psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Impulskontrollproblemen kann zusätzlich eine begleitende medikamentöse Behandlung sinnvoll sein.

Psychotherapie: der Schlüssel zur Veränderung

Die Psychotherapie ist das zentrale Element der Behandlung. Besonders die Verhaltenstherapie hat sich als hilfreich erwiesen. Hierbei lernen Betroffene, ihre Denkmuster und Verhaltensweisen zu hinterfragen und schrittweise zu ändern. Ein Ziel ist es, das Einfühlungsvermögen zu verbessern und neue Strategien für zwischenmenschliche Beziehungen zu entwickeln. Auch die sogenannte Schematherapie kommt häufig zum Einsatz. Sie konzentriert sich darauf, tief verwurzelte Muster zu erkennen und zu bearbeiten. Diese Formen der Therapie bieten den Betroffenen eine strukturierte Herangehensweise, die sowohl ihre Stärken als auch ihre Herausforderungen berücksichtigt.

Gruppentherapien: gemeinsam lernen und wachsen

Gruppentherapien bieten einen geschützten Raum, in dem sich Patient:innen gegenseitig unterstützen und voneinander lernen können. Hier erfahren sie, wie andere mit ähnlichen Herausforderungen umgehen. Auf diese Weise können sie ein besseres Verständnis für ihre eigenen Verhaltensweisen entwickeln. Die Gruppenarbeit fördert die soziale Integration und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Gleichzeitig bietet sie eine Plattform, um neue Verhaltensmuster in einem sicheren Rahmen auszuprobieren.

Psychoedukation: Wissen als Grundlage für Veränderung

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Behandlung ist die sogenannte Psychoedukation (von griech. psychḗ – „Seele, Geist“ und lat. educare – „anleiten, ausbilden“). Hier vermitteln Expert:innen den Betroffenen Informationen über die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Dieses Wissen hilft den Patient:innen, ein besseres Verständnis für die eigenen Verhaltensweisen zu entwickeln und die Erkrankung zu akzeptieren. Überdies motiviert es sie, aktiv bei der Therapie mitzuarbeiten.

Unterstützung durch Pflegefachkräfte im Alltag

Unsere Pflegefachkräfte spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung. Sie unterstützen die Patient:innen dabei, ihre Selbstwahrnehmung zu stärken und eine stabile Tagesstruktur aufzubauen. Praktische Hilfen im Alltag können entscheidend dazu beitragen, das Erlernte aus der Psychotherapie nachhaltig zu verankern.

Unsere Spezialist:innen setzen auf eine ganzheitliche Herangehensweise, die sowohl psychotherapeutische als auch unterstützende Maßnahmen umfasst. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Patient:innen eine langfristige Verbesserung ihrer Lebensqualität zu erreichen.

Welche psychischen Erkrankungen können bei einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung zusätzlich auftreten?

Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung sind oft von weiteren psychischen Erkrankungen betroffen. Diese Erkrankungen verstärken den Leidensdruck der Betroffenen erheblich und erschweren den Alltag zusätzlich. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der häufigsten Begleiterkrankungen:

Depressionen: häufige Folge emotionaler Krisen

Depressionen treten bei Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung besonders häufig auf. Aufgrund ihres hohen Anspruchsdenkens und der starken Abhängigkeit von der Bewunderung anderer erleben Betroffene wiederholt Enttäuschungen und Zurückweisungen. Diese Erlebnisse führen oft zu intensiven Gefühlen von Leere, Wertlosigkeit und Traurigkeit. Eine Depression kann sich durch Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und das Gefühl, dem Leben nicht gewachsen zu sein, äußern.

Angststörungen: Überforderung und Unsicherheit

Betroffene leiden oft an Angststörungen, die sich als Folge ihres inneren Konflikts entwickeln. Die Angst, Fehler zu machen, nicht genug Anerkennung zu erhalten oder kritisiert zu werden, kann so stark werden, dass sie den Alltag einschränkt. Diese Angstgefühle sind Ausdruck der tiefen Unsicherheit, die hinter der Fassade eines übergroßen Selbstbewusstseins verborgen liegt.

Suchterkrankungen: Flucht vor innerer Leere

Viele Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung greifen zu Alkohol, Drogen oder anderen Suchtmitteln, um mit der inneren Leere und dem emotionalen Schmerz umzugehen. Die Sucht dient dabei als Bewältigungsstrategie, verschärft jedoch langfristig die Probleme und verstärkt das soziale und emotionale Leid.

Essstörungen: Kontrolle über den Körper

Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie können ebenfalls auftreten. Der Fokus auf das eigene Erscheinungsbild und der Wunsch, Kontrolle auszuüben, führen oft zu ungesunden Essgewohnheiten. Diese Erkrankungen verstärken den Druck, perfekt zu wirken, und beeinträchtigen die körperliche Gesundheit.

Unsere Fachkräfte bei Asklepios unterstützen Sie dabei, diese Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und ganzheitlich zu behandeln.

Wie kann man einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung vorbeugen?

Die Forschung geht davon aus, dass eine narzisstische Persönlichkeitsstörung auf einer Kombination von genetischen und umweltbedingten Faktoren beruht. Der Erkrankung vorzubeugen ist im eigentlichen Sinne also kaum möglich. Dennoch gibt es Maßnahmen, die eine ausgewogene Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen unterstützen. Und auch im Erwachsenenalter lassen sich ein gesundes Selbstwertgefühl und Empathie erlernen und zwischenmenschliche Beziehungen stärken.

