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Therapie der Herzschwäche nach Herzinfarkt

Zur Behandlung einer Herzinfarkt-bedingten Herzschwäche bieten wir die minimal-invasive LIVE-Therapie an, um die Form, Größe und Funktion des Herzens wiederherzustellen.

Herzinfarkt und Herzschwäche: Wie hängen diese Erkrankungen zusammen?

Die Chancen, einen Herzinfarkt zu überleben, stehen heutzutage so gut wie noch nie. Allerdings bedeutet das auch, dass immer mehr Menschen dauerhaft mit den möglichen Spätfolgen eines Herzinfarkts leben müssen, beispielsweise einer Herzschwäche. Typische Herzschwäche-Beschwerden wie Atemnot und nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit lassen sich zwar eine Zeit lang mit Medikamenten lindern, doch sie können nicht die Ursache der Beschwerden beheben, sodass bei vielen Menschen die Erkrankung mit der Zeit fortschreitet

Erklärvideo zur LIVE-Therapie ©Bioventrix GmbH

Nach einem Herzinfarkt kann sich an dem Teil des Herzmuskels, der während des Infarkts nicht ausreichend durchblutet wurde, eine Narbe bilden. Diese Narbe schwächt das Herz, und mit der Zeit vergrößert sich die linke Herzkammer. Es kann dann eine Herzschwäche entstehen, von Medizinern Herzinsuffizienz genannt. Betroffene leiden dabei an typischen Symptomen wie Atemnot und Erschöpfung. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung können sich diese Beschwerden verschlimmern.

In diesem Video erfahren Sie, wieso es nach einem Herzinfarkt zu einer Herzschwäche kommen kann und wie die LIVE-Therapie abläuft. Das Video mit deutschen Untertiteln finden Sie hier.

Wer kommt für die LIVE-Therapie in Frage?

live therapie herzschema
Abb.1: Schematische Darstellung des Herzens vor und nach einem Herzinfarkt sowie nach der LIVE-Therapie © Bioventrix GmbH

Die LIVE-Therapie ist ein Verfahren zur Behandlung der Herzschwäche nach einem Herzinfarkt. LIVE steht für Less Invasive Ventricular Enhancement und bedeutet „weniger invasive Ventrikeloptimierung“. Dieses Verfahren kommt bei Menschen zum Einsatz, die nach einem Herzinfarkt trotz entsprechender Medikamente eine symptomatische Herzschwäche entwickelt haben. Bei der LIVE-Therapie werden in einem minimalinvasiven Eingriff kleine Ankerpaare eingesetzt, um das vergrößerte Herz durch Ausschließen des Narbengewebes wieder in eine normale Größe und Form zu bringen (Abb. 1). Dadurch verbessern sich bei vielen Patienten auch die Herzschwäche-Symptome.

Welche Voruntersuchungen sind notwendig?

Bevor die LIVE-Therapie bei Ihnen durchgeführt werden kann, prüfen wir, ob es für Sie die richtige Behandlung ist. Dazu untersuchen wir Ihr Herz mit bildgebenden Verfahren. Eine erste Einschätzung der möglichen Behandlungsoptionen ist bereits mit einem einfachen Herzultraschall (Echokardiographie) möglich. Bei positiver Beurteilung sind dann weitere bildgebende Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) notwendig. Damit lassen sich die genaue Größe und der Ort der Narbe an der linken Herzkammer bestimmen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen ermöglichen es uns einzuschätzen, ob die LIVE-Therapie eine geeignete Therapieoption für Sie ist.

Wie wird die LIVE-Therapie durchgeführt?

