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ADHS

Wenn Ihr Kind sich nicht gut konzentrieren kann, schnell ablenkbar ist, kaum Ausdauer hat, in der Schule häufig stört, zudem motorisch unruhig ist und Wünsche und Bedürfnisse nur schlecht aufschieben kann, könnte es unter einem Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) leiden. Kinder mit dieser Symptomatik können oft trotz guter Intelligenz nicht altersgerecht im der Schule dem Unterricht folgen und lernen, zudem haben sie Schwierigkeiten in sozialen Kontakten. Häufig kommt es in der Schule und zu Hause zu Auseinandersetzungen um Regeln und die Erfüllung von Pflichten und Hausaufgaben.

Die Ursachen für die Schwierigkeiten Ihres Kindes sind komplex. Genetische, psychosoziale Faktoren aber auch Schwierigkeiten bei Schwangerschaft, Geburt und in der Entwicklung können eine Rolle spielen.

Unsere Experten sind in der Diagnostik und individuellen Therapie sehr erfahren und verfügen über umfassendes Fachwissen – Sie können sicher sein, dass Ihr Kind bei uns fürsorglich aufgehoben ist.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Einer ADHS-Symptomatik wird zunächst mit sogenannten ambulanten Unterstützungsversuchen begegnet. Neben Psychotherapie kommen hier möglicherweise Medikamente und soziale Trainings für Ihr Kind zum Einsatz. Hilfreich ist die Einleitung einer Unterstützung der Familie durch das Jugendamt.

Wenn bei Ihrem Kind ambulante Behandlungsmaßnahmen gescheitert sind und gegebenenfalls auch die Behandlung in einer Tagesklinik nicht hilfreich und entlastend genug für Ihr Kind war, ist eine stationäre Behandlung nötig.

Auch bei der Kombination aus ADHS und weiteren psychischen Erkrankungen (zum Beispiel Depressionen, schulunabhängige Ängste, Entwicklungsblockaden) sollte über die Notwendigkeit einer stationären Psychotherapie nachgedacht werden. Entscheidend ist eine gute und leitliniengerechte Diagnostik, um die richtige und notwendige Behandlung einleiten zu können. Unsere Institutsambulanz bietet Diagnostik- und Beratungstermine an – vereinbaren Sie gern einen Termin.

Individuell abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Neben der leitliniengerechten Diagnostik und Behandlung sieht unser Behandlungskonzept vor, dass wir mit den Kindern, Jugendlichen und ihren Familien nicht nur ein tiefergehendes psychologisches Verständnis für die Entstehung und auch Aufrechterhaltung der zugrunde liegenden Störung entwickeln möchten. Vielmehr sorgen klare Vorgaben und Strukturen im Alltag zudem dafür, dass Ihr Kind mit seinem Handeln und dessen Folgen konfrontiert und zur Reflexion über sein Verhalten angeregt wird, da Kinder mit ADHS üblicherweise bei der Alltagsbewältigung große Schwierigkeiten haben.

Hier ist unser bipolares Therapiekonzept besonders gut geeignet, um die innere und äußere Entwicklung zu ermöglichen. Dabei vertritt das pädagogische Team das Regelwerk, regt zu prosozialem (dem Miteinander zuträglichem) Handeln an, konfrontiert Ihr Kind mit kritischen Verhaltensweisen und fordert anstehende Entwicklungsschritte Ausdauer, Selbstvertrauen und Gruppenfähigkeit werden durch intensive freizeitpädagogische Gruppenangebote gefördert. Diese Maßnahmen sind verhaltenstherapeutisch geleitet.

In der Einzeltherapie arbeitet Ihr Kind an einem Verständnis für sein Handeln und die daraus resultierenden Konflikte. Dabei kommen – abgestimmt auf Ihr Kind – unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Neben einem intensiven Unterrichtsangebot in der Klinikschule und später in der Außenschule, wird Ihr Kind mit folgenden Maßnahmen unterstützt:

  • schulpsychologisches Training
  • Psychomotorik-Training (zum Beispiel sensomotorische Integrationsbehandlung, die unter anderem den Tast- und Gleichgewichtssinn fördert)
  • Hausaufgabenbetreuung
  • Marburger Konzentrationstraining (Konzept nach dem Psychologen Dieter Krowatschek bei ADHS)
  • Entspannungsverfahren

Oft ist eine medikamentöse Unterstützung hilfreich; diese Möglichkeit besprechen wir intensiv mit Ihnen, damit sie die für Ihr Kind richtige Entscheidung treffen können.

Insgesamt sind Sie als Familie grundsätzlich mit in die Behandlung eingebunden. Die Elternarbeit bei Kindern mit ADHS-Symptomen ist besonders intensiv. Neben Elterntraining, Familien- und Elterngesprächen bieten wir in einer therapeutischen Gruppe Müttern und Vätern Raum, sich mit anderen Familien über familiäre Konflikte und Schwierigkeiten auszutauschen, was oft als sehr entlastend empfunden wird.

Weiterhin gut versorgt: Die Weiterbehandlung/Nachsorge

Damit Ihr Kind nach Entlassung die erreichten Behandlungsschritte aufrechterhalten kann, bedarf es einer frühzeitigen und intensiven Nachsorge- und Entlassungsplanung. Dazu gehören:

  • die Organisation ambulanter Psychotherapie
  • die Einleitung von Unterstützungsmaßnahmen durch das Jugendamt (falls nötig). Die Hilfen reichen von einer Familienhilfe über die Gewährung eines Schulbegleiters (Integrationshelfer) bis hin zu Tagesgruppen, Wochengruppen oder einer therapeutischen Wohngemeinschaft. Hierbei wird keiner dieser Schritte ohne Ihre Einwilligung eingeleitet.
  • die Kontaktaufnahme und der Austausch mit den Lehrern der Heimatschule
  • der Austausch mit den ärztlichen Vor- beziehungsweise Nachbehandlern
  • das Angebot von ein bis zwei Nachsorgegesprächen durch den Einzeltherapeuten oder den Stationsleiter unserer Klinik, denn im Fokus steht eine optimale Entwicklungsförderung der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen auch nach dem stationären Aufenthalt.

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