Emotionale Geborgenheit in der Kindheit schaffen

Eltern können einiges dafür tun, um ihr Kind zu einem selbstbewussten und mitfühlenden Menschen zu erziehen. Eine sichere emotionale Bindung ist dabei das A und O. Eltern und Bezugspersonen sollten Kindern sowohl Liebe geben, als auch klare Grenzen setzen. Kinder benötigen Anerkennung für ihre Leistungen, aber auch die Möglichkeit, Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Ein übermäßiges Lob ungeachtet der tatsächlichen Leistungen, kann ebenso dazu führen, dass sich ein unrealistisches Selbstbild entwickelt, wie eine Vernachlässigung der kindlichen Bedürfnisse.

Umgang mit Enttäuschungen lernen

Kinder müssen lernen, dass nicht alle Wünsche sofort erfüllt werden können und dass jeder Mensch Schwächen hat. Frühe Erfahrungen mit Enttäuschungen tragen dazu bei, eine gesunde Selbstwahrnehmung zu entwickeln und ein übersteigertes Anspruchsdenken zu vermeiden. Eltern können dazu bewusst Situationen schaffen, in denen Kinder Geduld und Resilienz üben können, zum Beispiel durch gemeinsames Spielen oder indem sie im Alltag realistische Erwartungen an die Kinder stellen.

Soziale Kompetenzen stärken

Eltern sollten ihre Kinder ermutigen, ihre Gefühle offen auszudrücken und ihre Fähigkeit zur Empathie fördern. Menschen, die früh lernen, Konflikte konstruktiv zu lösen und sich in andere hineinzuversetzen, entwickeln in der Regel stabilere Beziehungen. Eltern, Lehrkräfte und andere Bezugspersonen können dies unterstützen, indem sie respektvolle Kommunikation vorleben und Kinder ermuntern, ihre Perspektiven zu teilen. Auch im Erwachsenenalter können soziale Kompetenzen gestärkt werden, indem Menschen üben, anderen aktiv zuzuhören oder eigene Verhaltensweisen zu überdenken.

Psychoedukation und Selbstreflexion

Narzisstischen Verhaltensweisen kann man entgegenwirken, wenn man die Bedeutung gesunder Persönlichkeitsstrukturen besser versteht und eigene Denkmuster erkennt. Dabei helfen sogenannte psychoedukative Angebote: In Seminaren oder Workshops lernen Betroffene, ihr Selbstwertgefühl besser einzuordnen und zu regulieren und in Bezug zu anderen Menschen zu setzen. Ein Tagebuch zu führen, kann ebenfalls dabei unterstützen, die eigenen Verhaltensweisen und deren Wirkung auf andere besser zu verstehen.

Verzicht auf Alkohol und andere Suchtmittel

Suchtmittel können emotionale Schwankungen verstärken und die Fähigkeit zur Selbstregulation beeinträchtigen. Der komplette Verzicht fördert hingegen nicht nur die psychische Stabilität, sondern auch die körperliche Gesundheit.

Aufbau eines realistischen Selbstbildes

Ein realistisches Selbstbild zu entwickeln, ist entscheidend, um sich selbst und andere besser einschätzen zu können. Menschen sollten sich ihrer Stärken bewusst sein, aber auch akzeptieren, dass sie Schwächen haben. Gezielte Selbstbetrachtung und der Austausch mit vertrauten Personen sowie offene Rückmeldungen aus dem sozialen Umfeld helfen, ein ausgewogenes Bild von sich selbst zu erhalten und unrealistische Vorstellungen zu hinterfragen.

Die genannten Ansätze unterstützen die psychische Gesundheit allgemein und die gesunde Entwicklung von Kindern im Besonderen. Liegt aber ein krankhafter Narzissmus vor, so erfordert diese Persönlichkeitsstörung den Beistand von geschulten Fachkräften wie Psycholog:innen oder Psychotherapeut:innen.  In unseren Einrichtungen stehen Ihnen erfahrene Expert:innen zur Seite, um Sie beim Umgang mit der Erkrankung zu unterstützen.

Videos

Wie beeinflusst die narzisstische Persönlichkeitsstörung das Gehirn?

Neurowissenschaftliche Studien legen nahe, dass bei einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung insbesondere der präfrontale Kortex und das limbische System, zwei entscheidende Bereiche des Gehirns, bei Betroffenen anders funktionieren.

Der präfrontale Kortex, der für Selbstkontrolle, Entscheidungsfindung und das Verständnis sozialer Regeln verantwortlich ist, zeigt möglicherweise veränderte Aktivitätsmuster. Diese Veränderungen könnten erklären, warum Menschen mit der Störung ein übersteigertes Selbstbild haben und sich nur schwer oder gar nicht in andere hineinversetzen können.

Das limbische System ist an der Regulation von Emotionen beteiligt. Dieses System, insbesondere die Gehirnstruktur der Amygdala, scheint bei Betroffenen hypersensibel auf Kritik oder Zurückweisung zu reagieren. Dies könnte die starke emotionale Reaktion auf Kränkungen und den inneren Kampf zwischen grandiosen und verletzlichen Selbstanteilen erklären. Studien zeigen außerdem, dass das Belohnungssystem überaktiv sein könnte, was das übersteigerte Bedürfnis nach Bewunderung und Anerkennung verstärkt.

Obwohl die Forschung noch in den Anfängen steckt, werfen diese Erkenntnisse ein Licht darauf, wie tief die narzisstische Persönlichkeitsstörung in den neurologischen Prozessen verwurzelt ist. Diese Einblicke könnten zukünftig helfen, gezielte Therapien zu entwickeln, die auf die spezifischen Mechanismen im Gehirn abzielen. In den medizinischen Einrichtungen von Asklepios arbeiten unsere Fachkräfte daran, aktuelle neurologische Erkenntnisse in die psychotherapeutische Behandlung zu integrieren, um Betroffene bestmöglich zu unterstützen.

Unsere Termine

Jetzt Terminangebot auswählen und buchen.