Adenomyose
Alles Wissenwerte zu Adenomyosis uteri
Adenomyose
Adenomyose ist eine oft unterschätzte Erkrankung. Sie betrifft viele Frauen im gebärfähigen Alter. Dabei wächst gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe in die Muskelschicht der Gebärmutter ein. Das kann zu starken Menstruationsblutungen, chronischen Schmerzen und sogar eingeschränkter Fruchtbarkeit führen. In den folgenden Abschnitten erklären wir Ihnen alles Wichtige über die Symptome, über moderne Diagnostikmethoden und die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten dieser komplexen Erkrankung.
Sollten Sie von den unten genannten Beschwerden betroffen sein, beraten und unterstützen unsere erfahrenen Fachärzt:innen Sie auf Ihrem Weg durch Diagnostik und Therapie.
Welche Symptome treten bei einer Adenomyose häufig auf?
Adenomyose ist eine Erkrankung der Gebärmutter, die durch das Einwachsen von Gebärmutterschleimhaut in die Muskelschicht der Gebärmutter gekennzeichnet ist. Obwohl die Symptome von Frau zu Frau unterschiedlich sein können, gibt es einige Beschwerden, die oft mit dieser Erkrankung verbunden sind.
Starke Menstruationsblutungen
Ein besonders verbreitetes Symptom der Adenomyose sind ungewöhnlich starke oder verlängerte Menstruationsblutungen (Hypermenorrhö). Bei einer Adenomyosis ist die Muskelstruktur der Gebärmutter gestört, so dass sich diese während der Menstruation nicht so gut zusammenziehen kann. Dies führt zu einer längeren bzw. stärkeren Blutung. Der erhöhte Blutverlust birgt das Risiko einer Eisenmangelanämie.
Schmerzvolle Menstruation
Schmerzen während der Menstruation (Dysmenorrhö) sind ein weiteres typisches Anzeichen für Adenomyose. Die Krämpfe können wehenartig und besonders intensiv sein. Die Ursache ist die Einblutung in die Muskulatur und Entzündungsreaktionen. Gleichzeitig kann sich aufgrund der gestörten Muskelstruktur die Gebärmutter schlechter zusammenziehen, sodass stärkere krampfartige Schmerzen entstehen.
Chronische Beckenschmerzen
In seltenen Fällen kann es bei den Betroffenen zu chronischen Schmerzen im Beckenbereich, die unabhängig vom Menstruationszyklus auftreten kommen.
Vergrößerte Gebärmutter
Eine weitere häufige Folge der Adenomyose ist eine vergrößerte Gebärmutter. Die Gebärmutter kann sich durch die Verdickung der Muskulatur auf das Doppelte oder sogar Dreifache ihres normalen Umfangs vergrößern.
Zwischenblutungen
Unregelmäßige Blutungen, auch zwischen den Perioden, können bei Adenomyose auftreten. Diese sogenannten azyklischen Blutungen entstehen, wenn die Schleimhaut, die eigentlich das Innere der Gebärmutter auskleidet (Endometriumgewebe), Blutgefäße in der Gebärmutterwand beschädigt. Dies führt zu Blutungen außerhalb des normalen Menstruationszyklus.
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) können ebenfalls ein Symptom der Adenomyose sein. Diese Beschwerden resultieren oft aus der Sensibilität und den entzündlichen Prozessen im Bereich des Beckenbodens und der Gebärmutter.
Verdauungsbeschwerden und Druckgefühl
In einigen Fällen kann Adenomyose zu Verdauungsproblemen wie Blähungen, Verstopfung oder einem allgemeinen Druckgefühl im Unterbauch führen. Dies kann durch die bestehenden Entzündungsreaktionen ausgelöst werden. Eine weitere Ursache hierfür kann darin liegen, dass die vergrößerte Gebärmutter auf den Darm, die Blase oder andere Organe drückt.
Die Intensität der beschriebenen Beschwerden kann individuell stark variieren. Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bei sich feststellen, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. So kann die Ursache abgeklärt und eine individuelle Behandlung für Sie abgestimmt und eingeleitet werden.
Wie wird Adenomyose diagnostiziert?
Die Diagnostik einer Adenomyose kann eine Herausforderung sein, da die Symptome oft unspezifisch sind und denen anderer gynäkologischer Erkrankungen ähneln, wie Endometriose oder Myomen. Dennoch ermöglichen moderne diagnostische Methoden eine genauere Einschätzung.
