Asklepios Westklinikum Hamburg

Endoprothetik

Endoprothetik bei Knie und Hüfte

Wir haben uns für Sie auf die Implantation von Gelenkprothesen aller großen Gelenke spezialisiert! 

Unser oberstes Ziel ist es, Ihre Gelenke so lange wie möglich zu erhalten und ihre natürliche Funktion zu bewahren. Sollte bei einer weit fortgeschrittenen Arthrose dennoch eine Operation notwendig werden, bieten wir Ihnen das gesamte Spektrum der modernen orthopädischen Chirurgie an. Bei der Planung einer Endoprothese berücksichtigen wir stets individuell Ihr Alter, Ihre Lebenssituation und Ihren persönlichen Leistungsanspruch.

Im Bereich der Kniechirurgie reicht unser Behandlungsspektrum vom Teilersatz – der sogenannten Schlittenprothese – bis hin zur achsstabilen Vollprothese. Auch in der Hüftgelenkschirurgie bieten wir passgenaue Lösungen an: von knochensparenden Kurzschaftprothesen bis hin zu individuell angefertigten Gelenkersatzsystemen für komplexere Fälle.

Selbstverständlich sind wir auch für Sie da, wenn bereits eine Endoprothese eingesetzt wurde und weiterhin Beschwerden bestehen oder wenn Sie eine fundierte Zweitmeinung wünschen. In allen Fällen stehen wir Ihnen mit unserer Erfahrung beratend und unterstützend zur Seite.

Gelenkendoprothetik

Bei der Vorstellung in unserer Sprechstunde klären wir zunächst, ob eine konservative Behandlung noch erfolgversprechend wäre. Ist dies nicht mehr der Fall und besteht somit die Notwendigkeit zur endoprothetischen Versorgung (Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes), werden wir mit Ihnen den geeigneten Zugangsweg und die für Sie ideale Prothesenart besprechen.

Wir wollen für Sie das sowohl funktionell als auch kosmetisch idealste Ergebnis erzielen!

Vor der Operation

Wichtig ist, dass Sie gut vorbereitet in die Operation gehen. Die wichtigsten Punkte haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst:

  • Vorerkrankungen sollten bekannt und gut eingestellt sein. Möglicherweise werden daher noch weitere Untersuchungen erforderlich, sei es durch Ihre behandelnden Ärzt:innen oder bei uns im Hause.
  • Sie sollten vorab schon lernen, an Gehstützen zu gehen, da nach der Operation noch Schmerzen bestehen können.
  • Wenn nötig, Vorbereitung im Hinblick auf eine Gewichtsreduktion, da dies die Mobilisation an Gehstützen erleichtert und das Risiko für Wundinfektionen vermindert.
  • Rauchentwöhnung mindestens 6 Wochen vor der Operation. Es ist nachgewiesen, dass bei Rauchern das Infektionsrisiko erhöht ist.
  • Gezielte Kräftigung der Armmuskulatur. Diese kann beispielsweise auch in unserem Therapiezentrum erfolgen.

Hygiene

Sie erhalten von uns ein Waschset, um die in unserem Hause sehr geringe Infektionsrate noch weiter zu senken. Drei Tage vor der Operation beginnen Sie damit, eine antiseptische (d. h. keimabtötende) Nasensalbe zu verwenden. Am Tag vor der OP und falls möglich noch am Morgen der OP sollten Sie mit der antiseptischen Waschlotion aus unserem Waschset duschen.

Anästhesieverfahren

Die Operation findet entweder in Regionalanästhesie oder in Vollnarkose statt. Sie besprechen das für Sie am besten geeignete Narkoseverfahren im Vorfeld mit unseren Narkoseärzt:innen. Hier geht es zur Website unserer Anästhesie & Intensivmedizin.

Die Operation

Es gibt verschiedene Prothesen-Modelle. Anhand spezieller Röntgen-Planungsaufnahmen bestimmen wir die für Sie passende Variante. Es wird je nach Knochenform und Lebensalter entweder eine Fixierung mit oder ohne Knochenzement vorgenommen. Die Operation dauert zwischen 60-90 Minuten. Auf Drainagen und Katheter können wir fast immer verzichten.

