KAPPA-Projekt
KAPPA-Projekt
Das Projekt KAPPA steht für Kontinuierliche Allgemeinpsychiatrische und Prä-/Postforensische Psychosenbehandlung in Hamburg-Altona.
In Hamburg ist in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg von Menschen mit Psychosen zu beobachten, die im Maßregelvollzug untergebracht sind oder nach § 126a StPO behandelt werden.
Ein Grund dafür ist, dass insbesondere junge Menschen mit Psychosen oft nicht ausreichend oder zu spät die passende Hilfe bekommen.
Gleichzeitig fehlen wichtige Unterstützungsangebote:
- Es gibt kaum aufsuchende, intensive Behandlungsformen wie das sogenannte „Assertive Community Treatment“ (ACT), bei dem Fachkräfte die Betroffenen aktiv im Alltag begleiten.
- Wohnraum in Hamburg ist knapp – besonders für Menschen mit psychischen Erkrankungen.
- Es stehen zu wenige betreute Wohnplätze zur Verfügung, vor allem in Einrichtungen mit klarer Tagesstruktur.
Die Folge:
- Viele junge Menschen mit Psychosen verlieren ihre Wohnung oder finden keine stabile Wohnsituation.
- Die Zahl der unbehandelten Erkrankten im Alltag (im sogenannten Sozialraum) steigt.
- Es entstehen mehr langfristige Krankheitsverläufe, teilweise mit Unterbringung nach gesetzlichen Regelungen (§ 1831 BGB, § 63 StGB).
Ein weiteres Problem ist, dass die Allgemeinpsychiatrie und der Maßregelvollzug oft nebeneinander arbeiten, ohne ausreichend miteinander vernetzt zu sein.
KAPPA richtet sich insbesondere an Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen (v. a. Psychosen), die im Bezirk Altona leben oder sich dort aufhalten.
Dort soll die Versorgung besser koordiniert, bestehende Angebote gebündelt, und durch neue Projekte ergänzt werden.
Bessere Vernetzung und neue Versorgungsformen
Um eine bessere Versorgung zu erreichen, sollen bestehende Angebote gestärkt und miteinander verknüpft werden:
- Sozialraumorientierte Behandlung: Hilfe findet möglichst im direkten Lebensumfeld der Betroffenen statt.
- Flexible Teams: Multiprofessionelle Teams (z. B. Ärzt:innen, Therapeut:innen, Sozialarbeiter:innen) arbeiten eng zusammen und begleiten die Betroffenen kontinuierlich.
- Aufsuchende Unterstützung: Fachkräfte gehen aktiv auf die Patient:innen zu – nicht nur in Kliniken, sondern auch im Alltag.
- Stabile Beziehungen: Eine konstante Betreuungsperson stärkt Vertrauen und Behandlungserfolg.
- Frühzeitige Prävention: Therapeutische Angebote sollen verhindern, dass sich die Erkrankung verschlechtert.
Ziel des Projektes
Durch bessere Vernetzung, mehr aufsuchende Hilfe und zusätzliche Wohn- und Betreuungsangebote soll erreicht werden, dass weniger Menschen durch das System fallen, Erkrankungen früher behandelt werden, und langfristige sowie schwere Verläufe reduziert werden.