Erstgespräch und körperliche Untersuchung
Der erste Schritt zur Diagnose ist ein detailliertes Gespräch mit einer Fachärztin oder einem Facharzt. Dabei erfasst sie oder er die Symptome, die Krankengeschichte und eventuelle Risikofaktoren. Anschließend erfolgt eine gynäkologische Tastuntersuchung. Oft fällt den Ärzt:innen dabei eine vergrößerte und empfindliche Gebärmutter auf, was ein Hinweis auf Adenomyose sein kann.
Bildgebende Verfahren
Zur weiteren Abklärung kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz. Der Ultrschall durch die Vagina (transvaginal) hat in der bildgebenden Diangnostik den höchsten Stellenwert. Er kann Veränderungen in der Gebärmutterwand zeigen, wie eine verdickte Junktionalzone oder Zysten innerhalb der Muskulatur (Myometrium.). In seltenen Fällen ist zur weiteren Diagnostik eine Magnetresonanztomografie (MRT, Verfahren mittels Magnetfeldern) notwendig.
Gewebeuntersuchung
Eine endgültige Diagnose ist nur durch die Untersuchung von Gewebeproben möglich, die die Ärzt:innen im Rahmen einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) entnehmen. Da dies jedoch nur bei bestimmten Patientinnen infrage kommt, stützt sich die Diagnose in der Regel auf die bildgebenden Ergebnisse und die Gesamtsymptomatik. (man kann Adenomyose auch gezielt resezieren. Es muss nicht unbedingt eine Hysterektomie erfolgen. Zumindest sollte diese nicht am Anfang des Absatzes stehen, da sie zum Reizwort für viele Patientinnen geworden ist.)
Wie wird Adenomyose behandelt?
Die Behandlung der Adenomyose richtet sich nach den individuellen Beschwerden, dem Alter, einem möglichen Kinderwunsch und dem Ausmaß der Erkrankung. Ziel einer Therapie ist immer, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und die Symptome zu lindern. Unseren Fachärzt:innen bei Asklepios stehen verschiedene Ansätze zur Verfügung, die sie auf die individuelle Situation ihrer Patientinnen abstimmen.
Hormonelle Therapie
Eine der häufigsten Behandlungsmethoden bei Adenomyose ist die hormonelle Therapie. Sie zielt darauf ab, die zyklusbedingten Schwankungen der Gebärmutterschleimhaut zu regulieren und dadurch Schmerzen sowie starke Blutungen zu lindern. Dabei kommen hormonelle Präparate wie Hormonspiralen oder andere hormonbasierte Maßnahmen zum Einsatz. Diese Therapie kann sowohl kurzfristig zur Symptomlinderung als auch langfristig zur Stabilisierung des Krankheitsverlaufs durchgeführt werden.
Schmerztherapie
Die Schmerztherapie steht besonders bei starken Beschwerden, die die Lebensqualität sehr einschränken, im Vordergrund. Hierbei setzen unsere Ärzt:innen entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente ein, um akute Schmerzphasen zu behandeln. Durch die Kombination mit Entspannungstechniken oder physiotherapeutischen Maßnahmen können unsere Expert:innen die Schmerztherapie gezielt auf die Bedürfnisse ihrer Patientinnen ausrichten.
Operative Therapie
Bei ausgeprägten Beschwerden oder einem erfolglosen Verlauf der medikamentösen Behandlung ziehen unsere Ärzt:innen eventuell eine operative Therapie in Betracht. Hierbei werden entweder einzelne Adenomyose-Herde entfernt oder in schweren Fällen die gesamte Gebärmutter (Hysterektomie). Die Entscheidung für einen operativen Eingriff treffen unsere Fachärzt:innen gemeinsam mit Ihnen. Dabei berücksichtigen sie Ihre individuelle Situation.
Unterstützende Maßnahmen
Zusätzlich zu den oben genannten Therapien können unterstützende Maßnahmen wie Physiotherapie, Yoga oder psychologische Betreuung hilfreich sein. Diese Ansätze zielen darauf ab, die körperliche und seelische Belastung durch die Erkrankung zu reduzieren. Eine entzündungshemmende Ernährung kann ebenfalls unterstützend wirken.
Die Wahl der richtigen Behandlung kombiniert medizinische Expertise mit einer individuellen Betrachtung Ihrer persönlichen Situation. Sprechen Sie mit unseren Fachkräften, damit sie gemeinsam die für Sie passende Therapie finden.
Welche Begleiterkrankungen können bei Adenomyose auftreten?