Unterschied mit oder ohne Knochenzement:

Zementfrei: Der Knochen heilt in die Oberfläche ein.

Mit Knochenzement: Auch bei schlechter Knochensubstanz sind Sie nach der OP voll belastbar.

Im Anschluss werden Sie noch für einige Zeit im Aufwachraum von unserem Anästhesieteam überwacht und werden dann im Anschluss zurück auf die Station gebracht. Sollten bei Ihnen schwerere Vorerkrankungen bestehen, werden Sie nach der Operation vollumfassend auf unserer Intensivstation betreut.

Nach der Operation

Oft bereits am OP-Tag, spätestens aber am ersten Tag nach der OP werden Sie mithilfe der Krankengymnast:innen das erste Mal auf dem neuen Gelenk stehen und vielleicht auch schon die ersten Schritte gehen können. Gemeinsam mit den Kolleg:innen der Pflege dürfen Sie darüber hinaus bereits Ihre private Kleidung anziehen. Zwischendurch kühlen Sie das OP-Gebiet. Außerdem erhalten Sie von uns natürlich die benötigten Medikamente gegen Schmerzen sowie vorbeugende Thrombosespritzen.

Wir ermutigen Sie ausdrücklich zur Bewegung!

Gebote und Verbote haben in unserer Nachbehandlung keinen Platz. Je nachdem was Sie im Vorfeld mit unserem Case-Management besprochen haben, können Sie nach 4-6 Tagen in die Weiterbehandlung entlassen werden. Oft ist es eine ambulante oder stationäre Rehabilitation, möglicherweise aber auch die Entlassung nach Hause mit Krankengymnastik. Dies hängt von vielen Faktoren ab (bspw. Ihrer Mobilität, Vorerkrankungen, helfende Familienmitglieder, häusliche Situation) und wird daher immer individuell mit Ihnen im Vorfeld geplant. Sollte es wider Erwarten doch nicht so schnell gehen wie gedacht, können wir die weitere Behandlung immer noch ändern. Sie werden nicht allein gelassen!

In unserer Sprechstunde prüfen wir, ob bei Ihnen alle konservativen (z. B. Krankengymnastik, Medikamente, Gehstockunterstützung, Elektrotherapie, Spritzenbehandlung) und operativen Maßnahmen (z. B. arthroskopische Gelenkreinigung, Knorpelglättung, Ausgleich von Fehlstellungen) ausgeschöpft sind. Erst wenn all diese Therapien nicht den gewünschten Erfolg gezeigt haben, ist die Implantation einer Endoprothese erforderlich. Dann entscheiden wir anhand der Untersuchungsergebnisse und der Röntgenbilder, welches Prothesenmodell welcher Größe das richtige für Sie ist. Der anschließende Eingriff wird über einen etwa acht (Schlitten) bis 15 Zentimeter (Oberflächenersatz, achsgeführtes Kniegelenk) langen Hautschnitt am Knie vorgenommen und dauert in der Regel 60 bis 80 Minuten.

Nach der Operation wird das operierte Bein hoch und bequem gelagert. Zunächst erfolgt eine ein- bis zweistündige Beobachtung auf der Aufwachstation, dann die Verlegung auf die Station. Während Ihres Aufenthaltes auf der Aufwachstation legen unsere Anästhesist:innen Ihnen einen Katheter an den Oberschenkelnerv. Über diesen wird dann während der ersten Tage über eine elektronisch gesteuerte Arzneimittelpumpe ein Lokalbetäubungsmittel abgegeben, das den Oberschenkelnerv betäubt und damit Ihre Schmerzen lindert. Nebenwirkungen dieses Mittels sind Taubheiten und eine Muskelschwäche des Oberschenkels, beides verschwindet jedoch nach der Anwendung wieder.

Unmittelbar nach der Operation wird das erste Röntgenbild angefertigt, um das Operationsergebnis zu kontrollieren und für die Nachbehandlung zu beurteilen. Am ersten Tag nach der OP erfolgt dann bereits die erste Mobilisierung unter krankengymnastischer Anleitung, das heißt: Sie stehen erstmals auf und gehen die ersten Schritte mit Ihrem neuen Gelenk.

Ein Aufenthalt auf der Intensivstation ist nur in Ausnahmefällen notwendig, z. B. bei erheblichen Vorerkrankungen.