Planung und Vorbereitung

ankerpaar für live-therapie
Ankerpaar für die LIVE-Therapie © Bioventrix GmbH

Jedes Ankerpaar besteht aus einem internen und einem externen Anker, die über einen dünnen Ankerdraht miteinander verbunden sind (Abb. 2). Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie der interne und externe Anker platziert werden können; Ihr Harburger Ärzteteam wird aufgrund der Voruntersuchungen entscheiden, welches Vorgehen in Ihrem Fall am geeignetsten ist. Ein häufig durchgeführter Ansatz ist, die interne Verankerung über einen Venen-Katheter auf der rechten Halsseite bis zum Herzen vorzuschieben. Die externe Verankerung wird dann über einen kleinen Schnitt zwischen den Rippen auf der linken Seite des Brustkorbs eingesetzt. Doch egal, wie und wo genau die Anker platziert werden, eines haben alle Varianten gemeinsam: Im Gegensatz zur offenen Operation am Herzen muss bei diesem minimalinvasiven Verfahren das Brustbein nicht durchtrennt werden. Auch ist keine Herz-Lungen-Maschine notwendig – ganz im Gegensatz zur klassischen offenen Herz-OP. Dies erhöht die Sicherheit des LIVE-Verfahrens und fördert eine schnellere Genesung. Für den Fall, dass es während des Eingriffs doch zu Problemen oder Komplikationen kommen sollte, stehen aber stets eine Herz-Lungen-Maschine sowie ein gut eingespieltes und hochqualifiziertes Team aus Ärzten, Kardiotechnikern und OP-Pflegekräften bereit, um schnell reagieren und so ein höchstmögliches Maß an Sicherheit gewährleisten zu können.

Durchführung

Unter Röntgen- und Ultraschallkontrolle bringen der Herzchirurg und ein Kardiologe das Ankerpaar in die vorgesehene Position am Narbengewebe. In der Regel reicht ein Ankerpaar nicht aus, um das Narbengewebe komplett zu isolieren, daher werden meist 2 bis 3 Ankerpaare verwendet. Nach erfolgter Implantation aller Ankerpaare ist der vernarbte Bereich des Herzens vom gesunden Gewebe ausgeschlossen und das Herz kann wieder besser pumpen.

Nach dem Eingriff

Nach dem Eingriff bleiben Sie in der Regel noch einige Tage bei uns. Während Ihres Aufenthalts kümmert sich unser speziell geschultes Pflegepersonal um Sie, um Sie bestmöglich bei Ihrer Genesung zu unterstützen. Am Tag der Entlassung findet ein ausführliches Gespräch statt, bei dem wir Sie gut auf die nachfolgende Zeit vorbereiten. Zudem erhalten Sie einen Brief für Ihren weiterbehandelnden Arzt; dieser enthält wichtige Empfehlungen für die Weiterbehandlung sowie Hinweise zu den Medikamenten, die Sie während Ihrer Zeit bei uns erhalten haben und welche Sie gegebenenfalls weiterhin einnehmen müssen.

Für eine langfristig verbesserte Lebensqualität ist nach der Entlassung auch Ihr persönlicher Einsatz gefragt. Wenn Sie die folgenden Tipps beherzigen, können Sie viel für Ihr Herz und Ihre Gesundheit tun:

  • Nehmen Sie sämtliche Termine und Nachsorgeuntersuchungen wahr.
  • Richten Sie sich nach den Anweisungen Ihres Arztes.
  • Halten Sie sich an die Verordnung Ihrer Medikamente.
  • Seien Sie aktiv.
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung.

Wie kann Ihnen die LIVE-Therapie helfen?

Mit Hilfe der Anker lässt sich ein aufgrund eines Herzinfarkts vergrößertes Herz verkleinern. Die Wirksamkeit und Sicherheit der LIVE-Therapie sind in klinischen Studien ausführlich untersucht worden. Folgende Verbesserungen ließen sich dabei beobachten:

  • Pumpfunktion des Herzens: +16 %
  • 6-Minuten-Gehstrecke: +21 %
  • Körperliche Leistungsfähigkeit: +26 %
  • Lebensqualität: +34 %

Vor der LIVE-Therapie befand sich die Mehrheit der Betroffenen im NYHA-Stadium III; das bedeutet, dass bereits geringe körperliche Aktivität zu Herzschwäche-Symptomen wie Erschöpfung oder Luftnot führte. Nach der LIVE-Therapie lag das mittlere NYHA-Stadium bei II, d. h. Herzschwäche-Symptome traten erst bei moderater körperlicher Belastung auf.

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