Adenomyose tritt häufig zusammen mit anderen gynäkologischen Erkrankungen auf, die entweder als Ursache oder als Folge der Adenomyose in Betracht kommen. Diese Begleiterkrankungen können die Symptome verstärken und die Diagnostik sowie Behandlung erschweren.
Endometriose
Bei beiden Erkrankungen ist gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb seines normalen Bereichs vorhanden. Während sich bei Endometriose das Gewebe außerhalb der Gebärmutter ansiedelt, bleibt es bei Adenomyose innerhalb der Gebärmutterwand. Beide Erkrankungen können gleichzeitig auftreten, müssen es aber nicht. Die Symptome ähneln sich, wie starke Menstruationsschmerzen oder Unfruchtbarkeit. Studien zeigen, dass Endometriose besonders häufig bei Menschen mit diagnostizierter Adenomyose vorkommt.
Uterusmyome
Uterusmyome sind gutartige Wucherungen in der Muskelwand der Gebärmutter (Uterus). Sie treten ebenfalls oft zusammen mit Adenomyose auf. Myome können Blutungsstörungen, Schmerzen und ein Druckgefühl im Becken verursachen, was die Symptome der Adenomyose verstärken kann. Da Myome und Adenomyose ähnliche Beschwerden hervorrufen, ist eine präzise Diagnostik entscheidend, um die richtige Therapie zu wählen.
Chronische Beckenschmerzsyndrome
Chronische Beckenschmerzen können in seltenen Fällen eine Folge der Adenomyose sein. Diese Schmerzen können die Lebensqualität beeinträchtigen und erfordern eine umfassende Schmerztherapie.
Eisenmangelanämie
Die häufigen und starken Menstruationsblutungen bei Adenomyose können zu einem erheblichen Eisenmangel führen. Eine unbehandelte Anämie äußert sich durch Symptome wie Müdigkeit, Blässe und verminderte Leistungsfähigkeit. Lassen Sie sich daher bei regelmäßig starken Blutungen ärztlich untersuchen und beraten.
Kann man einer Adenomyose vorbeugen?
Adenomyose ist nicht vollständig vermeidbar, da ihre genauen Ursachen noch nicht geklärt sind. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, die das Risiko für die Entstehung der Erkrankung möglicherweise verringern können. Diese präventiven Ansätze basieren auf der Minimierung bekannter Risikofaktoren und der Förderung einer allgemeinen Gesundheit.
Übergewicht abbauen
Übergewicht steht im Zusammenhang mit einem höheren Risiko für Adenomyose. Fettgewebe kann Östrogen produzieren, was die Hormonregulation beeinflusst. Eine langfristige, gesunde Gewichtsreduktion durch eine Kombination aus kalorenreduzierter Ernährung und Bewegung kann dazu beitragen, das Risiko zu senken.
Menstruationszyklen stabilisieren
Kurze Menstruationszyklen von weniger als 24 Tagen gelten als Risikofaktor für Adenomyose. Es gibt Hinweise darauf, dass hormonelle Verhütungsmethoden wie die Einnahme von Gestagenen oder die Verwendung einer Hormonspirale dazu beitragen können, den Menstruationszyklus zu regulieren und das Risiko zu verringern. Sprechen Sie mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen, um herauszufinden, ob diese Optionen für Sie geeignet sind.
Welchen Einfluss hat eine Adenomyose auf die Gebärmutter?
Die Gebärmutter kann sich infolge der Adenomyose auf das Doppelte oder sogar Dreifache ihres normalen Umfangs vergrößern. Diese Vergrößerung resultiert aus den zyklischen Reaktionen des eingewachsenen Gewebes, das sich wie die normale Gebärmutterschleimhaut verdickt und blutet. Diese Prozesse führen nicht nur zu starken Menstruationsblutungen, sondern auch zu chronischen Schmerzen und einem Druckgefühl im Unterbauch. Oft wird die Gebärmutter durch die Adenomyose so verändert, dass sie bei einer gynäkologischen Untersuchung als weich und vergrößert tastbar ist.
Die Vergrößerung der Gebärmutter und die Veränderungen im Gewebe können zudem die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Viele Betroffene berichten von Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Es besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburten. Die Junktionalzone wird bei der Adenomyose oft verdickt; diese Zone ist die Grenze zwischen der Schleimhaut im Inneren der Gebärmutter (Endometrium) und der mittleren, aus glatter Muskulatur bestehenden Schicht der Gebärmutterwand (Myometrium). Diese Verdickung kann ebenfalls die Gebärmutterschleimhaut und ihre Funktion beeinflussen.