Während der Operation verhindert eine pneumatische (mit Druckluft arbeitende), computergesteuerte Manschette am Oberschenkel, dass Sie zu viel Blut verlieren. Das Blut, das wir in den ersten Stunden nach der Operation über Drainagen sammeln, wird über Filter reinfundiert (Reinfusion = Wiederzuführung verlorener oder entnommener Körperflüssigkeit, in diesem Fall Blut), sodass der tatsächliche Blutverlust sehr gering ist. Die Fremdblutrate – also die Notwendigkeit, Blutkonserven zu verabreichen – liegt in unserer Klinik bei unter fünf Prozent. Aus diesem Grund wurde die früher übliche Eigenblutspende eingestellt.

Alle Prothesentypen werden entweder zu einem Teil oder vollständig mit Knochenzement verankert. Eine zementfreie Verankerung ist nur beim Oberflächenersatz am Oberschenkelanteil möglich, dies wird anhand der Knochenqualität individuell entschieden. Die Kniescheibenrückfläche muss meistens nicht mit ersetzt werden, hier wird ebenfalls individuell nach Beschwerdelage des Patienten, Röntgenbild und Befund während der Operation entschieden.

Als Material der Prothesen wird heute am häufigsten eine Kobalt-Chrom-Kombination angewandt. Als „künstlicher Knorpel“ wird ein Kunststoffimplantat aus Polyethylen eingesetzt, der Ersatz der Kniescheibenrückfläche besteht ebenfalls aus Polyethylen. Bei Patienten mit Allergien auf diese Materialien stehen auch Alternativmaterialien zur Verfügung.

Einfache Schlittenprothesen zementieren wir ein. Der Oberflächenersatz wird in der Regel zementfrei auf der Oberschenkelseite implantiert und auf der Schienbeinseite einzementiert. Beide Varianten sind sofort voll belastbar.

Folgende Knieprothesenmodelle stehen zur Auswahl:

  • Teilweiser Gelenkersatz (Schlittenprothese): Ist am Knie nur ein Teil des Gelenks betroffen, wie es häufig nach Verletzungen der Weichteile vorkommt, besteht die Möglichkeit, auch nur diesen Teil des Gelenks zu ersetzen. Das hat viele Vorteile: Zum einen lässt sich auf diese Weise der gesunde Bereich des Gelenks erhalten, zum anderen besteht nach der Operation eine nahezu normale Beweglichkeit. Außerdem fällt die Öffnung des Gelenks deutlich kleiner aus, somit ist auch das Operationstrauma geringer. Die Schlittenprothese kann allerdings nur eingesetzt werden, wenn tatsächlich auch nur ein Bereich des Gelenks beteiligt ist. Sind mehrere Bereiche betroffen, so kommt dieser Prothesentyp nicht in Frage.
  • Oberflächenersatz (Totalendoprothese), auch Doppelschlitten genannt: Diese Prothesenform ist die am häufigsten eingesetzte Kniegelenksprothese, bei der die gesamte Oberfläche des Kniegelenks ersetzt wird. Die Stabilität des Gelenks wird durch die erhaltenen Bandstrukturen gesichert. Die Prothese ist dem natürlichen Kniegelenk nachempfunden, mit ihr liegen die längsten Erfahrungen vor.
  • Achsgeführte Knieprothese: Bei Verschleißerscheinungen eines Gelenks sind nicht nur Knorpel und Knochen betroffen, sondern häufig auch die Weichteilstrukturen, insbesondere die Bänder. Die Bänder können dabei verlängert oder verkürzt sein, wodurch sie ihre natürlichen Funktionen verlieren. In diesem Fall ist eine Stabilisierung des Kniegelenks mit einer normalen Prothese manchmal nicht mehr möglich. Man benötigt daher Prothesen, die nicht auf eine natürliche Bandstabilisierung angewiesen sind. Die Prothesen werden tiefer im Knochen verankert, und durch eine Abstützung in der Mitte wird ein seitliches Abweichen verhindert. Diese Operation ist in der Regel anspruchsvoller und kann eine längere Operationszeit bedingen. Langzeituntersuchungen zeigen, dass diese Prothesentypen eine kürzere Überlebenszeit haben.

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